Was ist Stolz?

#0066cc;">Wörter: 1716 #0066cc;">; #0066cc;">Linkslevel#0066cc;">: -4 Rechtsextreme
Auseinanderfallen eines Begriffes

Stolz links und Stolz rechts – Stolz im Spektrum

Wenn ein Räuber, ein Unterdrücker oder ein Eroberer auftritt, um bewaffneter Weise Güter, Privilegien oder Land an sich zu reißen, gibt es für die davon Betroffenen zwei Optionen – sich zu beugen, oder Widerstand zu leisten. Leute, die der Ansicht sind, daß die Verbrecher gestoppt werden müssen, tendieren zum Widerstand und verleihen damit ihrer Verachtung für das Verbrechen und die Verbrecher Ausdruck. Dies ist die Form des linken Stolzes. Er spielt nur in Konfliktsituationen eine Rolle. Linke würden sonst von sich aus eine Lösung suchen.
Wenn eine Gruppe bereits andere ausbeutet und unterdrückt, oder in ein fremdes Land einfällt, und dabei Widerstand als unverschämt empfindet, ist das rechter Stolz. Dieser Stolz – eine überhebliche Gewaltbereitschaft, die letztlich Schwäche verachtet, findet sich rechts im politischen Spektrum. Dieser rechte Stolz tritt auch in Friedenszeiten als Bedürfnis zur Gewalt auf.
In der Regel begegnet einem also Stolz als scheinbar unmotivierter Stolz von Rechten.
#c5000b;">Stolz ist Gewaltbereitschaft.

Da beiden Formen des linken und rechten Stolz die Verachtung des jeweiligen Gegners eigen ist, gibt es einen fließenden Übergang im politischen Spektrum derart, daß die Grenze zwischen legitimer und illegitimer Aneignung (und dann des Widerstandes dagegen) als verschoben betrachtet werden kann. Dabei hilft Menschen, die nur wenig rechts sind, die Rechtsordnung eines Ausbeutersystems, die aus einer immer noch illegitimen Aneignung, eine legale macht. Außerdem kann z. B. dadurch, daß (legitimer aber ) illegaler Widerstand immer von einer bestimmten Gruppe ausgeht, praktischer Weise ein Ressentiment gegen diese Gruppe konstruiert werden, so daß die Verachtung dieser Gruppe institutionalisiert wird. Wird institutionalisierte Verachtung als kulturelle Gabe (also unhinterfragt) an die nächste Generation weitergegeben, ist es das, was wir als rechtsextremen Stolz kennen. Der Rechte (ge)braucht den Stolz als rechtfertigende Kategorie.
#c5000b;">Während der linksgerichtete Stolz aus der Menschenwürde resultiert, kommt der rechtsgerichtete Stolz aus der Ideologie.
 

Kausalität

Der Stolz führt ein Eigenleben. Wenn er vorhanden ist, bewirkt er, daß man die Legitimität einer Handlung z. B. auch von Widerstand je nach der Seite, auf der man steht, in bestimmter Weise beurteilt. Es gibt eine gegenseitige Beeinflussung, zwischen der erlebten Wahrheit und dem Stolz und somit eine Hysterese.

 


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   /|\rechtsgerichteter

    | Stolz            

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    |\                      \             |               \                      /

    | Erfahrene Unwahrheit   \                             \     Erlebte Wahrheit

    |                          \                             \

    |                            \                             \ 

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Hysterese des politischen Beharrungsvermögens beim rechten Stolz
Man ändert seine politische Einstellung nicht gern und bei Stolz schon gar nicht.

 

Stolz und Verachtung

Da Stolz sich auf Gruppenzugehörigkeit oder auf Eigenschaften bezieht, geht er mit der Verachtung der nicht Zugehörigen einher.
Die Verachtung ist die Geringschätzung – also eine negative Wertschätzung. Damit ist die Verachtung ein Instrument.
Wenn z. B. jemand, der Frauen verachtet, seine Frau schlägt, dann tut er das eben weil er sie als Person geringer achtet, als sich selbst oder auch als Leute, denen er das nicht antut. Schlägt ihm irgendwann die Verachtung seiner Frau entgegen, da sie ihn für diese Taten verachtet, ist die Situation immer noch asymmetrisch. Er verachtet sie desto mehr, da es ihr aus seiner Sicht nicht zusteht,ihn zu verachten, während sie ihn nur wegen seiner Taten und vielleicht wegen seiner Dummheit verachtet. Wir sehen, daß eine Verachtung die Sichtweise manipuliert und so ein Instrument ist; – Und wir sehen, daß eine Verachtung, die aus einem Ressentiment (also aus einer Voreinstellung gegen eine Gruppe mit bestimmten Merkmalen) resultiert, ein politisches Instrument ist.
#c5000b;">Damit ist auch #c5000b;">Stolz ein (politisches) Instrument.

