Was ist schlimm an einer positiven Außenhandelsbilanz? – Warum eine positive Außenhandelsbilanz ein großes Verbrechen ist

Wörter: 644; Linkslevel: -2 Asozialisierte Mitläufer
Immer wieder vergleichen insbesondere Westdeutsche die DDR mit der BRD. Dabei kommt typischen sozialchauvinistischen Ressentiments folgend (meist als erstes Argument) die Stärke1 der Ökonomie als Argument zum Einsatz. Wir zeigen in diesem Rahmen nicht, daß Die BRD ein Ausbeuterstaat ist, machen aber den Teilaspekt der positiven Außenhandelsbilanz hier zum Thema.

 

Was bedeutet positive Außenhandelsbilanz?

Wenn ein Land mehr exportiert, als es importiert, hat es eine positive Außenhandelsbilanz. Ist es umgekehrt, ist sie natürlich negativ.
 

Aber was bedeutet das?

Wenn ein Land mehr exportiert, als importiert, dann hat es mehr Außenstände, als Schulden (unabhängig davon, wer genau im Lande die Außenstände und wer die Schulden hat). Bei einer negativen Außenhandelsbilanz ist es trivialer Weise wieder umgekehrt.

Wenn nun aber ein Land ein positive Außenhandelsbilanz hat, dann will es die Mathematik, daß jemand anderes oder mehrere andere dafür eine negative haben.
 

Was bedeutet das?

Wenn jemand anderes eine negative Außenhandelsbilanz hat, verschuldet er sich. Des einen Vorteil ist des anderen Nachteil. Drücken sich Vor- und Nachteile in Zinsen aus, wird es ernst.
Wenn ein Land sich systematisch verschuldet, dann werden die Menschen dort in Schulden geboren und sterben in Schulden. Die Gläubiger aber profitieren die ganze Zeit davon. Die Schuld liegt also bei den Gläubigern, die diese Situation (bewußt) ausnutzen.

 

Das Verbrechen — die Systematik

Die BRD folgt seit Anbeginn ihres Bestehens einer Doktrin der positiven Außenhandelsbilanz. Das bedeutet, daß systematisch immer mehr exportiert wird, als importiert. Das bedeutet, daß man systematisch dafür sorgt, daß andere sich bei Personen, Unternehmen, Körperschaften (meist Banken) der BRD verschulden. Dadurch werden in armen Ländern Kinder in Schulden geboren, zahlen ihr Leben lang Zinsen und sterben in Schulden.

Der hier dargestellte Effekt ist (wie oben erwähnt) nur ein Effekt von vielen, die die BRD zu einem Ausbeuterstaat machen. Der hier dargestellte Effekt ist geeignet, bei sehr asozialen Menschen den Klassenkompromiß zu stärken. Eine systematische positive Außenhandelsbilanz ist menschenverachtend. Der Staat macht sich hierbei das Kerngeschäft der Banken zu eigen, das darin besteht, andere zu Schuldnern zu machen. Möglich ist diese Art von Geschäften nur, wenn man eine bestimmte Menschenverachtung in sich trägt.

 

Es geht auch anders

Die Länder des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe RGW (DDR, Polen, Sowjetunion, …) folgten streng einer Doktrin der ausgeglichenen Außenhandelsbilanz. Das übergeordnete Prinzip war der Handel zum gegenseitigen Vorteil. Einen solchen Gedanken gibt es im Kapitalismus nicht. Im Kapitalismus spielt nur der Vorteil und genauer die Übervorteilung eine Rolle. Sie adelt den Kapitalisten in seinem System.

 

Bedeutung

Imperialismus

Handel zum gegenseitigen Vorteil macht gegenüber Kapitalisten verwundbar. Daher war es notwendig Verteidigungsmaßnahmen gegen den räuberischen Kapitalismus zu ergreifen. Die DDR als Beispielstaat half bei der Entwicklung armer und insbesondere nach Unabhängigkeit strebender Länder. Die BRD half immer nur bei der Zerstörung armer und nach Unabhängigkeit strebender Länder.
Insbesondere Länder, die versuchen sich unabhängig von der NATO zu entwickeln werden zur Strafe sofort zerstört. (Vietnam, Nicaragua, Libanon, Irak, Afghanistan, Libyen, Jugoslawien, Syrien, …) Auf der Liste sind in der Zukunft noch Iran, Nordkorea, Venezuela, Kuba, China, Rußland, …). Krieg wird überall da geführt, wo ökonomische Waffen nicht mehr zum Ziel führen, weil die westliche Demagogie nicht mehr greift. Wir sehen also, daß Grundlage für eine positive Außenhandelsbilanz eine gewisse Menschenverachtung ist.
 

Sozialismus

Im Sozialismus wird die Übervorteilung anderer als Verbrechen gesehen, das abgeschafft werden muß. Wer also “argumentiert”, die DDR wäre “wirtschaftlich schwach” gewesen, der vergißt, daß die DDR kein Ausbeuterstaat war und vom Westen bis aufs Blut bekämpft wurde.

[Evariste]
 

1 Die Stärke der Ökonomie hat hier folgende Bedeutung: Zunächst beten Rechte die Stärke der Ökonomie an,weil sie die Stärke an sich anbeten. Noch wichtiger aber ist, daß Altbundesbürger, die aus der NS-Zeit stammen, oft geäußert haben: “Wir haben damals an den Endsieg geglaubt.” Wer so etwas äußert, zieht den Gedanken der Legitimität aus der Stärke. Das ist auch beim ökonomischen Vergleich der DDR mit der BRD der Fall.

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