Was ist „Regime Change“? – Warum einige bereits vom dritten Weltkrieg sprechen

Wörter: 4314; Linkslevel: +2 Sozialdemokratisierte Linke
Eine große Zahl von Kriegen hat die NATO in den letzten zwanzig Jahren verursacht, geführt und geplant. Diesen Kriegen geht oft eine jahre- oder jahrzehntelange Destabilisierungsarbeit voraus. Der Leser soll verstehen, wie das funktioniert und wie teuer und wertvoll langanhaltende und insbesondere frühe Hetze für den Imperialismus ist.
»Was ist Imperialismus?« (Wiederherstellung in zwei Wochen)

 

Kurz

Der Regime Change ist eine jüngere us-amerikanische Strategie durch massenhaften entweder billigen oder teuren Regime-Wechsel in vielen Ländern mißliebige Regierungen zu entfernen um so das angeschlagene Imperium zu heilen.

 

Wer macht Regime Changes?

Die Absetzung oder Beseitigung fremder Regierungen wird im postkolonialen Zeitalter nur noch durch das us-geführte NATO-Imperium durchgeführt. Dabei helfen westliche Vasallenstaaten, sowie einige erpreßte kleinere Staaten mit. Konservative aus den NATO-Ländern sind bei den durch Geheimdienste koordinierten und meist nach Drehbuch verlaufenden Ereignissen mit dem Herzen dabei. Besonders häufig gesehen sind. Repräsentanten internationaler Organisationen,die gleichzeitig Politagenten sind (Luis Moreno Ocampo, Anders Fogh Rassmussen, Ban Ki Moon, usw.). US-Konservative, wie John McCain besuchen gern auch die allerschlimmsten Extremisten (Al Qaida (Libyen, Syrien), Tjagnibok (Ukraine)). US-Experte für Regime-Changes ist Jeffrey Feltman.
Diese und andere Politagenten haben internationale Organisationen tief infiltriert

 

Wie funktioniert ein „Regime Change“?

Zunächst wird jahrzehntelang gehetzt. Man sucht sich entweder sogenannte Dissidenten oder produziert welche. Wenn es keine gibt, muß man mit Geld Politsöldner kaufen, die für viel Geld Demonstrationen und Proteste durch führen. Sie sollen die Keimzelle für die Destabilisierung der Regierung sein. Beispiele hierfür gibt es überall,weil es sich dabei um das generelle Vorgehen des Imperialismus bei der Destabilisierung von Regierungen handelt. Die Bewegung greift reale und ausgedachte Themen auf und versucht die Basis zu verbreitern. Die imperialistische Presse hilft, die Bewegung als reale Kraft und deren „unmenschliche Unterdrückung“ durch die lokalen Behörden darzustellen. Die Unmenschlichkeit des Regimes wird mit in aller Regel gestellten Bildern „bewiesen“. Man wirft der Regierung dann nach und nach irgendwelche weiteren Verbrechen, wie zum Beispiel Wahlfälschung vor, ohne daß es dafür einen Hinweis, oder gar einen Grund gäbe. Gleichzeitig provoziert an mit Aktionen unangemessene Reaktionen. Der imperialistische Westen setzt dabei voll auf Propaganda. Wenn die Bewegung wirklich erstarkt, setzt er sich mit (Polit-)Söldnern oder bei Ereignissen mit Provokateuren an die Spitze der „Bewegung“, um sie zu lenken. Man versucht die Regierung zu provozieren um die Reaktion der Regierung auszubeuten. (Kuba, Weißrußland, Rußland, DDR, Georgien, Jugoslawien, …) Die Wahrheit spielt bei alledem überhaupt keine Rolle. Schließlich greift man irgend etwas an. Auf dem Niveau der Provokation können versuchte Hauserstürmungen, wie von den Politsöldnern1 der NATO in Weißrußland unlängst vorgeführt, oder schlimmeres Vorkommen. Ist man schon etwas weiter, schleust man Provokateure ein (DDR, Weißrußland), die schlimme Verbrechen begehen, welche man dann entweder der Regierung in die Schuhe schiebt, oder die schlimme Reaktionen provozieren sollen, die sich dann als Unrechtsstaaten ausbeuten lassen. Schätzt man das System als schwach genug ein, werden Leute umgebracht, um Feuergefechte zu erzeugen, die dann von der imperialistischen Presse als Massaker verkauft werden. (BRJ2, Libyen) Am Ende steht eine Intervention oder ein durch ausländische Mächte initiierter oder unterstützter Putsch (Chile, Honduras, Paraguay, …).
Wenn auch Putsch nicht klappt, wird auch Bürgerkrieg oder direkt Krieg gemacht. Bei letzterem ist natürlich das Völkerrecht im Wege, weshalb dafür international — sehr teuer — gehetzt werden muß.
Dazu werden folgende Mittel verwendet:

