Was ist Faschismus?

#0066cc;">Wörter: 1264#0066cc;">; #0066cc;">Linkslevel: ±0 #c67514;">Indifferente
Faschismus wird oft umgangssprachlich benutzt. Dabei kann man diesen Begriff, dessen Bildung man als einzig positives Ergebnis des zweiten Weltkrieges auffassen kann, präzise fassen.

 

Was ist Herrschaft?

Herrschaft bedeutet Unterdrückung vieler durch wenige. Ihr Zweck ist die Ausbeutung der vielen und die Verteilung der Beute unter den wenigen.
Herrschaft ist dann dauerhaft, wenn es gelingt, die Organisation der Unterdrückten zu verhindern und das Reichtumsgefälle auf das Loyalitätsgefälle abzustimmen. Das bedeutet jedoch auch, daß Herrschaft durch kleine Störungen zusammenbricht, wenn sie nicht durch Ideologie (Klassenselbstverständnis der herrschenden Klassen) und Propaganda (Ideologie für die Unterdrückten (z. B Nationalismus, Patriotismus, …)) zusammengehalten wird. (Herrschafts-)Ideologie verschleiert oder legitimiert die Ausbeutung.

 

Was ist offener Terror?

Eine normale unterdrückerische Situation erfordert um der Stabilität Willen, einen reduzierten und propagandistisch und ideologisch flankierten Terror. Diese propagandistisch/ideologische Flankierung generiert eine landestypische #0066cc;">Linkes Lexikon: offizielle Version.
Wenn diese offizielle Version nicht ausreicht, muß der Rest des verhinderten Widerstandes – also der nicht verhinderte Widerstand mit Terror unterdrückt werden. Diese Unterdrückung durch Terror hat aber den bedeutenden Nachteil, daß er meist die offizielle Version schwächt. Spezialfälle sind der deutsche, der israelische und teilweise der US-Faschismus und einige andere, denen es gelungen ist, in der Regel mit völkischen Ressentiments eine mehrheitliche Akzeptanz des Terrors zu schaffen. Diese Akzeptanzkatastrophen sind jedoch selten oder auf bestimmte Schichten begrenzt.
Wird also gewöhnlicher Weise Terror angewandt, schwächt dies’ die offizielle Version. Aus diesem Grunde wird die Propaganda mit zunehmendem Terror schwieriger und ist insbesondere für Außenstehende leicht an ihrer spezifischen Plumpheit zu erkennen.
Anders herum betrachtet, lohnt sich offener Terror auf die Dauer nicht, da Pseudolegitimität der Herrschaft damit nicht aufrecht erhalten werden kann.
Daraus ergeben sich logische Konsequenzen. Faschistischer Terror wird in der Regel benutzt, um in einem möglichst kurzen Zeitraum die politische (linke) Opposition auszurotten (Spanien, Chile, Argentinien, …). Danach setzt man in der eingetretenen Ruhe auf das Schweigen und Vergessen. Dauert der Terror länger an, zerrüttet er die Gesellschaft durch Angst, Denunziation, Brutalisierung. Eine angstgestützte Pseudomoral etabliert sich, in der jeder versucht, nicht mit dem Feind in Verbindung gebracht zu werden. Wenn der offene Terror ganz prinzipiell auf Dauer angelegt wird, zerfällt das System, da fast alle Loyalitäten auf Angst aufbauen und die wenigen anderen erkauft sind – und somit von der externen Gewinnbilanz und der Verteilung der Gewinne also dem Kriegs- und Ausbeutungsglück abhängen. Auf die Entlohnung der Schergen zu verzichten, kann kein Terrorregime sich leisten. Die herrschende Pseudomoral kann die Menschen so verbiegen, daß sie einen Teil ihrer kritischen Denkfähigkeit verlieren. Das Überleben ist wichtiger, als kritisches Denken. Ein sich etablierendes System wird den Terror daher reduzieren und durch Propaganda ersetzen.

Ein Anstieg des Terrors in einem etablierten System zeigt daher eine schwierige Situation des Herrschaftssystems an. allerdings kann der Terror – selbst offener Terror – auf (erzeugte) gesellschaftliche Akzeptanz stoßen. In den USA ist die Bevölkerung relativ unempfindlich gegenüber Gewalt. Das massenhafte Einsperren (partieller Rechtsterror) ist akzeptierte Rechtspraxis und Strafverfolgte (bzw. verurteilte Straftäter) sind ungeachtet ihrer wahren Schuld geächtet. Ressentiments dienen daher als unverzichtbare Werkzeuge jeder Terrorherrschaft.
 

Eskaliert Herrschaft zu grenzenloser Gewalt nennen wir sie umgangssprachlich Faschismus. Wir formulieren folgende Definition:

 

Faschismus 1 – 1. Begriff

Erste Definition

Eine blutige Gewaltherrschaft nennen wir einen Faschismus, wenn
offener Terror herrscht,

  • d. h. der Terror selbst nicht oder bewußt nicht vollständig durch Propaganda, Lügen, verschweigen und herabwürdigen, der Opposition verschleiert wird.

