Was ist schlimm am Krieg?

Wörter: 2323; Linkslevel: -2 Asozialisierte Mitläufer

Definition

Krieg ist legalisierterter, territorial definierter Massenmord durch brutalste Gewalt verbunden mit weitläufigen Zerstörungen.
 

In den letzten zwei Jahrzehnten wurde auf indirekte und direkte Art und Weise Krieg vorbereitet. Diese Vorbereitung des Krieges findet immer in der Öffentlichkeit statt, da ein zu starker Widerstand der Bevölkerung gegen den Krieg ihn verunmöglicht. Es ist daher zu beobachten, daß

  1. Krieg als Krieg herabgespielt wird (zu humanitären, Militär-, Kampf-, oder Kriegs-Einsätzen),
  2. Gegen die Kriegsgegner gehetzt wird (falsche Beschuldigungen und unterschwellige Ressentiments verbreitet werden),
  3. Krieg als „Lösung“ für bestimmte Probleme präsentiert wird, so daß Krieg quasi als Mittel der Fortsetzung von Politik erscheint,
  4. die Bevölkerung einer jahrelange Politik der Barbarisierung, Militarisierung und Abstumpfung unterworfen wird (SAT, VOX, RTL, RTL2, N24, … ).

Ohne, daß im Rahmen dieses Artikels auf die einzelnen Punkte eingegangen werden kann, wird klar, daß hier erläutert werden muß, daß Krieg eben keine „Lösung“, sondern eben gerade die schlimmste Katastrophe der Politik darstellt. Und Politik in jedem Falle Krieg zu vermeiden hat.


Vorbemerkung

Im folgenden wird Krieg allgemein beschrieben. Die folgenden Punkte von 0 bis 13 enthalten allgemeine und spezielle Phänomene, die im Krieg auftreten. Viele der speziellen, betreffen nur Angriffe durch NATO-Staaten, da diese aufgrund der Strategie, der militärischen Überlegenheit und der spezifischen medialen Darstellung ein besonderes Problem darstellen. Punkte, die NATO-Angriffe betreffen, sind extra gekennzeichnet.


0. Kriegsinteresse

Einige Unternehmen entwickeln Interessen, die im Frieden nicht durchgesetzt werden können. Diese Interessen werden in einer durch Marktwirtschaft und Oligo- oder Monopolisierung natürlicher Weise kriminellen Umgebung artikuliert. Von dort aus sucht man sich Bündnisparter mit gleichen Interessen in derselben oder in anderen Branchen. Da man die Regierung sowieso bereits beeinflußt, hat man dort leichtes Spiel.
Das Establishment im Aggressionsstaat gewinnt den Eindruck, daß ein Angriff lohnend und möglich wäre.
Die Siegeschancen werden abgewogen, die Notwendigkeit im Kreise der Herrschaft beschworen.
Die Akzeptanz des Krieges wird in der Bevölkerung durch langfristig angelegte Hetze vorbereitet
Religiöse Ressentiments und Rassismus dürfen als Werkzeuge dienen
Beschuldigungen werden ausgestoßen, die Presse im Aggressionsstaat ist unfrei.
Gerüstet wurde bereits seit Jahrzehnten. Die Politik paßt sich den “Erfordernissen“ an und rüstet bereits direkt auf den Krieg hin. Es gibt vorsichtige Kriegspropaganda und im Kreise der Militärs wird Kriegseuphorie geschürt.

 

