Was ist schlimm an bürgerlichen Wirtschaftswissenschaften?

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Einleitung – Das intellektuelle Niveau der bürgerlichen Gesellschaft und der Zweck des Zustandes

Römische Sklavenhalter und mittelalterliche Adlige hatten es leicht. – Bildung war nicht weit verbreitet. Leibeigene und selbst Bauern hatten gar kein Selbstverständnis oder zumindest eins, in dem sie eine dienende Funktion ausübten. Das änderte sich, wie in »Warum der Humanismus nicht tot ist« beschrieben, nach der Einführung der allgemeinen Schulbildung erst langsam und dann immer schneller. Die langsame Befreiung von der Religion und die Wissenschaftlich-technische und die politischen Revolutionen änderten das Weltbild der Bevölkerungen des Planeten immer stärker. Konnten die Nazis noch unwissenschaftliche Rassetheorien aufstellen, die heute längst widerlegt sind, schien das in Zeiten der erdnahen Raumfahrt nicht mehr möglich zu sein. Die Ausgebeuteten und Unterdrückten dieser Erde begannen ein Selbstbewußtsein zu entwickeln und erlangten die prinzipielle Fähigkeit ihre Bedürfnisse und Interessen zu artikulieren. Der Marxismus wurde von Kommunisten und Sozialisten gar als Beginn einer wissenschaftlichen Weltanschauung gesehen. Diese Ansicht wird dadurch gestützt, daß die Bildungssysteme im Kapitalismus selbst in den energieverbrauchenden entwickelten Ländern allgemein schlecht sind. Eine niedrige Allgemeinbildung und ein Bündnis mit der Religion sichert den Kapitalisten die Macht. Tatsächlich haben die Menschen auf diesem Planeten kaum ein wissenschaftliches Weltbild! Selbst Wissenschaftler selbst haben meist keine Idee, von dem, was außerhalb ihrer Studienrichtung passiert. Die Idee einer universellen Bildung – die Idee von wissenschaftlicher Allgemeinbildung ist nur selten auf fruchtbaren Boden gefallen. So hatte sie im Kapitalismus keine Chance. Wir werden hier beleuchten, daß Wissenschaftslosigkeit einzelne Disziplinen zu Tummelplätzen für Scharlatane werden läßt. Da der Laie Wissenschaft nicht beurteilen kann, wirkt nur der Nimbus der Wissenschaft, der im Zweifel nur noch aus Titeln und Posten besteht. Wir betrachten dieses Phänomen am Beispiel der bürgerlichen „Wirtschaftswissenschaften“.

Zweck der kapitalistischen Rechtsordnung, der kapitalistischen Prägung der Gesellschaft ist der Profit durch Ausbeutung. Damit sich die so Ausgebeuteten nicht aus ihrer Lage befreien, muß man ein kulturelles Umfeld schaffen, in dem Ausbeutung natürlich erscheint.
Dazu muß man im Bildungsbereich und im Wissenschaftsbereich Dogmen einziehen und Übertretungsverbote für das Denken aufstellen. Das geschieht flankiert durch ständige Propaganda, die der im Kapitalismus Aufgewachsene nicht mehr wahr nimmt. Ziel ist es, zu erreichen, daß die Frage des Eigentums an Produktionsmitteln nicht mehr gestellt wird.
Primitiv gesprochen behauptet man einfach, daß Privateigentum an Produktionsmitteln zu Freiheit – und gesellschaftliches Eigentum an Produktionsmitteln zu Unfreiheit führen würde. Diese eigentlich leicht durchschaubare Zwecklüge wird solange wiederholt, bis sich niemand mehr traut, sie anzuzweifeln.
Allerdings ist es um der Produktivkraftentwicklung Willen notwendig, die Bildung zu verbessern. Die Lösung der Kapitalisten hierfür sieht so aus, daß man nur einen Teil der Leute gut ausbildet und diesen Teil dann auch besser bezahlt. Damit das geht, wird ein wenig Sozialchauvinismus und Standesdünkel benötigt. Man sagt dann: „Er hat es zu etwas gebracht.“.
Trotzdem wird die Kultur durch die Produktionsmittel geprägt und die Menschen werden kritischer. Eine formale Demokratie wurde eingerichtet, in der erwachsene Menschen über die Zusammensetzung eines Parlamentes bestimmen können.
Die Kapitalisten können also aufgrund einer gewissen Volksbildung nicht mehr direkt bestimmen, was sie wollen. Sie sind auf Manipulation angewiesen. Ihre politischen Absichten müssen auch in Form einer Wirtschaftstheorie daherkommen und kritische Wissenschaftler aus denInstitutionen entfernt werden. Letzteres ist in Deutschland praktisch vollständig geschehen. Das Ergebnis ist ein effektiver Zusammenbruch der Wirtschaftswissenschaften (Infantilisierung). Es gibt keine ernstzunehmende Wirtschaftswissenschaft mehr. Das stört die Herrschenden nicht, solange der Profit noch stimmt.

