Instabiler Faschismus – Warum Faschismus nicht funktioniert

Wörter: 1505; Linkslevel: -5 Faschisten

Die totale Abschaffung der Menschenwürde ist für Leute, die weit rechts im politischen Spektrum stehen, eine verführerische Idee. Viele politische Probleme werden einfach aus dem Wege geräumt. Hier wird gezeigt, daß das nicht funktioniert.

Gesellschaften, die durch offenen Terror reguliert werden, funktionieren durch die Vermittlung von Angst. Damit aber diejenigen, die auf der Seite des Terrors stehen, genug sind, um den Terror zu verteidigen, braucht man trotzdem eine vermittelnde Ideologie. Diese muß allerdings falsch sein. (Hierzu »Warum Faschismus wissenschaftsfeindlich ist« (unfertig)) Abgesehen davon, daß rechtfertigende Ideologien der Faschisten immer plump sind, gibt es noch einige andere Argumente, für die sich Faschisten selbst interessieren dürften. Wir werden dabei nicht über diese Ideologien sprechen.

 

Instabilität

Loyalität im Faschismus. Wer auf Terror baut, nutzt Strafe und Bestechung als reguläre politische Währung. Das wird immer einen großen Teil der Menschen – eben diejenigen, denen die Menschenwürde nicht ganz unwichtig ist, beleidigen. Sie werden jedoch zum Teil käuflich sein. Um Herrschaft zu errichten, muß man ein Belohnungssystem für die Getreuen haben. Da man ohne Belohnungen nicht auskommt, muß man für Nachschub sorgen. Ein faschistisches System kann diesen Nachschub nicht in ausreichendem Maße aus sich selbst heraus erzeugen. Es muß gewaltsam expandieren. (Würde man die Ausbeutung innerhalb des Systems intensivieren, gibt es eine Grenze nämlich die der Reproduktionskosten der Arbeitskraft. Dazu gehört der Aufwand zur Ernährung, Wohnen, Kinder groß ziehen, sowie die Gesunderhaltungskosten. Steigert man die Ausbeutung so stark, daß die Reproduktionskosten für die Arbeitskräfte nicht ausreichend bezahlt werden, vernichtet man Arbeitskraft. Das funktioniert, solange man genug Arbeitskraft hat. Allerdings benötigen fortgeschrittene Arbeitskräfte höhere Kosten. Um also Fortschritt zu haben, kann man die Kosten für die Reproduktion der Arbeitskraft nicht beliebig absenken.) Das bedeutet, daß es, wenn es ein Land ist, andere Länder überfallen muß und wenn es ein Unternehmen ist, andere Unternehmen schlucken oder sich vergrößern muß. Auf jeden Fall müssen die allermeisten Menschen ausgebeutet werden, damit eine Parasitenschicht im Luxus leben kann. Die stützende gewaltausübende Schicht muß gut gefüttert oder in sich differenziert werden.
Der Nachschub kann daher nur durch Expansion des gesamten Systems erfolgen.
 

Das System ist nur in der Expansion stabil

Das System ist aber instabil, da das System Erde, auf dem man expandieren kann, endlich ist. Es ist instabil, weil Konkurrenz und Wirtschaftwachstum herrschen. Es ist instabil, weil während einer hochdynamischen Kapitalvermehrung unkontrollierbare Mißverhältnisse auftreten. Die Menschen, die den Terror der Parasiten kennen, werden ihn trotz stärkster ideologische Beeinflussung bald satt haben. Spätestens, wenn der gesamte Planet erobert ist, kollabiert das System. Wenn der Nachschub stockt, gerät auch das Belohnungssystem ins wanken.
Der Kapitalismus selbst hat das Problem, daß er den Planeten erobert hat. Dadurch mußte er zum Imperialismus werden. Er verwendet also Ressourcen für den Kampf um Vorherrschaft. Je stärker dieser Kampf entschieden wird, desto kenntlicher wird das System.
Die Vorherrschaft einer planetenweiten Elite zerstört die Umwelt, die Wissenschaft, die Zivilisation, die Biosphäre und macht den Planeten unbewohnbar. Durch die unkontrolliert wachsende Wirtschaft ist sogar die Endlichkeit des Planeten relevant geworden.
 

