Wie gestaltet man Parasitismus effizient?

Wörter: 854; Linkslevel: -5 Faschisten

Wer weit rechts ist, verachtet die Menschen und die Menschlichkeit. Durch diese Verachtung kann man anderen Menschen etwas wegnehmen. Diejengen, die verachtet werden arbeiten aber für die anderen mit. Deswegen sind diejenigen, die andere verachten, um von ihnen zu leben Parasiten. Die parasitäre Lebensweise erfordert Gewalt. Wer ein Parasit ist, benötigt daher eine Ideologie der Gewalt. Diese Ideologie muß notwendiger Weise beinhalten, daß man selbst besser ist als die anderen und daß die Gewalt richtig ist. Das parasitiäre Leben funktioniert nur, wenn ein Teil derer, die man ausbeuten möchte, von genau dieser Ideologie überzeugt werden. Diese unterstützen das parasitäre Leben der Parasiten und bekommen dafür Lohn.
Wenn man als Parasit lebt, und sich die benötigte Ideologie entwickelt hat, braucht man viele andere Nicht-Parasiten, um von ihnen zu leben. Denn wenn es zu wenige Nicht-Parasiten gibt, bricht alles zusammen. Nicht alle Parasiten haben das im Blick.
Deshalb entwickelt sich eine Konkurrenz zwischen den Parasiten, bei der nicht nur Land und Güter, sondern auch die Menge der Ausgebeuteten zu den umkämpften Ressourcen gehören. Die Konkurrenz frißt zusätzliche Ressourcen. Allerdings besiegen oder unterwerfen große Parasiten kleinere. deshalb streben alle Parasiten nach Größe. Daher gilt:

Parasiten müssen immer von sehr viel mehr Nicht-Parasiten leben.

Nicht-Parasitismus ist auch für Parasiten eine wertvolle Eigenschaft

Es muß deswegen eine große Anzahl von Nichtparasiten geben, die man davon abhält, parasitärer zu leben, als man selbst.

Trotzdem verbreiten die Parasiten ihre parasitische Ideologie unter den Nicht-Parasiten. – Warum? — Die Verbreitung dieser Ideologie führt dazu, daß die Nicht-Parasiten den Parasiten nacheifern. Sie wollen auch Parasiten sein. Aus Mangel an Macht fangen sie nun an, weniger mächtige Nicht-Parasiten zu unterdrücken. sie verwandeln sich in Parasiten und streben nach oben, da sich eine Hierarchie gebildet hat. So werden alle langsam gemein. Die Verbreitung dieser Ideologie verhindert Solidarität.

Solidarität ist das Werkzeug der Schwachen gegen die Starken. Der Parasit wie der Möchtegern-Parasit verachtet die Schwachen.

Da nun sehr viele gern Parasiten wären, also von anderen leben wollen, besteht immer die Gefahr, zu wenige Nicht-Parasiten zu haben. Ein Hauen und Stechen existiert daher nicht nur um die Verteilung von Gütern, Pfründen und Rechten, sondern auch um den Aufstieg, denn die meisten müssen unten bleiben.
Der Parasit muß um sein Ziel zu erreichen, ein großer Menschenfeind sein. Allerdings muß er sich auch auf andere Menscheneinde stützen.
Es liegt nun aber in der Natur der Sache, daß der Teil derjenigen, die Menschenfeinde sind, die den Parasiten bei der Unterdrückung helfen, nicht bis nach oben kommen können, weil sie zu viele sind. Zwar bilden sich Klassen, die sich auch extra durch Ideologien abgrenzen, jedoch darf eine parasitäre Klasse nicht zu groß sein. Daher benötigen die Parasiten Menschenverächter, die nicht (ganz) nach oben dürfen, trotzdem jedoch den Parasiten darin dienen, daß sie Nicht-Parasiten und insbesondere diejenigen Nicht-Parasiten, die den Parasitismus abschaffen wollen, nieder halten.

Die Kapitalisten sorgen dafür, daß nicht alle Parasiten sind.

Dazu finden die Parasiten unter den unteren genau solche Möchtegern-Parasiten, die bereit sind, Gewalt gegen Nicht-Parasiten auszuüben. Sie haben also außer dem Drang nach oben noch den Drang zur Gewalt. Für diese Gewaltbereitschaft gibt es verschiedene Gründe. Sie kann (selten) in der Natur der Möchtegern-Parasiten liegen, sie kann in fehlender oder schlechter Erziehung liegen, sie kann in Habgier in Verhetztheit oder parasitärer Ideologie zu finden sein. In der Regel hat man eine Mischung aus diesen Ursachen. Hilfreiche Gewalt-Ideologien, sind die Verachtung von Schwäche, die Verachtung von Menschengruppen oder die Verachtung von Solidarität als Schwäche. Da diese Menschenverächter auch sich selbt verachten, sind sie ein williges Werkzeug der Parasiten. Einige wollen nur Gewalt und finden darin ihre ganze (geringe) Freiheit.

Im Mittelalter gab es eine Kultur der Gewalt. Die adligen Unterdrücker durften Waffen tragen. Anderen war es nur erlaubt, weil die adligen Kriege gegeneinander führten. Diese Kultur ist durch die Industrialisierung überwunden worden. Als Waffen gegen das einfache Volk dienen heute Rechtsanwälte. nur in sehr wenigen Fällen und bei besonders dummen Menschen oder bei politischen Gegnern kommt die Polizei zum Einsatz. Die Hartz-Gesetze sind so effizient, daß bereits Sachbearbeiter durch Bezugskürzungen Druck aufbauen können. Die Gewalt wurde auf ein zum Teil ziviles System verteilt. Auch ist die Gewalt nicht mehr tödlich, sondern wird in kleinen Dosen verabreicht. Schon die Androhung dieser Gewalt reicht in der Regel aus. – So ist Unterdrückung im Industriezeitalter effizient. Allerdings gibt es immer noch diejenigen, die gern Gewalt ausüben und sich als praktische Unterdrücker den Parasiten anbieten wollen. Sie sind allerdings meist so gemeingefährlich, daß selbst die Polizei sie oft nicht mehr haben möchte. Die Parasiten haben sich nämlich ein weitverzweigtes Rechtssystemen einfallen lassen, das unter anderem die Anwendung der Gewalt genau regelt. Die unsolidarischen Möchtegern-Parasiten werden also kaum gebraucht. Man greift nur auf sie zurück, wenn man einen Putsch durchführen, eine große Zahl politischer Gegner bekämpfen will, oder einen Krieg vom Zaun brechen will. – Auch tarnt sich der echte (erfolgreiche) Parasit heute konsequent als Menschenfreund.

Daher ist die ostentative Menschenfeindlichkeit nicht mehr modern. Die Faschisten kommen also auch nicht ganz nach oben.

Sie dürfen sich nur auf eine schwache Belohnung freuen. Die, die bürokratische Gewalt anwenden, kommen weiter. Der gemeine Faschist bleibt, auch und gerade, wenn er Gewalt anwendet, ein unterdrückter Diener.
Auf seinen größten Fehler — die Menschenverachtung wurde hier nicht eingegangen.
[Evariste]
 

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»Warum das Leben des Möchtegern-Parasiten nicht glücklich ist«
 

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