Warum die HAARP- und Chemtrail-Legenden Quasihoaxe sind

Wörter: 3029; Linkslevel: +2 Sozialdemokratisierte Linke
Verschwörungstheorien1 verbreiten sich schnell und insbesondere wenn Leute, Organisationen oder Staaten, die sowieso irgendwie böse sind, verdächtigt werden, verbreiten sie sich besonders schnell.

Es ist jedoch ausgesprochen ärgerlich, wenn großer Blödsinn auch von Linken verbreitet wird, nur weil sie keine naturwissenschaftliche Bildung haben und es auch nicht für nötig erachten, die Plausibilität von Legenden zu überprüfen.
 
Die Legende von der Wetterwaffe – ja sogar Erdbebenwaffe HAARP gehört zu den Medienphänomenen westlicher Gesellschaften, in denen sich auch Erdstrahlenlegenden halten wie Kettenbriefe. Daher die Einordnung des Artikels.
Aktueller Anlaß des Artikels ist die Tatsache, daß der an sich politisch sehr kundige Linksparteipolitiker Norman Paech zwei Hoaxen aufsitzt, die es in sich haben:

  1. dem HARRP-Quasi-hoax
  2. dem Chemtrail-quasi-hoax

Beide Legenden werden oft gleichzeitig zitiert.

 

Was ist ein Hoax?

Ein Hoax ist eine auf Verbreitungseffizienz optimierte Legende, die – in der Regel geschickt geschrieben – sich zur Freude ihrer Urheber besonders weit verbreitet.

 

Was ist ein Quasihoax?

Weil aber nicht alle Legenden in der arglistigen Absicht geschrieben wurden, nur der Verbreitung zu dienen, sondern auch durch guten/bösen Glauben, Eindrücke oder Überzeugungen entstanden sind, wird hier die Kategorie des Quasi-Hoax eingeführt.

 

Was wäre zu zeigen?

Wenn also die beiden erwähnten Legenden tatsächlich Quasihoaxe sind, wäre zu zeigen, daß sie falsch sind.

 

1. Warum die HAARP-Legende ein Quasihoax ist

Legende HAARP

Das High Frequency Auroral Research Program (HAARP) steht unter der Leitung der US-Luftwaffe und der US-Marine und dient Angaben des Militärs zufolge der Erforschung der oberen Atmosphäre.
Legenden über das HAARP breiten sich im Internet aus wie ein Hoax oder ein Kettenbrief – und so schön das Internet als Alarmanlage funktioniert – wenn plausibler Blödsinn sich ausbreitet nützt das niemandem.
Es gibt in Bezug auf das HAARP die Legende, daß man damit das Wetter beeinflussen könnte, gar die, daß man damit Erdbeben (triggern?) erzeugen könnte. Von Wetterwaffen oder gar Erdbebenwaffen ist die Rede. Es wird teilweise behauptet, man könne mit HAARP den Jetsream und damit das globale Wetter verändern.

 

Was ist falsch an der HAARP-Legende?

Grundlegendes

Strahlenwaffen
Strahlenwaffen gehören in der Tat zu einer neuen Form der Bedrohung. Diese sind jedoch nur gegen anfliegende Flugkörper einsetzbar und können eine gewisse Menge von unterschiedlichen Formen und Anwendungen haben. In der Regel kann man nämlich aus der Form der Waffe auf die Art der Anwendung schließen. Das werden wir hier tun.
Es gibt Mikrowellenwaffen, die man gegen feindliche Elektronik einsetzt, Mikrowellenwaffen, die man auf die Schmerzrezeptoren von Menschen (Nozizeptoren) richtet oder auch Radiowaffen, die mittels elektromangnetischer Felder, heranfliegende Flugkörper zerstören. Das letzteren hier interessanten Beispiel so diskutiert und mit HAARP verglichen werden. Es wurde ein riesiges Antennenfeld (Antennenwald) konstruiert, mit dem man durch zeitkontrollierte Ansteuerung ein Singnal aussenden kann, das sich durch gesteuerte Interferenz fokussieren läßt. Diese Waffen lassen sich gegen schnell heranfliegende Objekte einsetzen, indem man mit ihnen die Atmosphäre vor den Objekten ionisiert, und damit die Eigenschaften des larges schockartig ändert. Das Objekt wird dann durch mechanische Überlastungen zerrissen oder zum Absturz gebracht. Hierzu ist allerdings zu sagen, daß man Antennenwälder auch zum Empfang und zur gerichteten Überwachung nutzen kann. Bekannt ist, daß solche Antennenwälder in den USA und in Rußland, in Norwegen und in Puerto Rico stehen.
 