In einer Gesellschaft, in der Horoskope in Anzeigenzeitungen, ja selbst im Fernsehen normal sind, in der Astrologen als Experten interviewt und Diplome in esoterischen und okkulten Disziplinen vergeben werden, stören auch wissenschaftliche Scharlatane nicht.
Kommt jedoch eine Krise, ist man ihr hilflos ausgeliefert. Einige Kapitalisten glauben sogar selbst den Unsinn, den die falschen Wissenschaftler verbreiten.
Die Wissenschaftler selbst wissen, wie sie ihr Geld verdienen.

 

Theoriegebäude jenseits der Realität

Der Markt – ein Wahn

In »Warum gibt es keine soziale Marktwirtschaft?« Kapitel 2 wurde beschrieben, daß es eigentlich überhaupt gar keine Marktwirtschaft gibt. Das liegt auch daran, daß der Markt selbst zumindest im Kapitalismus eine Illusion ist, da er sich tendenziell selbst abschafft, und auch Wunschdenken der Kapitalisten ist, die mit dem idealen Markt und seinen gleichberechtigten Marktteilnehmern ihre privilegierte Stellung im Wirtschaftsgeschehen rechtfertigen.

 

Heiliger Markt – Ausbeuter als Retter

Zur Abwesenheit eines echten Marktes gehört seine religiöse Heiligung. Der Markt als Heiligtum führt u. a. dazu, daß Investoren von Lokalpolitikern als seltene Ressource betrachtet werden, die man um jeden Preis festhalten muß. Hier wurde erläutert, daß eine solche Betrachtung schädlich ist. Investoren werden hofiert, statt kritisiert. Allein über die Tatsache, daß man einen Investor, wenn man ihn denn gewinnen kann, anderen wegnimmt, bzw. daß die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region auf Kosten anderer Regionen erfolgt, wird konsequent hinweggesehen. Dabei können (den Konservativen) auch Egoismus, Regionalismus und Ausländerfeindlichkeit behilflich sein. Die konservativen Wirtschaftswissenschaften werden diesen auf Eskalation angelegten Irrtum niemals aufklären.
 
Betrachtet man irgendeine ökonomische Theorie, fallen einem sofort zwei Dinge auf.
Erstens: es gibt seltsam unsystematische Zeichen und Abkürzungen und
Zweitens es wird praktisch ausschließlich Elementarmathematik benutzt.
Beides hat eine Ursache: Die konservative Ökonomie befindet sich seit den letzten zweihundert Jahren im Begriffsbildungsstadium.
Da die konservative Ökonomie nicht existiert, um wissenschaftliche Zusammenhänge zu erkunden, sondern um Tatsachen zu verschleiern, sind die Ergebnisse dementsprechend ernüchternd.