1. Start

ie Kriegsherren brauchen Feinddenken. Verhetzung, Haß und die Überzeugung, daß der Gegner böse oder gefährlich ist greifen unauffällig Raum. – Feinddenken entwickelt sich.
Es gibt Kriegslügen und eine Zuspitzung aufgrund von unannehmbaren Forderungen gegenüber dem anzugreifenden Staat. Die Nichtannahmen dieser (meist illegalen) unannehmbaren Forderungen wird als Bosheit interpretiert. Die Bevölkerung ist aufgrund der Hetze so voreingestellt, daß die Unzumutbarkeit und Illegitimität der Forderungen nicht wahrgenommen wird.
Mobilmachung und Truppenkonzentration in der Nähe des Angriffsgebietes finden statt.
Eine eventuelle Inszenierung eines auslösenden Ereignisses findet statt. Manöver mit befreundeten Staaten (NATO-typisch) zur Provokation finden in der Nähe des anzugreifenden Landes statt (arabisches Meer, gelbes Meer, …)
Es gibt eine politische Zuspitzung. Z. B. durch Erpressung oder Ablauf eines Ultimatums. Erste Flüchtlingsströme im betroffenen Land können auftreten.
Es gibt öffentliche Reaktion, die teilweise bereits beeinflußt sind. Die beeinflußten (– das sind i. d. R. die konservativen) Medien ziehen mit. Die Kriegspropaganda erreicht ihren Höhepunkt. Dieser Moment ist für die Kriegstreiber der schwierigste. Sie müssen hetzen, ohne daß dabei die Medien ihr Gesicht verlieren. Dazu müssen ständig neue oder starke Vorwürfe gebracht werden, die ihrer Zahl und Spektakularität wegen zum großen Teil frei erfunden sind.
Eine Aufweichung des Völkerrechts durch Bruch und Relativierung in den Medien, sowie eine weitere Ausnutzung von Ressentiments findet statt. Der Feind wird intellektuell hingerichtet.


2. (moderner) Angriff:

Beginn der Offensive mit einem Bombardement aus der Luft.
Systematische Ausschaltung wichtiger Einrichtungen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung (Rundfunk, Fernsehen )
Systematische Ausschaltung und Zerstörung wichtiger Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge (Elektrizitätswerke, Wasserwerke — neuerdings systematische Bombardierung aller Wasserwerke und Trinkwasserreservoirs zur Zermürbung der lokalen Bevölkerung(NATO-Strategie))
Piloten werden zu Massenmördern.
Versuch der Bombardierung des bewaffneten Gegners – soweit überhaupt möglich
Zerstörung von Industrieanlagen und Infrastruktur zur weiteren Zermürbung der Bevölkerung. Die Bombardierung von Konkurrenzbetrieben (Zastava-Werk in Jugoslawien) bringt nach dem Krieg neue Absatzgebiete für die eigene Industrie hervor.
Entstehung weiterer Flüchtingsströme. Zehntausende, hunderttausende (Jugoslawien 1999, Irak 2001) oder sogar Millionen (Pakistan/Swat-Tal 2010) Flüchtlinge versuchen dem Krieg zu entkommen. Viele fliehen in die umliegenden Länder, falls sie aufgenommen werden.
Ihre Häuser und einen großen Teil ihres Besitzes überlassen die Flüchtlinge einem ungewissen Schicksal, welches auch sie selbst erwartet.
Lokale Wirtschaftszusammenbrüche aufgrund der Entvölkerung.


3. Zermürbung vor der Bodenoffensive

Wochenlanges Angreifen aus der Luft im Falle gefährlicher Gegner (durch NATO-Staaten)
Zerstörung von Straßen und Brücken, Wohnhäusern, Schulen, Klöstern, kulturellen Einrichtungen, Sehenswürdigkeiten, Denkmalen. Besondere Schätze fallen dem langanhaltenden Bombardement zum Opfer.
Neuartige Waffen werden erprobt.
Strom und Wasser fallen aus. Elend und Mangel breiten sich aus.
Eventuell ist auch das Radio schon betroffen.
Krankenhäuser, Schulen, Öffentliche Einrichtungen und Wohnviertel werden getroffen.
Das öffentliche Leben bricht zusammen.


4. Offensive

Schließlich erfolgt der Angriff mit überlegener Feuerkraft und Bodentruppen.
evtl. gibt es erbitterten Widerstand wodurch stärkere Kämpfe und weitere Verheerungen angerichtet werden.
Weitere Flüchtlingsströme aus den umkämpften Gebieten entstehen.
Eine größere Zahl Soldaten fällt. Ihr Anteil an den Toten erreicht während der Offensive ein relatives Maximum.
Erste Kriegsverbrechen/Massaker geschehen. Erste brutalisierende und traumatische Ereignisse für die Soldaten treten auf.
Weitere Infrastruktur entsprechend dem Frontverlauf wird zerstört.
Erprobung neuer Taktiken und Waffen durch Militär und Rüstungsindustrie.

Schließlich erfolgt die Einnahme nach dem Sieg über die regulären Streitkräfte.