Der Faschismus ist eine Religion

Die faschistischen Ideologien gehen immer von der Ungleichheit der Menschen aus. Diese läßt sich jedoch nicht begründen. Sie wird in der Regel aus ökonomischen Gründen geglaubt. Stoppt die Expansion, bleibt nur noch die Ideologie. Da aber die Ideologie letztlich aus ökonomischen Gründen geglaubt wird, hält sie bei einer offensichtlichen systemischen Schwäche nicht lange vor.

Stoppt die Expansion des Systems, zerfällt der Faschismus von innen heraus.
Für die Faschisten sieht das so aus, als würden sie dem äußeren Feind erliegen. Von Anfang an brauchen sie den Terror nach außen und nach innen.
 

Ohne Bestechung kein Faschismus

Loyalität im Faschismus ist erkaufte Loyalität. Da hilft keine Augenwischerei! Selbst stärkste ideologische Beeinflussung der Massen kann ein System, vor dem alle Angst haben, nicht als attraktiv erscheinen lassen, wenn man keine persönlichen Vorteile davon hat.

Wenn der Nachschub stoppt, brechen alle Loyalitäten schnell zusammen, da alle Loyalitäten nur erkauft waren. Ausnahmen bilden nur diejenigen, die die die Gewaltausübung selbst als Sinn ihres Lebens betrachten. Sie sind immer nur wenige.
Faschismus bietet keine echte Loyalität. – Wozu auch – Nur zum Terror! – Und diese wenigen sind in diesem Zustand für den Aufbau einer Gesellschaft nicht zu gebrauchen, da sie eigentlich nur zerstören wollen.

Die Wahrheit ist:
»Faschisten sind unerzogen«! (unfertig)
Daher auch – sind Faschisten im eigentlichen Sinne kriminell. Sie können uns nichts beibringen und erst recht nichts regulieren.
 

Eloquenz – ein historisches Experiment hat es schon gegeben!

Der Faschismus bricht auch zusammen, wenn man ihn total konsequent durchzieht.
Der deutsche Faschismus – der sich demagogisch „Nationalsozialismus“ nannte – war die eloquenteste Ausführung der Abschaffung der Menschenwürde. Praktisch fast ein ganzes Volk wurde zum Krieg verpflichtet, mit aller geballten Propaganda auf einen völkischen Kampf eingeschworen, auch die letzten Ressourcen für den Krieg eingesetzt, die Eroberung der Welt begonnen, Zwangsarbeiter für die Rüstung verheizt. Konsequenter kann die Menschenwürde nicht abgeschafft, die Menschheit als Material nicht ausgenutzt werden.
Allein – es dauerte zwölf Jahre bis zum Ende! Dann war alles vorbei.
(Wir kommen noch einmal kurz darauf zurück.)

 

Faschismus ist destruktiv

Jede funktionierende Gesellschaft muß für ihren Unterhalt sorgen und Probleme lösen. Im Faschismus wird das wertvollste – nämlich der Mensch – geringgeschätzt. Aus diesem Grunde ist auch alles andere einer destruktiven Grundeinstellung unterworfen. Wer aber destruktiv ist,kann keine Probleme lösen. Es kann wohl Material requirieren, Gebiete okkupieren oder Menschen versklaven. Probleme lösen oder gar erkennen, kann er nicht.
Der Faschismus schöpft aus der Zerstörung. Deswegen ist Konstruktion ihm fremd. Was er konstruiert ist uninspiriert, unoriginell, abgekupfert, zusammengestohlen und -geraubt oder es dient direkt der Zerstörung.
Die Wissenschaft des Faschismus ist falsch. (»Wissenschaft im Faschismus« (unfertig) Alle ideologiestützenden „Theorien“ über Rassen und Völker sind widerlegt.
 