 

Arbeitsmarkt und Inflationsrate

So kommt beispielsweise die „Theorie des Arbeitsmarkes“ daher um angeblich zu klären, ob es sich bei einem Arbeitsmarkt um ein Gleichgewicht handelt oder nicht. Statt jedoch eine dementsprechende Mathematik zu benutzen, wie man sie aus der Mathematik der elften Klasse oder wenigstens der Chemie der achten Klasse kennt, werden simple Additions- und Subtraktionsgleichungen aufgestellt.
Das Dogma von der gnädigen Zuteilung von Realeinkommen führt vermischt mit etwas Sozialchauvinismus zu dem Gedanken, daß Inflationsrate Π und Beschäftigung miteinander verknüpft wären: Π = k – a U. (Dabei ist k die Preisniveauänderung, U die Arbeitslosigkeit und a eine Konstante.
Ein Rechtsextremer (namens Friedman), der seines Extremismus wegen genial genannt wird, sprach sogar von einer „natürlichen“ Arbeitslosigkeit U*. Diese führe zu einer erwarteten Inflation Πe = Π – a (U – U*). Für die konservative Wirtschaftswissenschaft ist diese erwartbare („erwartete“) Inflation eine ganz normale Rechengröße. Tatsächlich steckt hinter diesem Verfall das Problem, daß die Profitraten im Kapitalismus sinken, da bei immer weniger Beschäftigten auch nur immer weniger Profit erwirtschaftet werden kann. – Ein Problem, das konservative Wirtschaftswissenschaftler nicht verstehen wollen, da seine Lösung die Abschaffung der Ausbeutung beinhaltet.
>Der Grundgedanke des linearen Ansatzes war, daß wenn der Staat in die Inflationsentwicklung eingreift, die Wirtschaft nur vorübergehend reagiert. Verstörend ist, daß eine Geschwindigkeitsgleichung wie ein Wachstumsfilter ohne Differential geschrieben wird. Das ist so, wie die Fallexperimente des Galileo Galilei, der folgerte, daß ein Gegenstand, der von höher fällt, eine dazu proportionale Zeit benötigt, da er noch keine Differentialrechnung kannte.
Tatsache ist, daß der „Arbeitsmarkt“ eine politische Konstruktion ist, da die Realeinkommen eine streng kontrollierte politische Konstruktion sind. Tatsache ist auch, daß eine jahrzehntelange Politik der Realeinkommenssenkung politisch erfolgreich war, weil die Wähler zu konservativ sind, um sich dagegen zu wehren. Tatsache ist, daß Arbeitsplätze nicht aus Spaß geschaffen werden und daß eine Beseitigung der Arbeitslosigkeit politisch erkämpft werden muß. Tatsache ist auch, daß alle „Märkte“ soweit man sie sich selbst überläßt, instabil sind. In Wirklichkeit überlassen auch die Konservativen den Arbeitsmarkt keineswegs sich selbst. Sie versuchen die Arbeitslosigkeit mittels genau desjenigen Dogmas, das ihre herrschende Position im „Markt“ rechtfertigen soll, zu bekämpfen – mit der Verringerung der Einkommen. Dieses von den Ausbeutern favorisierte Dogma, das ihnen ihre Profite durch Aneignung von Mehrwert sichert, ist das Dogma, das die konservativen „Wirtschaftswissenschaftler“ zur Wissenschaft erheben.
Betrachten wir noch einmal den Zusammenhang zwischen Inflationsrate Π und Arbeitslosigkeit U in einem tatsächlich angenommene ungestörten Markt genauer, so stellen wir fest, daß die Arbeitslosigkeit auch bei exzessiv verbilligten Löhnen nicht völlig beseitigt werden kann. Deswegen wurde der Term aU* eingeführt. Dieser Term aber widerlegt den eigentlichen Zusammenhang. Denn der Grund für die sogenannte „natürliche“ Arbeitslosigkeit ist die Tatsache, daß die Menschen im Kapitalismus nicht eingestellt werden, um notwendige Dinge zu tun, sondern nur um Profit zu erwirtschaften. Sie werden also nicht eingestellt um notwendiger Weise als zusätzliche Pfleger, Lehrer, Physio- oder Psychotherapeuten, um als dringend benötigte zusätzliche Steuerfahnder, als Lebensmittelkontrolleure oder Umweltanalytiker zu arbeiten, oder um endlich den radioaktiven Müll aus der Asse zu bergen, um Schienen zu verlegen und Autos zu verschrotten, sondern nur um für fremde Privatinteressen Profit zu erwirtschaften. Daß dieses Partikularinteresse nicht dem Gemeinwohl dient, hindert die WiWis nicht daran es zu heiligen und seine gefährlichen Auswirkungen “natürlich“ zu finden.