 

Stolz in der Politik

Besonders beliebt ist dieses Instrument, wenn der Stolz bei anderen ausgenutzt wird.
Tritt die Vokabel "Stolz" in der Politik auf, so wird sie vor allem rechts genutzt.
Stolz zu sein, bedeutet damit (in der Regel auch ohne Grund und aus Überheblichkeit) gewaltbereit zu sein. Stolz bedeutet also praktisch Gewaltbereitschaft.
Wenn jemand sagt, daß er "stolz auf etwas" ist, bedeutet das, daß er dafür Gewalt anzuwenden bereit ist. In der Politik wird politische Gewalt angewandt.

Stolz ist – so betrachtet, ein Euphemismus, der Herrschenden – vormals – Adligen – und auch derer, die Gewalt anwenden, zur Bemäntelung des Zwecks ständiger exzessiver Gewaltanwendung zum Zwecke der Interessendurchsetzung. Das Wort Stolz wurde dann in seiner demagogischen Bedeutung von der Allgemeinheit übernommen und insbesondere durch das Aufkommen des Nationalismus als "Nationalstolz" weiterverbreitet. Letztere demagogische Wortbildung bemäntelt nationale Überheblichkeit.
Der Zusammenhang von Überheblichkeit und Gewaltbereitschaft ist, wie in »Zu den Ursachen des Terrors« erwähnt, erforscht.
Heute wird die Vokabel "Stolz", der Natur ihrer Sache folgend, von Gewaltbereiten benutzt und die stehen weit rechts im politischen Spektrum. Er is jedoch auch notwendig für die, die Gewalt direkt ein- und umzusetzen haben. Das sind heute nicht mehr die Herrschenden selbst.

Vor etwa dreizehn Jahren äußerte der CDU-Politiker Friedrich Merz, er sei "stolz, ein Deutscher zu sein". 2001 gab der CDU-Politiker Laurenz Meyer ähnliches von sich. In der Debatte ging es natürlich um "Zuwanderung" und "Leitkultur". Diese beiden Beispiele sind Beispiele für eine sinnlose und rechtsgerichtete Anwendung in der Politik. Die geäußerten Blödheiten wandten sich an diejenigen, die ein Bedürfnis nach diesem rechten Stolz haben.
Deutsch zu sein ist kein Verdienst, sondern Zufall. – Und die, die unbedingt auf die Kulturleistungen ihrer Nation stolz sein wollten, tragen selbst am wenigsten dazu bei, was letztlich auch der Grund für ihren Nationalismus ist.

 

Nochmal: Stolz im Konflikt

Konfliktsituationen sind in der Regel asymmetrisch. Eine Ausgeglichenheit der Kräfte ist selten, denn Konflikte werden begonnen, weil man denkt, sie zu gewinnen. In der Regel ist mindestens eine der Seiten böse. Es gibt jedoch eine große Zahl von Konflikten, in denen klar Schwache von Starken überfallen wurden. In diesen Konflikten kann beobachtet werden, daß beide Seiten ein Selbstverständnis besitzen. Betrachten wir de Bundeswehr in Afghanistan, die dort den Krieg der USA unterstützen, damit die Völkerrechtsverletzung etwas internationaler aussieht. Diese Bundeswehr glaubt, daß sie dort Fortschritt bringt. Die Amerikaner, die den Krieg begonnen haben, sind weit bescheidener, sie geben vor den (internationalen – was immer das ist – ) Terror zu bekämpfen. Die Taliban hingegen behaupten, ihre Heimat zu verteidigen. Und so unbeliebt die Taliban sein mögen, von allen drei Beispielen ist das,was die Taliban äußern, am plausibelsten. Man kann also sehen, daß Kriegsbegründungen in praktisch jedem Falle passend gedreht werden. Halten wir also fest, daß die Amerikanischen Soldaten intervenieren und ohne Rücksicht einen Feind bekämpfen, den sie verachten. Das ist rechtsgerichteter Stolz. Die Bundeswehrsoldaten glauben, daß sie den Barbaren Fortschritt brächten. (Soldaten sind ja sooo fortschrittlich... ) Natürlich sind sie auf dem Holzweg und selbst überheblich, denn wirklich grenzüberschreitenden Fortschritt gibt es durch zivile Hilfsorganisationen, die mit der NATO nichts zu tun haben wollen.
Die Taliban die selbst nicht gerade durch Zivilisation aufgefallen sind, haben hier das Glück gegen echte Invasoren zu kämpfen. Ihren eigentlich rechtsgerichteten Stolz können sie hier als Bereitschaft zur Verteidigung präsentieren.
Wir beglückwünschen die NATO zur Opium-Rekordernte!

 

Stolz als Behinderung

Der rechtsgerichtete Stolz wird von den Trägern des Stolzes als Überlegenheitsmerkmal betrachtet. Tatsächlich jedoch erlegt er ihnen eine große Zahl von schwierigen Regeln auf.