 

Hetze und Stimmungmache für den Krieg

Vor dem Fall Karthagos wurde verbreitet, daß die Karthager Kinder fressen würden. Vor der Bombardierung Jugoslawiens behauptete Kriegsminister Rudolf Scharping im Fernsehen, daß die Serben mit Köpfen Fußball spielen würden. Erst kommt jahrelange Hetze, dann Stimmungmache und schließlich wird ein kriegsauslösender Anlaß benötigt, der natürlich eine Gräueltat sein muß. Daher gibt es in der Regel mindestens eine finale Kriegslüge.
Nach jahrelanger Hetze auf das Land, versucht man mit bezahlten politischen Aktionen Stimmung zu machen. Dabei wird insbesondere versucht, durch Inszenierungen auch auf das betroffene Land selbst einzuwirken. Besonders fatal ist, daß man zur Destabilisierung auch Ressentiments verschiedenster Art schürt. Dabei sind ehnische, religiöse, nationalistische oder politische Vorbehalte als Mittel der Wahl gerade recht. Über die Reaktion der legalen Regierung werden dann einfach die unverschämtesten Lügen verbreitet.
 
Die Rolle der deutschen Parteinahen Stiftungen
Die deutschen Parteinahen Stiftungen sind eine Besonderheit im System des US-Imperialismus. Das liegt daran, daß es den deutschen Parteien gestattet ist unter gewissen Voraussetzungen riesige Geldbeträge aus der Steuerkasse zu bekommen, um diese nach Gutdünkenzu verwenden. Die etablierten Parteien (Bündnis90/die Grünen, SPD, CDU, FDP, CSU) Unterstützen mithilfe dieser zweistelligen Milionenbeträge weltweit Konservative und rechte Opposition,soganannte Dissidenten, rechtsgerichtete Propaganda, Politagenten und Militärputsche. Beispielsweise wurden die Putsche in Honduras, Paraguay und in der Ukraine von deutschen Parteinahen Stiftungen unterstützt. Gerade die extrem rechts agierende Conrad-Adenauer-Stiftung ist daher in Rußland nun praktisch3 verboten.
 

Mord und Sabotage

Oft genießt die Führung eines Landes, das man erobern will, das Vertrauen des Volkes. Eine intelligente und konsequente Führung, die nicht bestochen werden kann, bildet ein Problem für die Imperialisten. Wenn möglich, entfernt man die (beliebte) Führung eines Landes durch einen Anschlag. Oder versucht dies‘ zumindest (Patrice Lumumba, Fidel Castro, Muammar al Gaddafi, Hugo Chavez, (Yassir Arafat?) …) Ist Mord nicht möglich, wird zum Mittel der Sabotage oder des Wirtschaftsboykottes gegriffen.

 

Regime Change nur durch Propaganda und Stimmungmache

Das gibt es natürlich nicht – gemeint ist hier: ohne Krieg. Man macht Propaganda und unterstützt politisch genehme Organisationen im Zielland. Ein Beispiel ist Myanmar. Die Dissidentin San Suu Kyi. Ist eigentlich eine unpolitische Person. Durch Kontakte,die von außen an sie herangetragen wurden, wurde sie jedoch verdächtig und wurde unter Hausarest gestellt. Da sie unpolitisch ist, wird sie keinen Widerstand gegen die Ausbeutung ihres Landes und keinen Widerstand gegen die Wünsche von IWF und Weltbank leisten.

 

Verrat

Statthalter
Um das Land nicht (nur) mit eigenen Agenten zu destabilisieren, sondern auch sichtbares Führungspersonal einzusetzen, braucht der Imperialismus Verräter aus den betroffenen Ländern. Diese Verräter lassen sich meist kaufen (aber nicht immer), viele von ihnen haben schon im Westen gelebt und studiert oder besitzen einen westlichen Paß.
Man kann hier klar sagen, daß wenn keine Verräter da sind, die NATO Bodentruppen einsetzen muß. Das bedeutet Krieg. Krieg ist teuer und muß in der Öffentlichkeit begründet werden.
In Friedenszeiten einen Statthalter und eine kleine Verräterschicht zu bezahlen, ist vergleichsweise billig.

Contras
Will man Krieg, muß man machthungrige Konkurrenten oder unterdrückte oder nichtunterdrückte ethnische oder religiöse Minderheiten finden, die sich zum Kampf aufstacheln lasen. Einfach ist es oft bei Nationalisten und religiösen Fundamentalisten, weshalb man zum Regime-Change gern Sezessionisten oder Islamisten einsetzt. Rechtsextreme jeder Couleur eigenen sich aufgrund ihrer Menschenverachtung besonders gut (Jugoslawien, Ukraine)(ergänzt 29.03.2014). Oft werden einfach Mafia (Kosovo-Krieg) oder Terror-Organisationen (Nicaragua, Libyen, Syrien) eingesetzt.
 