 

Investitionen

Ein schönes Beispiel für bürgerliche Dogmatik in den Wirtschaftswissenschaften ist die Behauptung, daß Investitionen Arbeitsplätze schaffen würden. Selbst Professoren übernehmen diese offensichtliche Zweckbehauptung ungehemmt. Erinnern wir uns in diesem Zusammenhang daran, daß in der NS-Zeit Wissenschaftler viel krudere Behauptungen über Rassetheorien stützten und auch der Beginn der Biometrie in diese Zeit fällt. Die Korruption der Wissenschaft ist nicht neu. Was aber besonders ist, ist, daß die Durchseuchung mit besonders bürgerlichen – ja marktradikalen – Demagogen derzeit flächendeckend ist. Selbst Keynesianer werden nicht im „Wissenschafts“-betrieb geduldet.
Die Behauptung, daß Investitionen Arbeitsplätze schüfen, dient der Verarmung der Massen. Wenn die Schaffung von „mehr“ Arbeitsplätzen gefordert wird, sagen Konservative Politiker, daß erst die Wirtschaft gefördert werden müsse, worauf hin es zu Investitionen käme und dann Arbeitsplätze entstünden. Seit Jahrzehnten wird diese Lüge als Ausrede benutzt.

 

Warum Investitionen Arbeitsplätze vernichten

Jedes Kind kann eigentlich verstehen, daß Investitionen keine Arbeitsplätze schaffen, sondern nur Arbeitsplätze vernichten.
 

Fall 1
Eine Firma investiert in Modernisierung und Know-How.
Sie braucht einige wenige Experten und ein paar Umbauten. Danach spart sie viele Arbeitsplätze ein, weil alles rationeller funktioniert.
 

Fall 2
Eine Firma investiert in ihre Vergrößerung, schnellere Maschinen und verbesserte Organisation, um Leistungen billiger anbieten zu können, als die Konkurrenz. Sie erobert Marktanteile.
Durch die Eroberung von Marktanteilen steigt der Umsatz und aufgrund der rationelleren Leistungen müssen einige wenige zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Bei der Konkurrenz hingegen gehen Marktanteile und folglich auch Arbeitsplätze verloren. Das geht bis hin zum Bankrott, wodurch die Arbeitslosigkeit drastisch steigt.
Der Gewinn beruht gerade darauf, daß einige wenige das was früher viele taten schneller und rationeller tun. Leider hat man für die Entlassenen der Konkurrenzbetriebe selten Verwendung.
 

Fall 3

Eine Firma steigt entweder mit genialem Know-How oder mit extrem viel Geld in einen unbekannten Markt ein (ziemlich hypothetisch), wodurch sich die Konkurrenz verschärft, wenn die Firma tatsächlich erfolgreich ist.
Zunächst schafft sie dabei die Arbeitsplätze in ihrer eigenen Firma. Dadurch aber verschärft sich die gesamte Marktsituation. Alle anderen müssen nun noch billiger arbeiten, da der Markt (die Kaufkraft ist dieselbe.) ja nicht größer wird, sondern nur weiter aufgeteilt wird. Zunächst versucht die Konkurrenz die Löhne zu drücken. Das geht nicht beliebig weit. Dann muß entlassen werden. Kleine Konkurrenten gehen am schnellsten pleite. Die Beschäftigten müssen zum Arbeitsamt. Das ist deswegen der Fall, weil das investierende Unternehmen rationeller arbeitet. Durch den Preisverfall schrumpft die vom Produkt-Markt aufgenommene Kaufkraft noch einmal.
 