Erste Plünderungen durch Ausländer treten auf.


5. Sieg

Einrichtung einer (illegalen) Besatzungsmacht:
Das Land wird besetzt und eine Marionettenregierung wird eingerichtet (Z. B. NATO-typisch).
Erfolgt der Krieg ohne triftigen Grund z. B. in Wirklichkeit wegen der Bodenschätze oder aus geostrategischem Interesse, wissen das die Angegriffenen am genauesten, da die erhobenen Vorwürfe ja falsch (und natürlich absurd) sind, finden Auseinandersetzungen mit Guerillakämpfern statt, die den illegalen Eindringling stoppen wollen.
Die Guerilla wird mit Militär bekämpft – also mit Kriegswaffen.
Weitere Zerstörungen in dicht besiedelten Gebieten mit vielen zivilen Opfern treten auf.
Die Besatzer verwalten das geschaffene Elend.
Die Macht etabliert sich und die begehrten Ressourcen werden geplündert.


6. Etablierung

1. Fall Zerschlagung des Widerstandes – Diktatfrieden:
Ein repressiver Unterdrückungsapparates zur weiteren Ausplünderung des Landes etabliert sich. Ideologische Beschönigung (Demokratie, Freiheit, etc.) greifen Platz durch Medienkontrolle.
Die Terrorisierung der politischen Opposition im Interesse der Sieger bürgert sich ein.
Es gibt Verhaftungen und Folter, ein Klima der Angst und der Denunziation entsteht.
Aneignung der Ressourcen und diverser Unternehmen des Landes durch die Eroberer findet statt. Die Ausbeutung des Landes auf allen Gebieten sowie die ökonomische Funktionalisierung des Landes zur langfristigen Ausplünderung etabliert sich. Soweit schon normale Zustände herrschen.
Es kommt zum Zusammenbruch der exportunabhängigen Wirtschaft. Arbeitslosigkeit breitet sich aus.
Armut, Elend und Krankheit werden politisch fundamentiert.


2. Fall (wahrscheinlicher) wachsender Widerstand mit Unterstützung durch die lokale Bevölkerung:

Es gibt ständige Anschläge auf öffentliche Einrichtungen, Terror gegen die Besatzer und übermäßige Angstreaktionen auf der Seite der Eindringlinge.
Die Besatzer, die die Sprache nicht sprechen, nehmen die Umgebung als feindlich wahr
Der Kampf gegen die Guerilla wandelt sich immer mehr zum Kampf gegen die Bevölkerung, da die Freund-Feind-Erkennung problematisch und die mit unrealistischer Propaganda gefütterten Besatzungssoldaten die Reaktionen der Bevölkerung nicht verstehen.
Durch Angst und Brutalisierung wegen werden weitere Kriegsverbrechen begangen. Terror und Folter halten Einzug.
Durch den anhaltenden Krieg setzt eine immer stärkere Zerrüttung der Verhältnisse ein.
Arbeitsunfähigkeit breitet sich aus.
Armut, Krankheiten und Elend breiten sich aus.
Die Wirtschaft bricht zusammen
Wenn sie nicht schon bei der Offensive genutzt wurden, werden jetzt (weitere) Söldner aus armen Ländern engagiert, um Soldaten, die Kinder von Wählern sind, zu sparen. Krieg ist auch ein Geschäft für Kriegsfirmen, die auf die Zurverfügungstellung von Söldnern und richtige Kriegsdienste spezialisiert sind.


7. ein Jahr Krieg

Immer noch sind Wasser- und Elektrizitätswerke zerstört.
Es gibt Wohnungsnot hier und Flüchtlingselend dort. Der Schwarzmarkt reguliert den Handel.
Krieg und Ausgangssperren lähmen das öffentliche Leben. Elend und Kriminalität halten das Land im Schach.


8. zwei Jahre Krieg

Überall gibt es Schwarzmarkt und überall Mafia. – Bandenbildung findet statt.
Zwischen Kriminellen und Widerstandskämpfern kann kaum noch unterschieden werden.
Hochnervöse Wachposten werden genauso zu einer unberechenbaren Gefahr, wie der Terrorismus.
Die letzten Reserven des Landes werden für den Krieg mobilisiert (ausgebeutet).
Geplante Reparaturen verzögern sich so, daß sie nicht stattfinden.
Bandenkriege und andere Parallelkonflikte können entstehen.
In den benachbarten Ländern entstehen riesige Flüchtlingslager.