Krieg, Boykott, Zerstörung und Umsturz — Wie ist das mit den Anhängern?

Boykotte
haben praktisch keinerlei Wirkung, wenn sie nicht geheimgehalten werden. Die Beispiele Irak und Libyen zeigen, daß Boykotte vor allem das Ziel haben, den Gegner für den Krieg zu schwächen. Das Beispiel Kuba zeigt zusätzlich, daß die propagandistische Wirkung eines Boykotts – insbesondere eines illegalen – desaströs ist.

Bei einem inneren Feldzug
reicht es in der Regel nicht, irgendwelche kampfbereiten Extremisten zu unterstützen, da sie meistens zu wenige sind, wie man am Beispiel Libyen sehen kann. In Libyen sind außer einheimischen Monarchisten und den wenigen westlich gesinnten Imperialisten, im wesentlichen jugendliche Draufgänger und Islamisten unter den Verrätern. Diese sind aber zusammen viel zu wenige. Deshalb werden neben verdeckt arbeitenden Agenten katarische und jordanische Truppen, kolumbianische Söldner und französische und britische Spezialeinheiten angeleitet von westlichen Militärberatern eingesetzt. Da diese Mischung immer noch nicht ausreicht, werden von mehreren NATO Staaten Bombeneinsätze gegen das gesamte Land geflogen.
In Syrien sind sich alle Streitparteien Anfang Oktober 2012 einig geworden, keine westlichen Truppen ins Land zu lassen. Im September ließ die NATO von Exilsyrern einen „nationalen Rat“ gründen. Dies erinnert an den (terroristischen) Nationalen Übergangsrat in Libyen.

Findet man nicht genug Verräter,
wie in Kuba oder Weißrußland, bleibt die westliche Destabilisierung stecken und man verlegt sich auf illegale „Sanktionen gegen das Regime“ die natürlich in Wirklichkeit gegen das widerspenstige Volk gerichtet sind. Ist eine freiwillige Übergabe, wie sie – einmalig in der Geschichte – zur Schande der Deutschen durch die feigen DDR-Bürger vorgeführt wurde, nicht erfolgreich, wird das Land entweder mit Sanktionen und erzwungenen Boykotten geschwächt (Kuba, Nordkorea, Irak, …) oder bombardiert (Libanon, Irak, Jugoslawien, Libyen) und zerstört. Wenn der Angriff zurückgeschlagen wird (Vietnam, Kuba, Afghanistan, …(, Irak?)) bleiben häufig Zerstörungen ungeheuren Ausmaßes, Verseuchungen und viele Opfer, sowie in die Zukunft reichende Verheerungen (Mißbildungen durch Terratogenität) und eine zerstörte Wirtschaft zurück. Reparationen sind erst zu erwarten, wenn der US-Imperialismus besiegt ist.

Ist die Invasion erfolgreich,
wird das Land okkupiert und die Rohstoffe nach Möglichkeit aufgeteilt. Ein faschistisches (z. B. in Kolumbien, Libyen, sowie schon wieder vergangen in Chile, Paraguay, Argentinien) oder faschistoides (Honduras, Elfenbeinküste) Regime wird installiert. Dabei sind Nationalismus, Ethnizismus und religiöse Spaltung bevorzugte Werkzeuge.
Kleine Genozide, wenn sie dem Sturz der bisherigen Regierung dienen, werden in Kauf genommen. Die Zerstörung des Landes hängt von der Dauer und der Intensität des Krieges ab. Die USA haben noch nie Reparationen gezahlt.

Der mittlere Fall – halber Erfolg
tritt ein, wenn die Zahl der Verräter entweder gerade so groß ist, daß die Regierung gestürzt werden kann, die Verhältnisse sich jedoch nicht ändern, oder der Umsturz nur in bestimmten Regionen (Syrien, Libyen ohne NATO-Eingreifen, Ukraine) erfolgen kann.

 

Die Anfangslügen

Jugoslawienkriege: Ethnische Konflikte wären explodiert – Wahrheit ist, daß diese ethnischen Konflikte von der NATO getriggert wurden und üble Nationalisten durch widerrechtliche Einmischung in die Inneren Angelegenheiten der Sozialistischen Republik vom Westen (USA, BRD) gefördert, ausgebildet und bewaffnet wurden. „Ethnische“ Massaker wurden billigend in Kauf genommen, da sie der Vertiefung der Spaltung dienten. Erst die verbrecherische Anerkennung Kroatiens durch H.-D. Genscher im Auftrage der Kohl-Regierung löste die Jugoslawienkriege wirklich aus.