Fall 4
Ein Unternehmen kreiert ein völlig neues Produkt in einer bisher völlig neuen Produktsparte. Etwas, das es noch nie gegeben hat, wird angeboten, Konkurrenz gibt es nicht.
Dann schafft diese Unternehmen eine neuen Markt für eine neues Bedürfnis. Dieses neue Bedürfnis zapft die Kaufkraft an und verkleinert damit alle anderen Märkte, wodurch sich in ihnen die Konkurrenz verschärft. Eine Verschärfung der Konkurrenz bedeutet Steigerung der Arbeitslosigkeit.
 

„Fall“ 5
Kapitalistisches Establishment versteht dieses Problem zur Hälfte. In den reichen Ländern wird „Marketing“ als „Wissenschaft“ etabliert und künstliche Bedürfnisse erzeugt, um für mehr Gesamtkonsum zu sorgen. Aber die Menschen sind bereits überernährt und konsumieren auch zu viele hochraffiniere Genußmittel. Sie bauen zu viele Straßen, fahren zu viele Autos und werfen zu viel Elektronik auf den Müll. Außerdem ist trotzdem die Kaufkraft begrenzt, da die Löhne nur soweit steigen dürfen, daß der Einkommensabstand zwischen Arm und Reich nicht überwunden werden kann. Eine Verringerung des Einkommensabstandes konterkariert den Sinn der Ausbeutung, welcher darin besteht, daß die Armen auch weiterhin für die Reichen arbeiten müssen.
Um also weiterhin auszubeuten, kontrollieren die Ausbeuter die Realeinkommen so stark, daß Kaufkraft und somit die Märkte begrenzt bleiben.
 

Fall 6
Der Staat investiert in Physio-, Psycho-therapie, Altenpflege, mehr medizinische Versorgungszentren, Spezialärzte Steuerfahndung (im Kapitalismus,) Umweltschutz, Lebensmittelüberwachung, Flächenentgiftung, Müllaufarbeitung, bessere Schulen, Artenschutz und Kohlenstoffspeicherung sowie in viele andere öffentliche Aufgaben ohne Profitinteresse. Dann entstehen öffentliche Arbeitsplätze, auf denen Arbeiten erledigt werden, die vorher nicht erledigt wurden. Diese Leistungen werden nicht von Kunden bezahlt, die eine Profitrate mitbezahlen müssen. In einer Marktwirtschaft müßte man das Geld dafür von den Reichen holen die derzeit über die Errichtung und Schließung von Betrieben selbst entscheiden. Möglich ist das also nur in einer nichtkommerziellen Umgebung, in der privater Profit geächtet ist.
 

Fall 7
Weil das so ist, und die Profitrate weiter sinkt, haben einige Kapitalisten die Idee, bereits bestehende und realisierte öffentliche Aufgaben zu privatisieren. Der meist weit unter Wert getätigte Verkauf öffentlicher Infrastruktur, Betriebe oder Aufgaben ist eine für die Ausbeuter lohnende “Investition”. Können sie das durchsetzen, führt das dazu, daß die öffentlichen Aufgaben Profit abwerfen müssen, daher schlechter erledigt, funktional eingeschränkt werden und ganz stark Arbeitsplätze abgebaut werden.

Kaufkraft

Wie man es auch dreht, Investitionen vernichten Arbeitsplätze, was ein Grundübel der kapitalistischen Gesellschaft ist. Daher können Arbeitsplätze nur politisch geschaffen werden. Im Kapitalismus entstehen Arbeitsplätze absolut nur in sehr seltenen Fällen. Das ist der Fall, wenn die Löhne steigen, bzw. wenn die Gesamtkaufkraft – also die für den allgemeinen Massenkonsum zur Verfügung stehende Geldmenge steigt. Im Moment ist die Situation die, daß Realeinkommen seit Jahrzehnten sinken. Die konservative Politik begegnet dem Problem durch die Schaffung von Elendsarbeitsverhältnissen, die wir Linken prekär nennen. Diese Elendsarbeitsverhältnissse, sind dadurch charakterisiert, daß der Lohn die Reproduktionskosten der Arbeit kaum oder gar nicht mehr deckt.