Spionageeinrichtungen
Spionageeinrichtungen sind so vielfältig in Form und Gestalt, wie in ihrer Funktion. Die Form hängt von der Funktion und damit vom Ziel der Spionage ab. So ist es möglich, Kommunikationssatelliten oder andere Einrichtungen anzupeilen. Das ist natürlich schwierig, wenn man keine direkte Verbindung hat. Meistens werden hierfür sehr große Parabolspiegel genutzt. Soweit man die extrahierten Daten entschlüsseln kann, kann man so spionieren. In dem Buch »Das Ende der Anonymität« hat sich die Autorin beispielsweise mit der Satellitenüberwachung durch das Echelon-Projekt befaßt. (Kalter Kaffee, aber) Jeder Zweck benötigt eine entsprechende Technologie.
 

Militärische Kommunikation mit Unterwasserfahrzeugen
Wenn ein U-Boot sehr tief taucht, ist es aufgrund der elektrischen Leitfähigeit des Wasssers sehr gut abgeschirmt. U-Boote müssen also, um zu kommunizieren, in der Regel auftauchen oder sich der Oberfläche nähern, was die Gefahr entdeckt zu werden vergrößert. Daher wünschen sich Militärs eine Kommunikationseinrichtung, die in der Lage ist, auch schwächste Signale zu Orten und vor allem zielgerichtet zu senden und viellecht auch noch zielgerichtet zu empfangen(!!).
>Nutzt man dann noch mehrere Frequenzen, die jede für sich unterhalb der Rauchschgrenze liegen, gemeinsam mit einem gesteuerten Phasen- und einem definierten Frequenzfilter, hat man eine perfekte, derzeit nicht überwachbare Kommunikation.
 

Realität
Die beiden letzten genannten Varianten werden vom US-Militär selbst als Zweck für den Antennenwald in Alaska angegeben. Das weiter unten beschriebene Interferenzprinzip erlaubt genau die gewünschte Fokussierung. Die imperialistischen USA haben hier tatsächlich etwas entwickelt, was die Möglichkeiten der Spionage, der Überwachung und der heimlichen Kommunikation revolutioniert.
>Leider werden solche Entwicklungen nur aus militärischen Gründen vorangetrieben.
In jedem Falle verheißen die Entwicklungen nichts gutes. Kritik an der Technologie ist daher erwünscht.
Die Kritik daran sollte aber richtig sein!
 

Da das HAARP-Projekt selbst angibt , die Funkwellenausbreitung, Überwachung und auch den militärischen Einsatz zu erforschen, sollte das HAARP selbst zunächst mal auf Plausibilität überprüft werden. Die offizielle Erklärung kann dann mit der Haarp-Legende verglichen werden. Dabei spielt vor allem die Ausdehnung des Antennenfeldes, die Länge der Antennen, ihr Abstand, ihre Anzahl (ihre Leitfähigkeit) und die verwendete Energie eine Rolle.
 

Anzahl und Anordnung der Antennen

zunächst verwundert es, daß die Zahl der fest installierten Antennen 180 beträgt. Diese Zahl ist keine Quadratzahl und das Feld daher nicht quadratisch. Wenn man eine Waffe konstruiert, konstruiert man sie so, daß sie in alle Richtungen gleichermaßen funktioniert.
Die verfügbaren Bilder und eine primitive Primafaktorzerlegng lassen auf ein Feld von 18 mal 10 oder 9 mal 20 Antennen schließen. (Vielleicht ist ja in der Mitte auch ein vier-mal-vier-Viereck frei geblieben, dann wäre es wirklich quadratisch. Aufgrund einer Abbildung (Winterbild mit 17 erkennbar hintereinanderliegenden Antennen) gehe ich von 18 mal 10 aus.