Kosovo-Krieg: Massaker – widerlegt! Was man heute gern zitiert, ist das Massaker von Srebrenica. Dieses fand allerdings erstens anders als dargestellt und zweitens viele Jahre vorher in den Jugoslawienkriegen statt, hilft aber dafür, Partei gegen die „bösen“ Serben zu ergreifen (Völkische Sichtweise und Volksverhetzung).

Irak-Krieg I (zweiter Golfkrieg): Brutkastenlüge – klar widerlegt

Irak-Krieg II (dritter Golfkrieg): Massenvernichtungswaffenlüge und 9/11-Beteiligungslüge – beides widerlegt

Afghanistan-Krieg: Taliban beschützen die Täter des 11. September – Wahrheit ist, die Talibanregierung forderte Beweise, welche die US-Regierung, die nur auf das Medienecho in der westlichen Welt achtet und Äußerungen mißachteter Regierungen nicht überträgt, nicht zu erbringen gedachte, da sie angreifen wollte.

Elfenbeinküste: Gbagbo hätte Wahlen gefälscht – Der Fälscher heißt Ouattara und wurde mithilfe von französischen Spezialeinheiten ins Amt geputscht. Der legtime Amtsinhaber Gbagbo wurde von UNO-Truppen wie Patrice Lumumba (Kongo) an seine imperialistischen Feinde ausgeliefert.

Libyen-Krieg: Gaddafi hätte auf „unbewaffnete Demonstranten“ geschossen. – Die Lüge ist eingebaut (der Gedanke ist konserviert) Was sind „unbewaffnete Demonstranten“? Ich war auf -zig Demonstrationen in Deutschland und habe über -zig ausländische Demonstrationen gelesen und sie im Fernsehen gesehen. Von „unbewaffneten Demonstranten“ ist nur in westlicher Konflikt- oder Kriegspropaganda die Rede4. Tatsache ist, daß die „Demonstranten“ nicht nur vom ersten Tag an bewaffnet waren, sondern vor allem dadurch aufgefallen sind, daß sie die Sicherheitskräfte beschossen. Diese eröffneten in Notwehr das Feuer.
Später wurden Massaker, die von Aufständischen begangen wurden, ständig den Loyalistentruppen in die Schuhe geschoben.

Syrien-Krieg (hat noch nicht begonnen): „Regierung schießt (plötzlich) auf „unbewaffnete Demonstranten““ – Ausländische Spezialeinheiten greifen auf die gleiche Weise Sicherheitskräfte an, um Unruhen zu entfachen, Stimmung zu machen und das den Vielvölkerstaat zu destabilisieren.

  • Lüge über das abgeschossene Militärflugzeug (Provokation verschwiegen)
  • ständige Lügen über Massaker, (Siehe Libyen)
  • Lügen über Grantenbeschuß der Türkei,
  • Lügen über den Einsatz von Chemiewaffen durch Regierungstruppen,
  • Lügen über die Anschläge von Reyhanli,
  • Hetze auf Hisbollah,
  • Erneute Lügen über Chemiewaffeneinsätze

Jedes Mal forderte der US-Senator und Ex-Präsidentschaftskandidat John McCain endlich anzugreifen. Dasselbe tut er bei jeder Meldung über den Iran.

Iran-Krieg (hat noch nicht begonnen): Der “böse” Iran will sich Kernwaffen verschaffen – diese Behauptung ist durch nichts bewiesen. Schutzmaßnahmen des Iran gegen die Spionage des gefährlichsten Aggressors der USA, werden als Vertuschung ausgelegt. Tatsächlich sind die Iraner keine Selbstmörder, sondern wollen ihr Land nach ihren Vorstellungen entwickeln.

 

Verhetzung gegen Völkerrecht

Die Rolle der frühen Hetze wurde erwähnt. Mit ihr schafft man eine Situation, in der selbst entschiedene Gegner des Krieges sich seiner Kritik enthalten. Dabei könnte auch ein noch so bösartiger Diktator kein Grund sein, das Völkerrecht zu brechen und hunderttausende von Leuten umzubringen. Trotzdem wirkt die Hetze.
Halten wir fest: Offiziell gibt es (wenn überhaupt) eine Völkerrechtliche Begründung, die auf einer Kriegslüge basiert. In der Öffentlichkeit jedoch wirkt nicht die offizielle Begründung, sondern die Hetze gegen den Diktator. Diese argumentative Zweispaltung bewirkt, daß man, wenn man die offizielle Version in der öffentlichen Diskussion angreift, mit Ressentiments der Allgemeinheit konfrontiert ist, die unbewußt auf jahrelanger Verhetzung beruhen und frei von jeglichen Fakten sind. Der verhetzte Bürger hat das diffuse Gefühl, daß seine Ansicht richtig ist – auch, wenn er sie nicht begründen kann. (Milosevic wird als schlimmer Nationalist dargestellt, obgleich er das gerade nicht ist.) Die Argumentation mit dem Völkerrecht bewertet der verhetzte Bürger als nicht wesentlich, was letztlich dem Völkerrecht schadet. Die Widerlegung der Hetze glaubt er lange nicht, da er keine Fakten zum Vergleich hat, und im Vergleich von Fakten eben gerade nicht geübt ist.