Diese prekären Arbeitsverhältnisse werden in der Regel auch im Dienstleistungs- oder Hilfsarbeitsbereich geschaffen, was bedeutet, daß es keiner besonderen „Investitionen“ bedarf. Das allgemeine Lohnniveau muß durch diese Dumpinglohnarbeit sinken, wodurch sich die Lage langfristig noch mehr verschärft. Der einzige Vorteil, den national orientierte Unternehmer haben, ist der, daß die Außenhandelsbilanz für das Ausbeuterland BRD noch günstiger wird, da Inländer weniger Geld für ausländische Waren ausgeben können.
Elend greift um sich, denn unter den Bedingungen der Konkurrenz kann man nur ins Elend investieren.
 

Demagogische Waffe

Die Behauptung Investitionen würden Arbeitsplätze schaffen, ist der demagogische Kern einer Politik, die privaten Unternehmen sämtliche Entscheidungsgewalt, aber auch sämtlichen Profit zuschiebt. Es wird mithilfe dieser Vorstellung behauptet, man müßte zuerst die Wirtschaft stärken — später würden dann Arbeitsplätze entstehen. Diese Demagogie hilft nur bei der Verschleierung von Ausbeutung und Unterdrückung. Wenn Investitionen im Kapitalismus Arbeitsplätze vernichten, bricht die Demagogie, der die gesamte bürgerliche Politikwissenschaft dient, zusammen.

 

Seltsame Simulationen

Das vorweggenommene Resultat: Egoismus als Heilsbringer

Mit Gefangenendilemma und tit-for-tat – Schlüsse über die menschliche Gesellschaft

Die Anbetung des Marktes geht weit. Wenn jedoch die Wissenschaft zu beten anfängt, hört sie auf, Wissenschaft zu sein.

Um zu beweisen, daß Egoismus gut für die Gesellschaft wäre, entblödeten sich konservative WiWis nicht, die Spieltheorie heranzuziehen, um simplifizierteste Handelsbeziehungen zu „simulieren“. Dabei wurde ein Gefangenendilemma angenommen um die Strategien der Kooperation und Nichtkooperation auf ihre „fitness“ hin zu überprüfen. In das Modell flossen keinerlei menschliche Parameter, wie Vertrauen, Argumentation, Kommunikation überhaupt oder gar Beziehungen, Abhängigkeiten, etc. ein, sondern nur die Kenntnisse der vorangegangenen Züge. Dabei war es möglich, unkooperatives Verhalten zu bestrafen und kooperatives Verhalten zu belohnen oder auszunutzen. Selbstverständlich konnte man einem Unkooperativen auch etwas schenken. Dieses asoziale quasi robotische Modell wurde als Modell der menschlichen Wirtschaft ausgegeben. Warum? – Weil die Strategie Tit-for-tat1 gewann! Konservative nutzen, wie auch Rechtsextreme gern jedes Argument, das ihnen in den Kram paßt. Die Tatsache, daß Tit-for-tat gewann, sagt nichts über die menschliche Gesellschaft aus, da menschliche Gesellschaften viel komplizierter und vor allem kommunikativer sind. Das Experiment ist ohnehin fehlerhaft, da die Computerspieler nämlich ihre Gegner nur begrenzt und vom Programmierer vorhersehbar analysieren, keineswegs jedoch ihre Absichten erkennen können. Da das Experiment nicht von Spieltheoretikern, sondern von WiWis durchgeführt und wirtschaftlich interpretiert wurde, ist der Beweis unwissenschaftlichen esotherischen Denkens erbracht.
Warum kommt es zu solchen blöden Entgleisungen? Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen steht unter Rechtfertigungszwang. 1990 als die Ausbeutung in den neuen Bundesländern eingeführt wurde, wurde auch die Konkurrenz zwischen den Menschen wieder eingeführt. Mit der Negation der Solidarität wurde implizit auch der Egoismus geheiligt. Trotzdem ist Egoismus schlecht und ganz besonders für die Armen, und für die Volkswirtschaft. Seit jeher versucht nun die konservative Wirtschaftswissenschaft zu beweisen, daß betriebswirtschaftliches Interesse gleich volkswirtschaftlichem Interesse wäre. Da die apathische Masse zum Widerspruch nicht mehr fähig ist, ging man hier berauscht von der eigenen Glorie dazu über, zu beweisen, daß Egoismus gut für die Wirtschaft wäre. Dabei hat man allerdings übersehen, daß die Strategie Tit-for-tat eigentlich eskaliert, das heißt in Abhängigkeit vom Gegner zu extremen Ergebnissen führt und in dem Falle, in dem beide Seiten Tit-for-tat spielen, das eskalierende Resultat nur vom Startwert des ersten Spiels abhängt. So kann es kommen, wenn Extremismus, Wunschdenken und Wissenschaft eine Symbiose eingehen wollen.