Intelligenz im Faschismus

Faschismus ist dumm! Zwar gibt es Wissenschaftler, die sich dem Faschismus verkaufen, dort jedoch bieten sie Ware an, die wissenschaftlich faul ist – eine sehr billige Ware. Dem Faschismus selbst ist das egal. Ihm genügt es den Nimbus der Wissenschaft, soweit er seinen Wert in der faschistischen Gesellschaft noch nicht verloren hat, eingekauft zu haben, um ihn seinen Zielen unterzuordnen. Eine faule Ware jedoch ist keine Währung für die, an einer solchen Ware interessiert sind. Man steht im Faschismus ohne echte Gesellschaftswissenschaft da. Man weiß nicht einmal was das genau ist.
Unkundige und Antiintellektuelle haben gegenüber Kunst und Wissenschaft eine ungläubige Haltung. Das liegt daran, daß man zur Beurteilung von Werten darin – Experten braucht. Ist eine größere Zahl dieser Experten Scharlatane, kann man richtig und falsch nicht mehr auseinander halten. Kunst und Wissenschaft sind im Faschismus der Religion vergleichbar, da nur eine streng begrenzte Kaste eben über die „Qualität“ der Inhalte entscheidet. Die Experten werden zu Priestern der Kunst oder der Wissenschaft. Den Faschisten ist das prinzipiell egal. Da sie Nihilisten sind, schätzen sie diese Werte nicht. Da sie jedoch Macht wollen, haben sie ein instrumentelles Verhältnis zur Wissenschaft.

Nur die Rüstungsindustrie gibt viel Geld aus, um Zerstörerisches herzustellen. Wirklich intelligente Leute kriegt sie aber nicht. Das ist auch nicht nötig, denn Zerstören ist einfacher, als aufbauen.

Politische Richtungen mit Intelligenz in Zusammenhang zu bringen, ist problematisch, da sich alle möglichen Fähigkeiten breit verteilen. Wir können jedoch feststellen, daß Intelligenz mit dem Linkssein leicht korreliert ist. Umgekehrt formuliert, können wir feststellen, daß Dummheit mit dem Rechtssein leicht korreliert ist. (Dummheit ist die intellektuelle Ausprägung von Minderbegabung oder Minderentfaltung und Minderentwicklung der Persönlichkeit. Für Dummheit kann es viele Gründe geben.) Barbarei ist dumm und faschistische Genies gibt es nicht! Wir können daher die klare Aussage treffen, daß Faschismus die dümmste politische Richtung ist.
 

Instabiler Faschismus
Nach diesem Destruktivitätsabschnitt können wir sogar davon ausgehen, daß gerade die oben behandelte Eloquenz seiner Durchführung die Lebensdauer des Faschismus verringert. Der deutsche Faschismus war so kurz, eben weil er so eloquent ausgeführt wurde.

 

Stört das den Faschisten?

Faschisten nutzen die Behauptung, eine bestimmte (siegreiche) Welt aufzubauen. Aber wollen sie das wirklich? Tatsächlich wollen Faschisten nur kämpfen. Sie wollen unterdrücken, Gewalt ausüben und kämpfen. Im Falle eines totalen Sieges über die Welt wären Faschisten nicht glücklicher als zuvor. Sie würden weiterkämpfen wollen. An der Konstruktion der Welt würden sie nicht teilhaben wollen. Sie würden ihre Aggression nach innen richten und die letzten Konstrukteure schikanieren und vernichten.
»Das Leben hat für den Faschisten keinen Sinn« (unfertig)! Spätestens wenn alles erobert oder alles zerstört ist, bricht der Faschismus sowieso zusammen – wahrscheinlich aber viel früher.
Sachlichkeit ersetzt der Faschist durch Anmaßung. Widerlegt man ihn, schlägt er zu. Er kann daher eigentlich nicht durch Argumente überzeugt werden. Er kann jedoch etwas über seine Motivation lernen.

 

Fazit

Faschismus ist instabil. Er bricht zusammen, sobald die Expansion stagniert, da alle Loyalitäten im Inneren nur erkauft sind.
Faschisten sind unerzogen und kriminell.
Faschismus ist destruktiv. Einen Aufbau wird es höchstens zur Kriegsvorbereitung geben (– wie im Computerspiel).
Faschismus ist dumm. Natürlich kommt es uns Linken nicht auf Intelligenz, sondern auf Weisheit an, aber Dumme sind nicht weise und Anmaßung macht Dummheit nicht wett!
Faschismus wendet sich gegen das Leben. Wie aus »Das Leben hat für den Faschisten keinen Sinn« (noch unfertig)entnommen werden kann, sind Faschisten verkappte Nihilisten was sie sagen, ist sinnlos – auch für sie selbst.

[Evariste]

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