Die Anzahl der Antennen in einer Richtung entscheidet darüber, wie räumlich, winkelig und spektral hochaufgeöst d. h. wie brillant der Strahl in der Richtung der Reihe fokussiert werden kann. Möchte man Energieeffizienz für die Zerstörung eines Flugobjektes erreichen, sind zehn oder 18 Antennen in einer Richtung ziemlich wenig. Für sehr weit entfernte Objekte ist der Fokus zu schlecht und um einen Abschuß zu erreichen muß man ein ziemlich großes Gebiet aufheizen. Die Richtung hingegen läßt sich durch elektronische Einzelkontrolle der Zeitverzögerung sehr gut einstellen.

Umgekehrt kann man das System natürlich sehr gut zur Verstärkung elektronischer Signale nutzen. Peilt man die Quellen an und führt sie der Peilung entsprechend mit der richtigen Zeitverzögerung zusammen erhält man ein bedeutend verstärktes Signal. Die Militärs selbst geben ja an, mithilfe des Systems mit untergetauchten U-Booten kommunizieren zu wollen.
Das System ist also für die Verstärkung schwächster Signale und für gerichtetes Abhöhren bestens geeignet. Es läßt sich also für Überwachungsaufgaben einsetzen.
 

Energie

Die Sendeleistung der Station ist von Freund und Feind mit 3,6 MW angegeben.
Wollte man anfliegende Flugobjekte zerstören, bräuchte man wenigstens ein kleines Kraftwerk. Wollte man Wetterphänomene beeinflussen, bräuchte man eine riesige Energie. Wenn man eine einzelne Wolke, die am Versuchsgebiet vorbeischwebt, am Abregnen hindern wollte, müßte man versuchen, einen nennenswerten Anteil der Wolke z. B. 15 % zu verdampfen, wodurch die Wolke weiterziehen und an einer anderen Stelle abregnen würde.
Die Energie, die hierfür benötigt würde, wäre gewaltig! Nehmen wir an, die Wolke ist klein und enthält eine halbe Million Tonnen Wasser. Dann braucht man bei einer spezifischen Verdampfungswärme (Die Wärmekapazität bis zum Siedepunkt ist vernachlässigt.) von 2,26 MJ/kg wenn man nur 10 % der Wolke verdampfen möchte, etwa 113 Mio. MJ. Um diese Energie bei einer Sendeleistung von 3,6 MW zuerreichen müßte man 31,4 Mio s lang senden. Es würde über ein Jahr lang dauern. Bei der Gelegenheit sei erwähnt, welche ungeheure Energie in den Wetterphänomenen selbst steckt und daß man normaler Weise den umgekehrten Weg geht und die Energie des Wetters anzapft um ein winziges bisschen davon nutzbringend anzuwenden. Letzte Ursache des Wetters ist die Sonneneinstrahlung und die beträgt unter guten Bedingungen am Tage etwa 1,1 kW/m². Das zufällige übereinanderstömen zweier unterschiedlicher Wolkensorten schafft durch Vereinigung des Schattenwurfes einen größeren Effekt, als man mit dieser geringen Sendeleistung jemals erreichen könnte. Nur 3 km² Schatten blockieren soviel Sonnenenergie, wie der HAARP-Effekt, sollte er vollständig und oberhalb der Sendeanlage auf die untere Atmosphäre fokussiert sein, abgibt.

Mit HAARP könnte man also höchstens sehr nahe und kleine Wolken mit hohem Aufwand beeinflussen.
Von Erdbeben brauchen wir hier gar nicht zu reden. Ein einziges kleines Erdbeben der Stärke 4,5 hat Eine Energie von 100 MWh. Ein Erdbeben der Stärke 5,5 hat (lt. Wikipedia) bereits 3 GWh Energie, das ist etwa die Explosionsenergie von einer Mt TNT. Dazu kommt die fehlende Ankopplung. Während man in der (dünnen) Luft durch Fokussierung Felder erzeugen kann, die zur Ionisierung führen, würde bei einer versuchten Fokussierung durch die Erde auf dem langen Weg eine Absorption bei weit niedrigeren Energien im Inneren der Erde stattfinden.
In dem Experiment im verlinkten Film2 strahlt der “Doktor” in seinem lächerlichen Sandkastenexperiment keineswegs elektromagnetische Strahlen auf den Sand, sondern hauptsächlich Schallwellen. Ein Lautsprecher wandelt Wechselstrom in Schallwellen. Die von der Spule erzeugten Magnetfelder ziehen einen Magneten an, wodurch die Feldänderung mit einer gewissen Verzögerung kompensiert wird. Die Schallwellen werden durch die Form der Membran ein wenig nach vorn fokussiert. Das Ergebnis ist nicht verwunderlich.