9. drei Jahre Krieg

Völlige Zerrüttung – die Kriminalität nimmt völlig skrupellose Formen an. Die Besatzer sind nicht daran interessiert, kriminelle Kräfte zu bekämpfen, die nicht auch die Feinde ihrer Feinde sind. Eine Zersplitterung der Kriegsparteien ist möglich.
Terror durch praktisch alle bewaffneten Beteiligten tritt auf.
Zivile Opfer sind Normalität. Weitere Flüchtlingsströme können auftreten.


10. viele Jahre Krieg

Bei großen Teilen der Bevölkerung geht die Moral verloren, ethnische und religiöse Konflikte könne aufbrechen.
Die Schulpflicht ist verschwunden, neuer Analphabetismus entsteht, das Gesundheitssystem ist eine Ruine. Außer in den nicht umkämpften Provinzen ist das öffentliche Leben zum Erliegen gekommen.
Die Mehrheit der Bevölkerung ist arbeitsunfähig.
Das unproduktive Leben in Flüchtlingslagern ist für viele zur Normalität geworden, aus der sie sich schlecht befreien können. Eine neue Generation wächst im Extremismus heran. Die Nachbarländer werden in ihrer Entwicklung behindert.


11. Ende irgendwann

1. Fall Eine sehr starke organisierte und weitgehend einige Opposition siegt über die Besatzer:
und erobert ihr zerstörtes Land zurück
Die ersten Flüchtlinge kehren zurück.
Hoch verschuldet muß das arme Land wieder aufgebaut werden.
Reparationen werden nicht gezahlt, da der Angriff entweder durch so starke Parteien vorgenommen wurden, daß sie nicht gezwungen werden können oder mindestens eine der beteiligten Kriegsparteien Vetorecht besitzt.
Wenn der Wiederaufbau finanziert werden kann, kommt die Wirtschaft wieder in Schwung
Es herrscht extreme Arbeitslosigkeit, Armut und Elend.
Viele Waffen sind im Umlauf.
Verseuchungen durch die überlegenen Angreifer müssen behandelt, Munition beräumt,
Kriegsverbrechen aufgearbeitet werden.
Korruption herrscht allenthalben.


2. Fall Diktatfrieden (unwahrscheinlich)Kriegsmüdigkeit breitet sich auch unter der Guerilla aus, da das Elend extrem groß ist und Widerstand unmöglich ist (ist Quatsch, da der Widerstand genau dadurch entsteht.).
Ruhe mit extremem Elend, Krankheit und extremer Kriminalität entsteht. Die Besatzung ist verhaßt, politische Kultur existiert nicht.
Eine neue Generation wächst im Elend heran – sie nimmt die Zerrüttung der Gesellschaft als normal zur Kenntnis. Massenhaft drängt die junge Generation zu irgendwelchen bewaffneten Streitkräften, Banden oder anders privilegierten Gruppen.
Analphabetismus, Hunger, Elend und Krankheit breiten sich aus. Die Besatzer können davon profitieren. Die Militärdiktatur etabliert sich. Die Plünderung der begehrten Ressourcen läuft auf vollen Touren.
Die mittlerweile ausgerottete oder emigrierte politische Opposition wird Jahrzehnte später ganz langsam durch eine neu entstehende ersetzt.
Flüchtlingslager existieren immer noch und können von der achtlosen Regierung noch Jahrzehnte ignoriert werden
Über Kriegsverbrechen und verseuchte Schlachtfelder oder Fabriken spricht niemand
Eine herrschende Klasse, die vom Siegerstaat profitiert, etabliert sich. Sie funktionalisiert das Land entsprechend den Wünschen der, und für die Ausbeutung durch die, ausländischen Eroberer.
Die Sieger profitieren weiterhin.
Überall herrscht Korruption, überall herrscht Arbeitslosigkeit.


