Wie kann man Gentherapie erlauben?

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In »Warum Gentherapie verboten gehört« (unfertig) wurde erläutert, daß Gentherapie im Kapitalismus unmöglich erlaubt werden darf. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß die transnationalen Gentech- und Biotechkonzerne sich durchsetzen und es trotzdem erlaubt wird. Für diesen Fall ist es notwendig einige Regeln aufzustellen, die die gröbsten Probleme, die in den Faschismus oder den Untergang der Menschheit führen, vermeiden.
Wenn Gentechnik erlaubt wird, so wird in »Warum Gentherapie verboten gehört« (unfertig) erläutert, ist die Front, an der für den Humanismus gestritten wird sofort sehr ausgefranst. Trotzdem muß damit gerechnet werden, daß verbessernde Gentherapien und Telomerverlängerungen in einigen Ländern praktiziert werden.

Für den Fall, daß alle Stricke reißen, werden hier Regeln aufgestellt, die einen formal gerechten Umgang erlauben sollen.
 

Wenn die Telomerverlängerung sich im Kapitalismus durchsetzt …

Heute bereits ist ein Überbevölkerungsproblem absehbar. Das heißt: Verbot von Telomerverlängerungen solange es geht!
Das Prinzip Telomerverlängerung – erst, wenn es der gesamten Weltbevölkerung zur Verfügung steht, anzuwenden, muß zwingend mit einer Reduktion der Geburtenrate einhergehen. Dazu muß man sich international auf eine Maximalbevölkerung, auf Bevölkerungsdichten und Bevölkerungsschlüssel einigen. Maximale Bevölkerungsdichten hängen von der Verfügbarkeit von Wasser, fruchtbarem Boden und anderen Bedingungen ab. Solidarität mit Regionen mit Naturschutzgebieten und Rohstoffarmut ist hier gefragt. Es versteht sich von selbst, daß das im Kapitalismus nicht zu leisten ist. Auf einfache Weise läßt sich die Bevölkerungszunahme durch Bildung und Gleichberechtigung der Frau – das bedeutet umfassende Teilhabe des weiblichen Geschlechts bremsen. Des weiteren muß jedoch, wenn es soweit ist, in vielen Gebieten die Zahl der Menschen wieder verringert werden. Das geht nur mit einer Geburtenrate unter 2 pro Frau. Ein sehr wirksames Mittel ist die Verschiebung von Geburten ins Alter.
Wenn Menschen um ein Drittel älter werden, können sie Kinder auch mit über dreißig statt mit über zwanzig bekommen. Dadurch wird die Generationenfolge in die Länge gezogen. Die Erziehungszeit und die Ausbildungszeit verlängert sich. – Es entsteht mehr Zivilisation.

Wenn Telomerverlängerungen legalisiert oder auch nur in einigen Ländern durchgesetzt werden, werden die Reichen der Welt zunächst ihren Kindern diese Telomerverlängerungen zukommen lassen. Da genetische Verbesserungen nur den Reichen zur Verfügung stehen, die ihren Reichtum ohnehin mit Sozialchauvinismus rechtfertigen, wird eine Kultur entstehen, die zwingend Faschismus induziert.

 

Verbot der Verwendung embryonaler Stammzellen

Das Verbot embryonaler Stammzellen ist wichtig, um menschliche Zellverbände nicht als Material zu betrachten und menschliche Organismen klar als Menschen von der Tierwelt abzugrenzen. Bereits das Problem von Organspende/handel zeigt, wie schwer durchsetzbar diese Prämisse unter den Bedingungen der Herrschaft des Kapitals ist.

 

Wachstum neuer Organe mittels pluripotenter Stammzellen

Auch einzelne Organe sollen nicht aus Spaß gezüchtet werden. Gelingt eines Tages die Züchtung, dann wäre man nicht mehr von Spendern abhängig.
Notwendig wäre ein sicheres Verfahren, genau die richtigen mit dem Organismus verträglichen Stammzellen herzustellen. Ein solche Verfahren erlaubte es adulte Stammzellen in großer Zahl für schnelle Organreparaturen bereitzustellen.
 

Telomerproblem

Allerdings wird man mit dem Problem zu tun bekommen, daß die Telomere dieser Zellen bereits stark verkürzt sind. An einer Verlängerung von Telomeren wird (im Kapitalismus) aus offensichtlichen Gründen bereits mit Hochdruck gearbeitet. Eine Telomerverlängerung wird es daher irgendwann geben. Viele Leute werden viel Geld dafür zahlen wollen.

Kann man die Telomere einzelner Stammzellen verlängern, kann man auch Organismen schaffen,die viel älter werden.

Daher sind einige Regeln für ihre Anwendung unbedingt erforderlich.
Der beste Weg wäre ein Verbot. Hier wird jedoch vorausgesetzt, daß ein Verbot im Kapitalismus nicht durchsetzbar ist oder zu großer Heimlichkeit oder Elitarismus führt.
Es ist relativ unwahrscheinlich, daß man die Telomere von Zellen die bereits in vivo in Funktion sind, verlängern kann. Jedoch Zellen, aus denen man Organe oder ganze Organismen züchten kann, könnten eines Tages betroffen sein.
Wie dem auch sei, man braucht Regeln für den schlimmsten Fall.