 

Ziele der Regimewechsel

Billig und teuer

Der Regimewechsel selbst ist meist ökonomisch angelegt und soll einen teuren Krieg verhindern. Reicht das nicht wird auch Krieg geführt. Eine billige Variante ist der Krieg niedriger Intensität, die das Land viele Jahre destabilisiert und demoralisiert. Marodeure verhindern eine Entwicklung.
 

Was sind die Ziele?

Es kann direkt um wertvolle Rohstoffe z. B. Energieträger (Öl, Gas, Uran, …) oder Seltene Erden, Diamanten und Metalle gehen, um Marktzugänge oder um eine strategische Position. Eine strategische Position ist z. B. der Suezkanal,der Panama-Kanal, kontinentale Zusammenhänge (Israel +Saudi-Arabien), Meerengen (Hormus), oder eine fehlendes schwaches Land bei einer Umzingelung.
Um den Iran anzugreifen, muß man ihn isolieren. Dazu werden evtl. neutrale, aber schwache Nachbarn unterworfen und potentielle Verbündete, wie Syrien vernichtet. Der Iran ist von allen Seiten umzingelt, da alle Nachbarn bis auf Turkmenistan, den USA unterworfen sind. Turkmenistan läßt sich jedoch kaufen, wie man am Afghanistankrieg sieht.

 

Wie geht es weiter? – Welche Voraussagen sind möglich?

Wenn wir die Liste der Länder, von der Wesley Clark gesprochen hat, um einige andere bereits erfolgte Kriege und „Regime Changes“ und um die us-amerikanische Liste der sogenannten Schurkenstaaten erweitern, weitere us-amerikanische Wunschziele hinzufügen und dabei berücksichtigen, daß für die ganz dicken Brocken immer zuerst genug Öl erobert werden muß, kommen wir auf folgende unvollständige Kriegsliste für die Zeit nach dem Sieg über das sozialistische System:

Jugoslawien, Irak, Afghanistan, Elfenbeinküste, Libyen, Sudan, Syrien, Mali, Nigeria, Somalia, Libanon, Jemen, Oman, Weißrußland, Iran, Venezuela, Kuba, Nordkorea, Ägypten, …, Lateinamerika, …, Indien, China, Rußland.

Die Reihenfolge kann sich dabei natürlich noch ändern. Im herbst 2011 war zu erfahren, daß in Rumänien NATO-Raketen als Schutzschirm stationiert werden. Heute kann jedes Kind wissen, daß diese Raketen nicht installiert werden, um iranische Raketen abzuwehren, sondern um langfristig die gesamte Kaspi-Region (also auch den Nordteil der Kaspi-Region) zu erobern.
Tatsächlich hetzt man bereits seit Jahren gegen Putin. Den wenn man Kasachstan erobern will, läßt Rußland das nicht zu.

Um das zu erreichen, hetzen die USA entweder um Akzeptanz für einen eigenen Angriff zu schaffen, oder sie destabilisieren durch Förderung ethnischer oder religiöser Konflikte

Die überfallenen Länder werden meist in ethnische und religiöse Konflikte gestürzt, da diese billig und nachhaltig sind und die Widerstandskräfte durch Spaltung gelähmt werden. Anschließend kann das Land zerstört werden.
In Lateinamerika wird das nicht so einfach. Die ALBA- und UNASUR-Staaten werden einen Überfall auf Venezuela nicht einfach so hinnehmen. Daher müssen die USA bevor sie Venezuela angreifen können, erst den Iran besiegen. Hierfür wird seit Jahrzehnten durch Hetze Akzeptanz geschaffen. Ist der Iran und Venezuela besiegt und zusätzlich alles afrikanische Öl in der Hand der NATO, kann Lateinamerika zurückerobert werden, woraufhin man Indien einschüchtern und sich mit Schwergewichten wie China oder Rußland anlegen kann. Wahrscheinlich wird man zuerst die Nordkaspiregion – Teile Rußlands, Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan erobern. Nordkorea ist wichtig als Aufmarschregion gegen China da man sonst nicht an China herankommt. Es wird daher langfristig auf Nordkorea gehetzt.