Faschismus herrscht durch Angst.

 

Ursache des Faschismus

Im Imperialismus ist die Regierung des Staates nur mehr ein Dienstleister des Monopolkapitals. Die Krone des Monopolkapitals bildet das Finanzkapital. Das Finanzkapital gebietet über Gesetze und Maßnahmen.
Der Faschismus ist eine Handlungsoption, wie auch der Neoliberalismus (Propagandaoption).

 

Offenheit des Terrors

Terror ist nie offiziell offen. Er wird auch im schlimmsten Faschismus formal verschleiert. Selbst wenn Menschen verschwinden, wird Terror bestritten. Nur darf im Faschismus nicht mehr alles gesagt werden. Die Offenheit des Terrors wird dabei durch seine Erbarmungslosigkeit und Exzessivität erzwungen. Alle wissen, daß Menschen verschwinden und nicht mehr wieder kommen.

 

Präzisierte Definition

Eine blutige Gewaltherrschaft nennen wir einen Faschismus, wenn
1. offener Terror herrscht,

  • d. h. der Terror selbst nicht oder nicht vollständig durch Propaganda, Lügen, verschweigen und herabwürdigen, der Opposition verschleiert wird,

2. eine Situation extremer Ausbeutung herrscht, die für die Herrschenden die rektionäre Bekämpfung jeglicher Interessenvertretung der Ausgebeuteten notwendig erscheinen läßt,
3. die Machthaber die direkten Befehlsempfänger des Monopolkapitals, und somit
4. der verlängerte Arm des partiell extremistisch gewordenen Finanzkapitals sind.1
 

Erläuterung

Wenn die Propaganda sich also wesentlich um die Rechtfertigung des Terrors selbst kümmert, bzw. die Offizielle Version wenigstens die um abschwächende bzw. verschleiernde Lügen über den Terror selbst erweiterte Version einer den Terror rechtfertigenden Ideologie oder nur Situationspropaganda enthält. Faschismus ist charakterisiert durch breite öffentliche Zustimmung oder Pseudozustimmung zum offenen Terror. Dieser Terror ermöglicht die bessere (ungestörtere und stärkere) Ausbeutung der Unterdrückten. Die Angst betrifft daher teilweise auch den Eindruck links zu sein. – Eine antikommunistische Kultur entsteht.
Das erläuterte Wort Faschismus beschreibt jedoch eigentlich zwei Begriffe, eine politische Bewegung und eine Herrschaftsform. Beide werden oft als kongruent betrachtet.
Der Faschismus beruht auf äußerster Menschenverachtung und liegt im politischen Spektrum ganz rechts.

 

Faschismus 2 – 2. Begriff

Den ersten Begriff ergänzend, werden die unmenschlichsten – konkret – menschenverachtendsten politischen Anschauungen als faschistisch bzw. Faschismus bezeichnet. Sie sind voller Ressentiments und geprägt von größter Skrupellosigkeit und brutalster Gewalt. Der Faschismus 2 wird vom Faschismus 1 benötigt. Nur wenn entsprechend skrupellose Individuen (Faschisten 2) gefunden werden, kann der Faschismus (1) ausbrechen. Die Faschisten 1 bezahlen die Faschisten 2.
Der Faschismus 2 ist daher sehr unterschiedlich. Er ist von kulturellen und nationalen „Geschmacksrichtungen“ geprägt. So kommt es, daß der deutsche Faschismus besonders antisemitisch und außerdem völkisch-nationalistisch, biologistisch- rassistisch, usf. war.

 

Faschistoid

Definition “faschistoid”

Eine Gewaltherrschaft mit partiellem Terror, bürokratisch verschleiertem Terror, oder an Strukturen delegiertem bürokratischen Terror (Hartz IV) nennen wir „faschistoid“, solange das Recht auf Leben dadurch nicht unmittelbar und ohne Ausweichmöglichkeit bedroht ist. Faschistoide Herrschaft bedeutet verschämten Terror.
 

Erläuterung

Auch faschistoide Gesellschaften sind antikommunistisch, bringen Linke jedoch noch nicht systematisch um. Erbarmungslosigkeit herrscht in Teilen der Politik (z. B. Verweigerung medizinischer Versorgung für Bevölkerungsteile).
Terror kann heute leicht ökonomisch ausgeübt werden.
 

 

Teile und Herrsche!“ – Die Gefährlichkeit der Solidarität für die Herrschaft

“Divide et impera!” – wußten schon die Römer. Um zu unterdrücken, teilt man die Unterdrückten in kleine Gruppen, spielt sie gegeneinander aus, und verhindert so ihre Solidarisierung. Dummheit und Haß sind die besten Verbündeten jeder herrschenden Klasse. Daher sind Ausländerfeindlichkeit, Nationalismus und Rassismus Herrschaftsinstrumente, derer Herrschende, die in Wirklichkeit selbst oft (sozialchauvinistische) Kosmopoliten sind, sich ihrer Effizienz wegen, gern bedienen.
Solidarische Organisationen und Gesellschaften werden von Faschisten systematisch bekämpft.