 

Marketing und „Marktforschung“

Damit Produkte, die niemand braucht abgesetzt werden können, werden sie beworben. Man hat mit Messungen herausgefunden, wie man ein Zielpublikum beeinflußt und herausgefunden, wie man ein Zielpublikum herstellen, verkaufen und kaufen kann. Dadurch ist die Idee entstanden, Das Produkt selbst anhand seiner zukünftigen Absetzbarkeit zu konzipieren. So entstand das Marketing. Das Marketing ist ein Verbrechensbereich bei welchem Rohstoffe, Energie und Arbeitskraft verschwendet werden und unnötige und teilweise schädliche Dinge zu produzieren, die man nicht braucht. Damit das stattfinden kann wird ständig nachgemessen, woher der Verbraucher etwas weiß, was ihm gefällt, was er wann kauft, wie er zum Kauf zu bewegen ist, und wie er manipulierbar ist. Erforscht wird die Täuschbarkeit und Manipulierbarkeit des Verbrauchers. Das nennt sich dann Marktforschung und es dient dem Marketing. „Wirtschaftswissenschaftler“ können diese Disziplinen der Täuschung und Manipulation ganz offiziell an öffentlichen kapitalistischen Hochschulen und Universitäten lernen. Produktzulassungen oder gar Produktnutzengutachten gibt es in diesem Kapitalismus nicht. Kürzlich wurde die Öffentlichkeit von der Giftigkeit, Schädlichkeit und Gefährlichkeit vieler Kinderspielzeuge überrascht. Absetzbarkeit von Produkten ist das große Ideal von allen Betriebswirten und aller Betriebswirtschaft. Allein Absetzbarkeit ist nicht Nützlichkeit.

 

Personelle Korruption

Schlimme WiWis – PPP-Professoren

In der BRD macht sich in in den Wirtschaftswissenschaften ein Phänomen breit, das man als Personelle Korruption des Wissenschaftsbetriebes bezeichnen muß. Besonders bezeichnend ist das Phänomen des PPP-Professors. Diese PPP-Professoren betreiben innerhalb ihrer jeweiligen „Wissenschaft“ schamlos politische Propaganda.
 

Was tun PPP-Professoren? – Was ist PPP?

Public-Private-Partnership (PPP, deutsch ÖPP) ist das gemeinsame Betreiben von Betrieben, die in der Regel der Daseinsvorsorge oder zumindest öffentlichen Funktionen dienen. Dabei komt es meist zu einer gemeinamen Finanzierung, während der Betrieb beiden Seiten zur Erfüllung unterschiedlicher Ziele dient.
PPP-Professoren nutzen dabei ihren Beamtenstatus, um Werbung für eine besondere Form der Korruption zu betreiben das Public-Private-Partnership. Dabei werden in der Regel Projekte mit öffentlichen Funktionen, die vom Staat ständig finanziert werden müssen oder von Abhängigen genutzt werden müssen, kommerziell ausgebeutet. Oft handelt es sich um Teilprivatisierungen, wobei gerade der ausbeutbare Teil des Geschäftes privatisiert wird, während der substanzerhaltende Teil des Geschäftes in öffentlicher Hand bleibt. »Was ist schlimm an Public-Private-Partnership?« (unfertig)
PPP-Professoren behaupten PPP sei in beiderseitigem Interesse und es gäbe eine win-win-Situation.
 