Die (verdeckt) als Menschenrechts-, Demokratie-, (oder eher offen als) Rache-feldzüge oder (infam) als humanitäre Interventionen getarnten Invasionen asiatischer und afrikanischer Länder können eigentlich heute bereits als ein verdeckter Weltkrieg niedriger Intensität bezeichnet werden.

 

Falsche Berichterstattung

Europäische und nordamerikanische Medien, Nachrichtenagenturen und Geheimdienste lassen diesen verdeckten Weltkrieg als voneinander unabhängige und unwichtige Ereignisse erscheinen, die zufällig und nur aufgrund der Bosheit ausländischer Diktatoren auftreten. Die teils völlig falsche Berichterstattung in nordamerikanischen und europäischen Medien ermöglicht Kriegsverbrechen (Vietnam, Irak), Massaker an der Bevölkerung (Libyen, Nikaragua), Kriegsmassaker (Irak) und sogar kleine Genozide Libyen) und ethnische Vertreibungen (Kosovo). Diese werden von den – in der Regel terroristischen – NATO-Verbündeten begangen und von den Mainstreammedien verschwiegen.
 

Hetze auch in Europa

Außer den Kriegslügen ist das wichtigste Werkzeug des Imperialismus die rechtzeitige und jahrzehntelange Hetze auf die zu vernichtenden Lieblingsgegner. Dabei bedient man sich schamlos einer exzessiven und immer totaleren Medienmanipulation.
So wurde beispielsweise eine Geburtstagsgratulation der deutschen Linkspartei an den berühmten kubanischen Präsidenten Fidel Castro, von der CDU und den imperialistischen Medien zum (diffusen) Thema der Hetze gemacht. Dabei bedient man sich des Instrumentes der diffusen Hetze, welche keine Vorwürfe mehr kennt, sondern nur noch mit Schlagworten und implizit angenommenen Denkverboten operiert.
Gleiches war bei Slobodan Milosevic für den Überfall auf Jugoslawien und bei Muammar al Gaddafi für den Überfall auf Libyen sehr erfolgreich. Der denkentwöhnte Bundesbürger braucht auch keine Fakten. Ihm genügt das Wort „Diktator“ ohne Beweis. Die Ursache dafür liegt in einer jahrzehntelangen diffusen Hetze.
 

Derzeitige imperialistische Kriegs- und Putschziele festgemacht an der derzeitigen Hetze

Kurzaufzählung erkennbarer Kriegsziele:
Iran, Syrien, Mali, Somalia, Nigeria, Jemen, Weißrußland, Pakistan, Algerien, Iran
Schwächer:
Kuba, Venezuela