 

Was sind Nazis?

Der normale Faschismus rottet alle Linken aus. Allerdings benötigt jeder Faschismus dazu die niedrigsten und primitivsten Elemente, die die Ausbeuter finden können. Aufgrund dieser Tatsache kommt es zu faschistischen “Geschmacksrichtungen“. In Libyen nach dem Sturz Gaddafis wurden nicht nur alle Gegner massakriert, sondern auch unverschleierte Frauen und Schwarze. Eine solche „Geschmacksrichtung“ waren auch die Nazis.
Nazis (von „Nationalsozialismus“ (NS)) sind wie schon in »“Nationalsozialismus” – ein Wort im westdeutschen Sprachgebrauch« (LL = -2) erwähnt und in »Was ist der Unterschied zwischen Nazis und Faschisten?« früh (LL = -3) erklärt, eine spezielle demagogische Ausprägung des deutschen Faschismus der 30er, die man auch als deutschen Faschismus bezeichnen könnte. Das besondere am deutschen Faschismus ist

  1. die Tarnung als Arbeiterbewegung (daher das Wort „-sozialismus“) war von Hitler von Anfang an so geplant,
  2. der extrem konsequente Antihumanismus und – damit zusammenhängend –
  3. der mörderische Biologismus, der zu Völkermord, Euthanasie und ethnischer Vertreibung führte.

Am bekanntesten am NS-Regime aufgrund der enormen Zahl der Opfer sind der Antisemitismus, Antiziganismus.
 

Antikommunismus, Nationalismus und Rassismus sind normale faschistische Eigenschaften dieser extremsten Rechtsextremen.

[Evariste]

#0066cc;">zuletzt bearbeitet am 29.01.2016

 

Siehe auch
»Warum hat der Faschismus Klassencharakter?«,
»Was ist Nationalismus? — Was ist schlimm am Nationalismus?«,
»Faschismusarten« (#0099ff;">unfertig)
 

1 1., 3. und 4. nach Georgi Dimitroff

Ein Kommentar zu “Was ist Faschismus?

  1. Zunächst mal lautet das Thema »Was ist Faschismus?«. Sie reden hier von Zinsentstehung. Ein Zusammenhang ist nicht erkennbar. daher wird das Gesagte nur kurz kommentiert.
    Das Monopol bewirkt einen Zins …” ist schon vor”insdem” falsch, da es nicht am Monopol liegt. auch Oligopole bewirken Zinsen. Allgemein ist der Zins erst eine Folge ausbeutbaren Eigentums. Ein Monopol ist dann besonders erbarmungslos, weshalb private Monopole selbst im Kapitalismus verpöntsind.
    Die Zinswirtschaft (der Kapitalismus) ist ihrem Wesen nach Monopolismus, …” ist nicht richtig. Durch Akkumulation entstehen Oligopole und Monopole. “Zinswirtschaft” ist keine Kategorie.
    Jede Behinderung der Konkurrenz wirkt monopolistisch, …” — wirkt akkumulierend. “ … kürzt den Lohnanteil und erhöht den Zinsanteil.” — “kürzt den Lohnanteil” bedeutet steigert die Mehrwertrate.

    … oder ob schließlich in dem von den Marxisten gepredigten Staatskapitalismus, de …” Marxisten predigen keinen Staatskapitalismus. Kapitalismus bedeutet Kapitalverwertungszwang. Den wollen Marxisten gerade abschaffen.

    … sich fälschlich als Sozialismus ausgibt, infolge der Monopolisierung nahezu der gesamten Wirtschaft durch den Staat der Grundsatz der wirtschaftlichen Unfreiheit zur höchsten Potenz erhoben, die Ausbeutung also auf die Spitze getrieben wird, wobei …” Im Sozialismus gibt es staatliche Monopole, weshalb niemand sich den Mehrwert der Produktion aneignet. Es gibt keine ausbeuende herrschende Klasse. Ausbeutung gibt es imSozialismus nicht. Im Sozialismus konnte man für eine Mark mehrfach in die Schwimmhalle oder ins Kino gehen, für 20 Pf. durch die ganze Stadt fahren. Das lag daran, daß der gesellschaftliche Reichtum allen zugute kam. Die Ausbeutung ist also abgeschafft und nicht auf die Spitze getrieben. Die Folge sind Rechte auf Wohnen, Arbeit, Ausbildungsplatz, kostenlose medizinische Versorgung, Kultur, bildung, … — Alles Rechte, die in der BRD nicht gewährt werden. (»Warum die DDR besser war, als die BRD«)
    Der gesamte Wehmeier-Beitrag ist Blödsinn und unpassend. Wir bitten die Leser, beim Thema zu bleiben.
    [Evariste]

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