Der Versuch durch die Erde zu fokussieren
Die Erde ist nicht homogen für Elektromangnetische Wellen. Sollte man trotzdem versuchen, hindurch zu fokussieren, hat man eine Entfernung von bis zu 13 000 km zu überbrücken um atmosphärische Phänomene auf der anderen Seite zu beeinflussen. Auf diese Entfernung mit einer Antennenarrey-Kantenbreite von etwa 200 m mal 360 m zu fokussieren, bedeutet große laterale und vor allem vertikale Verluste. Trotz der Interferenz hat man ja nur zwei bis drei Handvoll Antennen in jeder Richtung und daher wie oben erwähnt eine schlechte Brillanz.
Um also wirklich Wetterphänomene beeinflussen zu können, müßte das System eine Kantenlänge von 20 km und entsprechend mehr Anennen besitzen etwa hundert Kernkraftwerke müßten am Rande des Antenensystems sitzen um die Energien bereitzustellen, um die Wirkungen zu erzielen, die einige Verschwörungstheoretiker unterstellen.
 

Jetstreambeeinflussung?
Den Jetsream, der ein wasserhaltiger Hochgeschwindigkeitsluftrom in Höhen zwischen 10 und 18 km liegt und zwischen den Klimazellen liegt, kann man mit so lächerlichen Energien nicht beeinflussen, da auch die viel stärkerren Wetterphänomene kaum Einfluß auf den Jetstream haben. Eine Beeinflussung von Hurrikanes ist mit so geringen Energien selbstredend auch nicht möglich. Wer so etwas glaubt, hat kein wissenschaftliches Vorstellungsvermögen.

 

Gebäude unter den Antennen

Auf allen bekannten Bildern von HAARP sind Container zu sehen, die offensichtlich elektrische Anlagen, Elektronik und wahrscheinlich auch Arbeitsplätze beinhalten. Würde die Anlage ständig zerstörerische Intensitäten aussenden, wäre auch die Elektronik auf dem Gelände selbst in Gefahr. Schon in der Nähe starker Radiosender im Lang- und Mittelwellenbereich schwingen Metallteile oft mit. Um Schäden zu vermeiden, müßte der Zaun, der sich um das Gelände herum befindet und aus Metall mit Stacheldraht oben drauf besteht, einen deutlich größeren Abstand besitzen. Offenbar stört der Metallzaun beim Senden überhaupt nicht.

 

Erforschung der Ionosphäre

Offiziell angegeben wird von HAARP selbst, u. a. Die Ionosphäre zu erforschen. Diese ändert sich sehr stark und insbesondere die vertikale Schichtung und ihre schnelle Änderung ist Messungen mit Ballons sehr schwer zugänglich. Daher braucht man ein System, das elektromagnetische Strahlung fokussieren kann, damit sie wie eine Sonde nur in der angepeilten Höhe wirksam wird.

 

Militärkommunikation, Spionage und Überwachung

Das Militär selbst gibt an, mit dem System mit U-Booten zu kommunizieren. Wenn außerdem ständig zwischen senden und Empfangen hin und her geschaltet wird, können die Energien nicht sehr hoch sein. Offensichtlich ist auch kein Kraftwerk in der Nähe. Daher kann man davon ausgehen, daß das System tatsächlich für Forschung, Spionage, Überwachung und militärischen Kommunikation genutzt wird. Das System ist insbesondere deswegen erfolgreich, weil es trotz mehrfacher hin- und her- Reflexion zwischen Ionosphäre und Erde noch leistungsfähig genug ist, die erforderlichen Aufgaben zu bewältigen. Das liegt jedoch nicht an der Sendeleistung, sondern am Interferenzeffekt.
 