 

Regeln für die Verlängerung von Telomeren in Kapitalismus und Kommunismus

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Verfahren zur Herstellung fehlerreduzierter adulter Zellen

Hier wird ein Verfahren beschrieben, das es noch nicht gibt, ohne welches eine Verlängerung von Telomeren und eine künstliche Vermehrung von Mitochondrien jedoch keinen Sinn macht. Es ist aber sinnvoll, die ethischen Beschränkungen bereits vorher festzulegen.
Adulte Stammzellen haben zunächst das Problem, daß in ihnen schon ein Programm abgelaufen ist und sie einen “Reset” benötigen. Nachdem diese Problem gelöst ist, gibt es das Problem daß sie durch ihr Alter bereit genetisch beschädigt wurden. Da jedoch alle Zellen unterschiedliche Fehler aufweisen, gibt es eine (noch theoretische) Möglichkeit damit umzugehen. Es müssen Zellen, die an unterschiedlichen Stellen ihres Spenders gewonnen werden, auch wenn sie eigentlich nicht dafür vorgesehen sind, mittels Meiose gekreuzt und ihr Genom “gemittelt” werden. Danach müssen die Resultatzellen wiederum mittels Meiose miteinander gekreuzt werden. Führt man diesen Schritt n-mal hintereinander aus, und gelingt es, den üblichen Fehler zu vermeiden, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit für jeden einzelnen Fehler bei jeder Zellvereinigung um 50 %, so daß man für jeden Fehler aus den 2n Zellen am Ende eine Wahrscheinlichkeit von 0,52 erhält. Hierbei gleicht sich zunächst die 2n mit den 0,5n genau ab (zuzüglich von Fehlern, die während des Verfahrens selbst noch entstehen. Vermehrt man jedoch die Zellen zwischen den einzelnen Meiosezyklen mittels Mitose und schützt sie mit speziellem Zellschutz und mischt sie dann vor den nächsten Meiose mit den anderen Zellen (mit anderen Fehlern), kann man den Fehlerfaktor auf Werte drücken, die weit unter denen der Ausgangszellen liegen, Da kaum jemals Zellen mit dem gleichen Fehler aufeinandertreffen werden, wenn sie nicht schon ganz am Anfang entstanden und über große Teile des Spenderorganismus verteilt sind.
Die erhaltenen Zellen werden dann in Stammzellen umgewandelt. Wenn dieses aufwendige Verfahren gelingt, ist man auch bei alten Leuten vollständig von embryonalen Stammzellen unabhängig.
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Regeln

1. Die Zahl der Telomerverlängerungen wird (im Kapitalismus) gesetzlich begrenzt.
2. Die Verlängerungen dürfen nur die n-Meiose-Schritte und die insesamt k Mitose-Schritte zur Fehlerverringerung, sowie die vorraussichtlich für die Neubildung oder Reparatur des beschädigten Organs benötigte Anzahl m von Zellteilungen plus maximal 1 ..2 betragen.
Erlaubte Verlängerungen = n + k + m + (0 .. 2).
3. Im Kommunismus sollte der letzte Term, der geeignet ist, das Leben der Patienten über das normale Maß hinaus zu verlängern, abgestimmt werden mit
1. ihrer persönlichen evtl. relativ verringerten Lebenserwartung und
2. mit der erwartbaren Bevölkerungsdichte des Planeten, sowie
3. (bei besonders extremen zu erwartenden Resultaten) mit der Zahl der von ihnen bereits gezeugten oder zur Welt gebrachten Kinder.
In der Praxis versagen Organe oft plötzlich, da sie dauerhaft überlastet wurden. Wenn man das Organ mit Zellen repariert, von denen ein Dritel 0, ein Drittel eine Zellgeneration und ein Drittel zwei Zellgenerationen mehr hat (0 ..2), dann läuft die Fähigkeit des Organs schrittweise aus. Dieser Fall wird nur in dem extremen selten Falle eine Sterbens an Altersschwäche relevant sein.
4. Selbstverständlich ist eine Abweichung von diesen Regeln, sowie die Bestechung von Ärzten unter Strafe zu stellen.
5. Sollten genetische Lebensverlängerungen möglich sein, ist
1. eine solche Lebensverlängerung zu untersagen, solange das Verfahren planetar nicht zur allgemeinen Verfügung steht,
2. in Abhängigkeit von der Bevölkerngsdichte des Planeten, geleitet von der Idee einer nachhaltig wirtschaftenden Besiedlung eine maximale Lebenserwartung festzulegen, welche durch das Verfahren nicht überschritten werden darf. Hierzu muß eine maximal nicht zu überscheitende planetare Gesamtbevölkeurng als Richtwert festgelegt werden. Dann sollte in Abhängigkeit davon eine nur für die Manipulation als Richtwert dienende maximale Lebensspanne festgelegt werden.

 

Ächtung egoistischer Nichtnachhaltigkeit

Eine unkontrollierte Telomerverlängerung gegen Geld ist zu ächten, wie Organhandel und schwer zu bestrafen!
Wer immer Telomere verlängert, sollte sich bewußt sein, daß eigene Kinder dann nur noch eine zeitlich stark zu verzögernde Option sind.
[Evariste]

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