Gegen den Iran wird seit langem gehetzt, eben weil sich ein Krieg gegen den Iran nicht vernünftig begründen läßt. Es wird einfach behauptet, daß das Land, das Kernenergie zur Entwicklung nutzen will, eine Kernspaltungsbombe bauen wollte. Reale Antisemitismen des amtierenden Präsidenten sind für die Aggressoren ein gefundenes Fressen und verhindern Sympathien bei kritischen Geistern. Dabei ist ein antisemitischer Staatspräsident kein legaler Kriegsgrund.
Syrien wird als Diktatur dargestellt, was sicherlich nicht ganz falsch ist. Allerdings ist Syrien derzeit das letzte formaldemokratische Land auch ohne Rebellion und allerdings kann man dann fragen, warum man nicht gegen Saudi-Arabien, Katar, Oman, Bahrein VAE hetzt. Die westliche Destabilisierung teils mit bewaffneten Einheiten – also mit Politsöldnern und Söldnern, läuft auf vollen Touren. Die Hetze bereitet eine Invasion vor.
Die Bild-“Zeitung“ berichtet dieser Tage Gräuelmärchen5 aus Syrien. Das bedeutet, daß eine militärische Invasion bevorsteht.
Pläne Syrien zu überfallen können seit 1957 nachgewiesen werden, wie in diesem The-Guardien-Artikel (Macmillan backed Syria assassination plot) gezeigt wird. Hier wird explizit über Sabotage, Aufstände und Morde an Schlüsselpersönlichkeit als Schwächung zur Vorbereitung des Angriffes gesprochen. Genau das passierte 2011/2012 in Syrien.
Im Herbst 2011 wird in Katar an einem künstlichen Damaskus gebaut, um während des Syrienkrieges dort Filmaufnahmen vom Sieg über Damaskus zu fälschen, wie man das mit dem künstlichen Grünen Platz (ebenfalls in Katar) während des Libyenkrieges getan hat. Ein Krieg gegen Syrien ist also nicht nur aufgrund verstärkter Hetze sicher. Man muß wohl in den nächsten beiden Monaten damit rechnen, wenn Rußland und China nicht ihr Veto einlegen.
Mali ist hinzugekommen, weil die auf mehrere Staaten aufgeteilten Tuareg nach der Eroberung Libyens durch die NATO versuchen, sich ihren eigenen Einflußbereich zu sichern. Der NATO paßt diese Unabhängigkeit Malis gleich neben Niger nicht.
Für einen Krieg in Somalia wurde in deutschen Medien 2012 regelmäßig gehetzt. In Somalia soll an allem Übel die Al Schabaab Schuld sein. Zwar machen diese Milizen keinen allzu sympatischen Eindruck, es gibt jedoch Hinweise darauf, daß Lebensmittel von Europa aus zurückgehalten wurden und die Hetze völlig unsachlich ist.
Die Ereignisse in Jemen werden ebenfalls undurchsichtig dargestellt. Praktisch alle beteiligten Parteien erscheinen in Europa gesichtslos. Es gibt keinerlei Hintergrundinformation, man “weiß” aber hundertprozentig, daß Staatspräsident Saleh böse ist. Wie immer ist die Wahrheit komplizierter.
Nigeria ist ein afrikanisches Ölland. Dort gibt es Widerstand gegen den Westen. Der Widerstand ist stark islamisiert, was dem Westen bei seinen Plänen entgegenkommt. Der Widerstand in den durch Öl verschmutzten Regionen ist auf der Terrorliste der NATO.
Gegen Weißrußland wird in den letzten Monaten6 ebenfalls verstärkt gehetzt. In Weißrußland ist Aljaxandr Lukaschenko legitimer demokratisch gewählter Präsident. Seine Wahl entspricht einer Abkehr der Bevölkerung vom räuberischen Westen. Der von Westen präferierte und gefeierte Gegner Milinkewitsch hat nicht einmal ein Zehntel so viele Stimmen. Er lag bei sechs Prozent. Der Westen versucht Lukaschenko völlig unbegründet als illegitimen und undemokratischen Diktator hinzustellen. Der legitime Präsident Lukaschenko wird grundlos auf internationalen Veranstaltungen diskriminiert, Vor allem diskriminierende Einreisebeschränkungen, aber auch Kontosperrungen ohne jede Begründung werden verhängt.
Alle wissen oder können wissen – wenn sie wollen: Wenn Milinkewitsch an die Macht kommt, beginnt der Ausverkauf und die Unterwerfung des Landes.
In Pakistan herrscht bereits ein unerklärter und terroristischer Drohnenkrieg. Über tausend Personen sterben mittlerweile jedes Jahr an us-amerikanischen Drohnen. Dieser Krieg könnte sich ausweiten. Deshalb wird vorsorglich gegen Pakistan gehetzt. Der Islamismus, welcher vor allem durch den westlichen Terror auflebt, reicht bis ins Militär und bis in den Geheimdienst. Er wird als Grund für militärisches Engagement angegeben.
So wie der Krieg von Afghanistan auf Pakistan übergriff, so greift er auch von Libyen auf Algerien über.
Iran-Krieg (→ »Der lange Weg zum Iran-Krieg«) Auch hier spitzt sich alles zu. Da sich anhand der Libyenpropaganda erweist, daß sich große Teile Europas erfolgreich belügen lassen, setzt man nun voll auf Hetze. Neben der Hetze auf Syrien und Weißrußland ist nun der Iran ins Kreuzfeuer der Denunziation und Verleumdung geraten. Heute wurde verbreitet, die iranische Regierung hätte ein Mordkomplott gegen den saudi-arabischen Botschafter in Washington geschmiedet7. Doch – oh Wunder – die USA mußten bereits zugeben, daß der angeblich angeheuerte Mörder ein CIA-Agent war.
Der Iran-Krieg wird besonders schwierig. Der Iran ist relativ reich und als Schwellenland relativ hoch entwickelt. Zudem ist die Gegend sehr bergig und die Bevölkerung stark gegen den imperialistischen Westen eingestellt – also im Falle einer fremden Aggression hoch motiviert. Wahrscheinlich will man der Berge wegen, sogar Kernwaffen einsetzen. Der Iran ist außerdem in der arabischen Welt sehr anerkannt (so wie Libyen in Afrika) und ein Friedensfaktor in der Region. Aus diesen Gründen wird der Iran-Krieg seit Jahrzehnten vorbereitet.
Nordkorea wird seit Jahren übel provoziert,a ständige Militärmanöver im Pazifik und im Japanischen Meer stattfinden. Ständige Grenzverletzungen sollen die genervten Nordkoreaner zu ausbeutbaren Fehlern verleiten. Eine Eroberung Norkoreas würde ein direkt zu China benachbartes Gebiet in die Hände der US-Amerikaner spielen. Das ergäbe extrem ungleiche Vorwarnzeiten zwischen beiden Ländern.
 
