Warum ist man rechts oder links – Wie erzieht man Rechte oder Linke

Wörter: 792; Linkslevel: ±0 Indifferente
Die Frage, warum es rechts und links gibt, ist eine Frage nach dem gesellschaftliche Bewußtsein. Die Träger des gesellschaftlichen Bewußtseins sind jedoch Einzelindividuen. Und das politische Bewußtsein der Einzelindividuen ändert sich offenbar, abhängig vom Land, der Kultur und der Zeit, so daß die Zahl rechts und links denkender Menschen ganz unterschiedlich sein kann Es hängt also von gesellschaftlichen Bedingungen ab. Wir versuchen hier zu klären, warum es Rechte und Linke gibt, und was Eltern für oder gegen die politische Erziehung ihrer Kinder tun können.

 

In »Was ist für Linke asozial?« wurde der linke Grundbegriff des Asozialen begründet und in »Warum gibt es Kriminalität?« ausgebaut. Auf diese linken Begriffe “sozial” und “asozial” stützen wir unser Verständnis der Ursachen von Rechts und Links. Aber warum sind einige sozial und andere asozial?
 

Spektrum nach Evariste


 |Kommunisten     Linke               Indifferente            Rechte      Faschisten|
 |__________________________________________________________________________________|
  |    |    '    |    '    |    '    |    '    |    '    |    '    |    '    |    '    |    '    |    '    |    |
 ELL +5     +4      +3     +2      +1     ±0     –1     –2      –3     –4      –5   |
             ← links ←                                        → rechts →
 ←← E g a l i t a r i s m u s ← ←  ←             →  → →   E l i t a r i s m u s   →→
     V e r a n t w o r t u n g                     E   g   o   i   s   m   u   s
  S  o  l  i  d  a  r  i  t  ä  t                 R  e  s  s  e  n  t  i  m  e  n  t 
  Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Liebe               Erbarmungslosigkeit, Wut, Haß
ELL  Evarists Linkslevel aus »Warum das politische Spektrum ein Kontinuum ist« 

 

Kausales (rückwärts)

In »Was ist der Unterschied zwischen Links und Rechts?« wurden eine Reihe von linken und rechten Eigenschaften aufgezählt und auf die antagonistischen Begriffe egalitär und elitär zurückgeführt. Auf die Ursachen dieser Einstellungen beim Einzelindividuum wurde jedoch nicht eingegangen.
Egalitär zu sein beruht auf Verantwortung für die Allgemeinheit, elitär zu sein, auf der Ablehnung der Verantwortung für die Allgemeinheit. Linke setzen sich für das Gemeinwohl ein. Rechte setzen sich für Partikularinteressen ein. Linkebefreien, Rechte unterdrücken. Verantwortung zu tragen, heißt, sozial zu sein. Rechte sind asozial.
Warum gibt es Menschen, denen das Gemeinwohl am Herzen liegt, und die Verantwortung auch für Menschen, die sie nicht kennen übernehmen, und warum gibt es Menschen, die gegen dieses Verantwortungsgefühl sind und ihre Eigenen bzw. Partikularinteressen über das Wohl der Allgemeinheit stellen bzw. so etwas wie Gemeinwohl überhaupt ablehnen?
Verantwortung beruht auf Verständnis und Mitgefühl. Das Soziale beruht also auf Mitgefühl.
Mitgefühl impliziert Erbarmen – die Ablehnung von Mitgefühl produziert Erbarmungslosigkeit.

Mitgefühl zwischen den Menschen ist biologisch angelegt. Man kann sich jedoch darüber hinwegsetzen. Man kann es umgekehrt aber auch zum Prinzip erheben.

 

Empirisches

Das Erbarmen (links) und die Erbarmungslosigkeit (rechts) sind zwei fundamentale Eigenschaften, der extremen Enden des politischen Spektrums.
Man kann beobachten, daß die Vertreter der extremsten Rechten – Nazis und andere Faschisten – “stolz” darauf sind, sich über (ihr eigenes) Mitgefühl hinwegzusetzen oder zumindest so tun, als hätten sie überhaupt keins. Tatsächlich ist eine Abstumpfung des eigenen Mitgefühls kein besonders bemerkenswertes Phänomen. Oft sieht man auch, daß sich Menschen aus kulturellen Gründen ihres Mitgefühls schämen. (USA) Sie betrachten Mitfühlende als Weicheier. Diese Gefühle können bei Männern durch die Angst, nicht als richtiger Mann zu erscheinen, verursacht sein. Die Ursache ist in jedem Falle eine kulturell tief verwurzelte (z. B. in den USA) Asozialität.
Trifft diese Angst vor dem Mitgefühl auf eine monotheistische Religion, so kann die Religion zu einem schrecklichen Instrument des Terrors gegen innere und äußere “Feinde” werden. Die guten Seiten der Religion, die Mitgefühl und Verantwortung beinhalten, pervertieren zu Anstand und Disziplin. Militarismus und Nationalismus sind logische Konsequenzen, da den gefühlsgehemmten Ersatzinhalte geboten werden müssen.

 

Erziehungshinweise

Sie wollen linke Kinder erziehen?

Sie sollten da sein, wenn ihre Kinder Sie wirklich brauchen. Ihre Erziehung sollte liebevoll, fair, konsequent und logisch nachvollziehbar sein. Erklären statt prügeln ist eine Selbstverständlichkeit. Strafen sollten maßvoll und logisch nachvollziehbar sein.

 

Sie wollen rechte Kinder erziehen?

Tun Sie das Gegenteil, strafen sie viel, sein Sie inkonsequent, unlogisch und unfair. Anschreien, Prügeln und niedermachen sind Ihre Instrumente. Lassen Sie ihr Kind viel allein, damit es selbst klarkommt.

 

Sie wollen Nazis erziehen?

Tun sie das, was man macht, um rechte Kinder zu erziehen und sein‘ sie rücksichtslos, derb und unsensibel. Demütigung und Erniedrigung sind selbstverständliche Bestandteile der Nazierziehung. Würzen Sie die Erziehung mit nicht nachvollziehbarem Terror. Ein Klaps hier, eine Kopfnuß da – die Unvorhersehbarkeit der Strafen erzeugt Angst und schwächt die Beziehung des Kindes zu seinen einzigen Bezugspersonen. Jegliches Urvertrauen wird gehemmt. Auf diese Weise verkrüppelt das biologisch angelegte Sozialverhalten und sie bekommen einen 1A-Nazi ohne Mitgefühl. Dieser Nazi muß nicht mit Resten von Mitleid hadern. Haben Sie ein Problem mit dem Terror? – Alkohol hilft!

 

Sie wollen Kommunisten erziehen?

Machen Sie es so, wie die Linken, widmen Sie den Kindern viel Zeit, lesen Sie ihnen vor, solange sie noch nicht selbst lesen können, schenken Sie kreatives Spielzeug, beantworten Sie ihre Fragen. Prinzipiell gehört gerechtes Teilen (von Schokolade und anderem) dazu. Petzen, hänseln, hauen und werfen mit Gegenständen sind verpönt. Das Spielen mit anderen Kindern (Kita) und liebevolle Erziehung sind selbstverständlich.
Achten sie darauf, daß sie niemals auf Ressentiments, Haßparolen und die Propaganda der Kapitalisten hereinfallen. Gewaltverherrlichende Spiele und Filme sind tabu. Schund und Schmutz wird erklärt. Kausales Denken hilft bei der Ausbildung einer konsequenten Haltung.
 

[Evariste]

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