12. Nach dem Krieg

Die überlebenden Soldaten der Invasionsarmee kehren zurück. Viele sind durch den Krieg gezeichnet. leichte und schwere Verletzungen, die teilweise ein Leben lang schmerzen, Verstümmlungen und psychische Beschädigungen verändern ihr Leben für immer. Diejenigen, die ohne Verletzungen wiederkommen, sind immer noch brutalisiert und verroht.
Einige Soldaten sind durch Gifte geschädigt. Sie kämpfen einen aussichtslosen Kampf um Entschädigung, die ihre Regierung der Masse wegen nicht gewähren will.
Den Rassismus, der während des Krieges benötigt wurde, bringen sie mit nach Hause. Arbeitsunfähigkeit ist ein Begleiter auch unverstümmelter Soldaten.
Die Opfer in den überfallenen Ländern sind schnell vergessen. Entschädigung oder Reparationen durch den Aggressor werden nie gezahlt, da niemand einen NATO-Staat oder Israel zwingt, Reparationen zu zahlen.
Das Elend, die Verletzungen und Verheerungen in dem geschädigten Land sind so massiv, daß praktisch alle davon betroffen sind. Im Falle eines us-amerikanischen Angriffes kann man von Glück reden, wenn das Land nach dem Krieg nicht mit Dioxinen oder radiotoxisch verseucht ist. Weitere Geißeln die durch Angriffe insbesondere imperialistischer Armeen auftreten, sind herumliegende Splitterbomben, Minen, Waffen und Munition. Teilweise werden sie noch viele Jahrzehnte lang Menschen töten und verstümmeln. Minenräumung ist teuer und langwierig. Große Teile der Erde sind mit Landminen verseucht.
Im Falle des Sieges des Aggressors zahlt das arme Land Jahrzehnte lang dafür, daß es den Krieg verloren hat.


13. Bilanz für den gesellschaftlichen Fortschritt

Im Krieg steht die gesellschaftliche Entwicklung still. Viele lange und schlimme Kriege erzeugen eine Kriegsmüdigkeit, die am Ende des Krieges manchmal zur Ursachenforschung führen kann. Auf diese Weise ist in Abgrenzung zum Faschismus nach dem zweiten Weltkrieg die DDR und das westdeutsche Grundgesetz entstanden. In der Regel wird Krieg jedoch schnell vergessen – insbesondere dann, wenn er nicht auf dem eigenen Territorium stattgefunden hat. So haben beispielsweise die US-Amerikaner nichts aus dem Vietnamkrieg gelernt. Auch das gesellschaftliche und politische Klima in den USA hat sich während der letzten US-Kriege verschlechtert. Und auch die Deutschen greifen heute wieder arme Länder an.


Na und?

Man sieht – es gibt Gründe, den Krieg zu verbieten. In Abgrenzung zum NS-Faschismus haben die „Väter“ des Grundgesetzes (GG) genau diesen Gedanken verfolgt und die Gesetzgebung der BRD an das Völkerrecht gebunden (Artikel 25 GG) und Angriffskriege explizit verboten (Artikel 26 GG). Aufgrund dieser Artikel wurde die Vorbereitung eines Angriffskrieges § 80 StGB und die Kriegshetze (§ 80a StGB) unter Strafe gestellt. Leider ist das führen eines Angriffskrieges nicht unter Strafe gestellt. Und so antwortete die Bundesanwaltschaft (noch unter Kai Nehm) auf Strafanzeigen bzgl. des Afghanistan-Krieges, daß nur die Vorbereitung eines Angriffskrieges (nicht jedoch die Führung) unter Strafe steht.

Es ist klar, daß ein Krieg nicht von der Bäckerinnung oder einer Fußballmanschaft geführt wird. Ein Krieg wird von der Regierung geführt und in der Öffentlichkeit vorbereitet. Deswegen ist es auch unwahrscheinlich, daß der/die Generalbundesanwalt/in gegen seinen/ihren eigenen Chef ermittelt. Praktisch kann also ein Krieg nicht unter Strafe gestellt werden, wenn nicht klar ist, welche unabhängige Institution gegen die Regierung ermitteln soll. Wann wurde je ein War-Lord vor Gericht gestellt? In Deutschland war das nach dem zweiten Weltkrieg der Fall, als die Alliierten den Krieg gewonnen hatten und die Macht des NS-Regimes gebrochen war. Die Anklage einer Regierung wegen Kriegsverbrechen setzt also die Brechung der Macht des Systems voraus.

[Evariste]

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