PPP ist Blödsinn

Tatsächlich gehen viele PPP-Projekte Pleite, verzögern sich aufgrund plötzlich unkalkulierbarer oder verschwiegener Kosten, Erfüllen ihre Funktion nicht, oder dienen rein der Ausbeutung durch den privaten Investor, wie bei den meisten Privatisierungen. Interessen-, Ziel-konflikte, fehlende Verantwortlichkeiten und Mißmanagement kennzeichnen PPP-Projekte. Oft ist die Situation für die öffentliche Hand ineinem PPP-Projekt sogar schlimmer, das der “Investor” die öffentliche Hand dauerhaft ausbeutet.
 

Involviertheit

Jedoch sind PPP-Professoren meist involviert. Das heißt, sie arbeiten in privatem Interesse.
Der bekannteste PPP-Professor ist offenbar Prof. Wilhelm Alfen (Universität Weimar), (Ingenieursbüro Alfen Consult). Prof. Alfen puscht politisch PPP-Pojekte.
So heißt es in einem Artikel, den Prof. Alfen auf Wirtschaftsmanagement-online.de geschrieben (//community.wissenschaftsmanagement-online.de/wmo2/user/3273/) hat: „In diesem Zusammenhang wird Public Private Partnership (PPP) für öffentliche Einrichtungen zunehmend wichtiger.“ Der verlinkte Artikel zeigt, wie schamlos für PPP geworben wird und wie lächerlich sich die bürgerliche Politikwissenschaft in der Praxis darstellt.

Als der frühere hessische Ministerpräsident Koch das PPP-Gefängnis JVA-Hünfeld bauen wollte, erstellte der hessische Landesrechnungshof einen Kriterienkatalog nachdem die Kosten für einen herkömmlichen staatlichen Gefängnisbetrieb berechnet werden. Mithilfe Der Privatfirma Alfen Consult, dem privaten Ingenieurbüro von Prof. Alfen änderte die Landesregierung den Kriterienkatalog ohne Begründung ab. Danach ergab der private Gefängnisbetrieb plötzlich einen Kostenvorteil gegenüber dem staatlichen. (j#ff0000;">W)

 

Power-Point-Professoren

Höhere Mathematik für Investmentstrategien

Der normale WiWi setzt in der VWL (Economics) Elementarmathematik ein. Geht es um Portfoliostrategien, kommt immerhin schon Stochastik zum Einsatz. Erst, wenn an der Börse spekuliert wird, kommt höhere Mathematik zum Einsatz. Diese wird allerdings eingekauft. Physiker und Mathematiker werden von der „Finanzmathematik“ umworben. Je seriöser also der Zweck, desto primitiver die Mathematik. —andersherum: — Je verwerflicher der Zweck, desto abgefahrener die Mathematik. Das läßt darauf schließen, daß nicht wissenschaftliches Interesse, sondern Gier die Antriebskraft der meisten WiWis ist.

Was WiWis wirklich gut können, sind Power-Point-Präsentationen. Hübsch designte Seiten präsentieren ein Wissen, das zwischen Dogmen, Zweckbehauptungen und Binsenweisheiten schwankt.
[Evariste]
 

1„Tit for Tat“ heißt „Wie Du mir, so ich Dir“ und ist eine Spielstrategie im Gefangenendilemma, bei der man immer mit genau der Tat antwortet, die der Gegner beim vorangegangenen Zug selbst gespielt hat.

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