 

Idiotischer Jugendstolz

Schon im Jugendalter bilden sich durch Cliquen und Gruppenzusammenhänge Status-, Kleidungs- oder Verhaltens-Ideologeme heraus, welche auf das Verhalten oder den Konsum von Jugendlichen reale Zwänge ausüben. Diese zumeist pubertären Ideologeme müssen als infantiles Äquivalent zu erwachsenen Wertvorstellungen aufgefaßt werden. Die Zwänge können so stark werden, daß die Jugendlichen ein für Erwachsene unverständliches Verhalten an den Tag legen, ungehorsam werden, seltsame Kleidungswünsche oder sehr ausgefallene Konsumwünsche entwickeln. Dabei spielt oft auch schon das Haben von teurer Kleidung oder von Produkten der elektronischen Unterhaltungsindustrie eine Rolle.
Jugendliche, die durch Cliquen oder Gangs zu gefährlichen oder offensichtlich dummen Handlungen gezwungen sind, sind durch ihren Stolz behindert.
 

Idiotischer Männlichkeitsstolz

Es gibt Problemelternhäuser, die ihren Kindern die Vorstellung von einem männlichen Familienoberhaupt oder von speziell klischeehaftem männlichem Verhalten vermitteln. Solche Kinder suchen sich dann mit diesen Zusatzregeln in ihrer Umwelt zu behaupten. In der Regel geht der Männlichkeitsstolz logischer Weise mit Frauenfeindlichkeit einher.
Chauvis sind durch ihren Stolz behindert.

 

Idiotischer Heldenstolz

Verwandt mit diesem Phänomen, weil meist daraus abgeleitet, ist der Heldenstolz. Dieser Stolz wird meist kulturell vermittelt und betrifft daher oft eine große Zahl von Menschen oder politisch organisierte Minder- oder Mehr-heiten. Heldenkult hat die Funktion, Opfer vom Volk verlangen zu können. Diese Opfer können in der Verarmung oder Verelendung liegen, oder schlicht darin, daß man sogar sein Leben riskiert oder gibt. In den USA führt der militärisch geprägte Heldenkult dazu, daß Soldaten Ihr Leben für den Reichtum ihrer Ausbeuter aufs Spiel setzen. Jedoch auch us-amerikanische Feuerwehrleute verlieren achtmal häufer ihr Leben durch riskante Handlungen, als in anderen Ländern. Sie glauben, daß sie dieses Risiko ihrem (Be)ruf schuldig wärn.
Heldenmütige sind durch ihren Stolz behindert.

 

Idiotischer Reichtumssstolz

Oft geschieht es, daß Menschen, die mit der Verachtung für Arme aufgewachsen sind, selbst in Armut fallen und sich dieser Armut schämen. So kommt es, daß sie oft obwohl sie kein oder kein ausreichendes Einkommen haben, nicht zum Amt gehen, um das ihnen zustehende Recht auf Unterstützung zu beantragen. Das kann auch geschehen, wenn Arme das herrschende Statusdenken aufgenommen haben, demzufolge sie selbst nichts wert sind. Sie verachten sich dann selbst und suchen dann anderes, worauf sie stolz sein können.
Arme, die sich ihrer Armut schämen, sind durch ihren rechtsgerichteten Stolz behindert.

 

Religiöser Sittlichkeitsstolz

Der religiöse Stolz beruht auf religiösen Regeln. Diese bedrohen die Religiöse Ehre. Sind Ideologien für viele schon schwer zu hinterfragen, wird die hinterfragung der Religion vielerorts selbst zum sittlichen Verstoß.
Der religiöse Stolz ist daher immer ein rechtsgerichteter Stolz. Er kann tödliche Folgen haben und illustriert so am eindrucksvollsten, wie sehr (rechtsgerichetete = menschenverachtende) ideologische Regeln das menschliche Zusammenleben behindern.

 

Stolz und Scham

Wenn jemand der Träger eines rechtsgerichteten Stolzes ist, gegen die durch diesen Stolz aufgerichtete Regel verstößt, schämt er sich. Er schämt sich insbesondere vor denen, die diesen Stolz mit ihm teilen.

Die Scham ist also ein Instrument des rechtsgerichteten Stolzes, ohne den der Stolz nicht zu vermitteln wäre.
Diese Scham beruht jedoch wie der rechtsgerichtete Stolz auf Ideologie.

#c5000b;">„Stolze“ Rechtsextreme, die sich einer gegen ihre Ideologie verstoßenen Handlung schämen, behindern sich also durch ihre Ideologie. Das ist so ziemlich das Dümmste, was man sich selbst antun kann.
 

Wer immer stolz ist, hat einen speziellen Würdebegriff. Der rechtsgerichtete Würdebegriff ist solcherart, daß nur wenigen Würde zukommt und die meisten für ein Minimum an Würde schwierige Bedingungen erfüllen müssen. Die Scham wirkt dabei als ein Werkzeug der Unterdrückung.

[Evariste]
 

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