Kuba und Venezuela sind nicht so akut kriegsgefährdet. Bei diesen Ländern greift die feindliche Propaganda nur bei uninformierten Nordamerikanern und Europäern. Daher bleibt nur das Mittel des Boykotts und der Sabotage. Trotzdem hetzt man fleißig weiter. Das Fernziel diese Länder zu besiegen, werden die Imperialisten nicht aufgeben. Die bloße Existenz einer erfolgreichen Revolution stellt das imperialistischen Weltsystem, seine Abhängigkeiten und das Privateigentum an Produktionsmitteln infrage.
Kuba und Venezuela werden (wenn vorher kein weiterer Putsch in Amerika möglich ist) sicherlich die ersten lateinamerikanischen Länder sein, die der US-Imperialismus angreifen wird. Vorher wird er sich jedoch um die Ölquellen Afrikas und Asiens kümmern.

 

Ausblick

Von außen erzwungene Regimewechsel sind ein probates Mittel des US-Imperialismus seine Ziel durchzusetzen. Trotz des Verlustes der lateinamierikanischen Einflußsphäre führt der US-Imperaialismus mit der NATO und der ihr assoziiierten Staaten immer noch eine Menge Kriege durch. Diese Kriege sind nicht mehr so erfolgreich oder müssen mit äußerster Brutalität und Zerstörungswut geführt werden. All das schwächt das US-Imperium. Trotzdem wird seit 2011 Nordafrika angegriffen Regimewechsel und Staatsumbildungen in Libyen, Mali, Elfenbeinküste und Südsudan wurden vorgenommen. Die Aktivitäten um den Iran sind mit der relativen Zerstörung Syriens zu einem kriegsvorbereitenden Abschluß gekommen. Weil die NATO-Staaten nun aber extrem verschuldet sind, benötigt man smartere Varianten der Regimewechsel der Einsatz von Islamisten ist billig birg jedoch Probleme, da viele Islamisten sich als unzuverlässige Partner des Westens erwiesen haben. So kommt es, daß die NATO-Staaten mitten im Syrienkrieg beschlossen, die von Al-Qaida mitgegründete „Freie Syrische Armee“ nicht mehr voll zu unterstützen. — Eine Lehre vom Verlust des US-Botschafters in Benghasi. Tatsächlich erweisen sich Monarchisten und korrupte Präsidenten als zuverlässiger als Islamisten. Erstere jedoch sind die weniger glaubwürdigen Extremisten, da man im Norden immerhin verbreitet, daß man Demokratie exportieren würde. So steht man vor dem Dilemma entweder ethnisch-nationalistische Spaltungen zu fördern, oder die erkämpfte Macht wieder zu verlieren. Libyen würde man auch in drei Teile teilen. Der Ostteil reicht der NATO. Will man jedoch Syrien ethnisch aufteilen, dann kann das der Türkei nicht gefallen.
Die NATO hat in den letzten sieben Jahre bedeutende Flächengewinne außerhalb ihres Territoriums erzielt.
Tatsächlich aber verliert die NATO Macht dort, wo sie bisher stark war, in Pakistan, in Tunesien, in Südeuropa, in der Weltwirtschaft. Die NATO ist extrem verschuldet, konnte jedoch keine eindeutigen Siege verbuchen. Alle eroberten Gebiete sind höchst instabil. Diese Instabilität ist erst geschaffen worden. Alle direkt überfallen Länder waren stabil.

Die NATO ist die größte Gefahr für den Weltfrieden!

Diese Kriegsgefahr kann nur aus dem Inneren der NATO gebannt werden. Konservative Amerikaner sprechen übrigens vom vierten Weltkrieg (der kalte war der dritte).
[Evariste]

Geändert am 29.03.2014
 

1 In Kuba z. B.: Frauen in Weiß oder Yoanni Sanchez, Alexander Milinkewitsch in Weißrußland, Wladimir Klitschko in der Ukraine
2 Račak-Massaker-Lüge
3 Sie ist nicht direkt verboten, sondern muß aufgrund eines neuen Gesetzes seine politisch agierenden Agenten anmelden. Da das gegen die Konspiration ist, wird die halbgeheime Agententätigkeit, die Politagenten eigen ist, sehr erschwert.
4 Solche oder ähnliche Vokabeln tauchen nur im Zusammenhang mit Weißrußland auf, wo westlich gesinnte Provokateure, die eine winzige sektiererische Minderheit im Lande darstellen, versuchten das Parlamentsgebäude zu stürmen oder die Sicherheitskräfte mit blöden und unsachlichen Aktionen zu provozieren um verwertbares Bildmaterial für westliche Medien zu produzieren.
6 Oktober 2011
7 Der Spiegel meldet: „”Elemente” hätten den saudi-arabischen Botschafter in Washington ermorden wollen. Iran dementiert – dennoch drohen weitreichende Folgen. …“

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