Wetterkrieg”

Ein Wetterkrieg mit HAARP ist nicht möglich. Um einen Wetterkrieg mit Regen zu führen, müßte man auf das Territorium des Gegners fliegen und extreme Regenwolken impfen. Das würde jedoch auffallen und außerdem müßten diese Regenwolken erst einmal da sein. Andersherum kann man natürlich Dürren erzeugen, indem man systematisch alle Regenwolken abregnen läßt, noch bevor sie das Territorium des Gegners erreichen. Allerdings wären auch alle anderen Länder dahinter betroffen und auch diese Aktionen würden enorm aufwändig und auffällig sein.

 

Fazit

Die Beeinflussung des Wetters, Mißernten, Kopfschmerzen und gar Erdbeben durch HAARP sind Legenden.
Daß die USA böse Dinge tun, z. B. Kuba mit Kartoffel-Schädlingen oder Dengue-Fiber zu verseuchen, und ständig Kriege vom Zaune zu brechen, bedeutet nicht, daß sie für jedes Unglück der Erde verantwortlich sind.

 

2. Was ist falsch an der „Chemtrail“-Legende?

Der Inhalt der Legende

Um der (selbstverschuldeten) Klimaerwärmung zu begegnen, ohne etwas gegen die Ursachen zu tun, wird die obere Atmosphäre mit Tröpfchen oder Aerosolen versehen, und zu diesem Zwecke mit Metallionen geimpft, oder mit dünnen Metallstreifen versehen, um die Reflexionseigenschaften der oberen Atmosphäre zu beeinflussen um durch die Reflexion von Sonnenlicht und mit dem der dementsprechenden Schattenfraktion den Treibhauseffekt zu kompensieren. Dabei wird die Umwelt mit Chemikalien verseucht.
Die Legende besagt, daß unter anderem Silberiodid, Metalloxide, Bariumionen, … und Aluminiumionen, bzw. z. T. auch dünne Aluminiumstreifen in die Atmosphäre ausgebracht würden.
Zum Beweis werden jede Menge Kondensstreifen abgebildet, getarnte Flugzeuge fotografiert und Wetterphänomene abgebildet.

 

Warum ist diese Legende Blödsinn?

Reflexionseffekt und Aufwand

Die Verschwörungstheoretiker behaupten, daß die Metallionen in sehr großen Höhen ausgebracht würden und so die Reflexion des Sonnenlichtes in sehr großen Höhen stattfinden und somit eine Aufheizung der Erde durch sehr dünne Zirruswolken verringert würde. Ein solcher Effekt wäre auf einem begrenzten Territorium für kurze Zeit erzielbar.
Man müßte allerdings dafür sogen, daß die Wolken nur tagsüber da sind, weil sie nachts die Abkühlung verhindern und Licht, das in den Weltraum abgestrahlt würde, zurückwerfen. Eine besondere Kleinheit der Tropfen kann diesen Effekt jedoch unterstützen, da das nachts abgestrahlte Licht deutlich langwelliger ist. Sehr kleine Tröpfchen bewirken also einen negativen Treibhauseffekt. Trotzdem ist der Aufwand dieses zu erreichen, gewaltig, da ein relevanter Anteil der gesamten Erdoberfläche ständig mit Ionen besprüht werden müßte. Höhenströmungen und Zyklen, sowie Klimazellenströmungen würden die Atmosphäre an vielen Stellen schnell reinigen. Eine riesige Flotte von Flugzeugen wäre nötig, um diese Menge an Ionen auf einer so gewaltigen Fläche auszubringen.
 

Menge der Ionen

Zunächst betrachten wir die Frage mit den Alustreifen. Selbst wenn man Aluminium zu 300 nm dünnen Streifen auswalzen würde (dünner geht es nicht da die sich außen bildende Korundschicht sonst kein Aluminium mehr übrig lassen würde), würden die Streifen in wenigen Tagen den Erdboden erreichen. Sie würden beim Herabsinken das Radar aller in der Nähe befindlichen Radarstationen stören bzw. ein deutliches Signal hinterlassen. So dünnes Aluminium wäre übrigens gefährlicher als Glaswolle und fast so gefährlich wie Mica oder Asbest. Die Ausbringung derartigen Feinstaubes wäre strafbar.
Betrachten wir also die Ionen. Die Ionen bilden mit Wasser Eiskristalle, welche entsprechend der barometrischen Höhenformel innerhalb weniger Wochen, jedoch als Kondensationskeime innerhalb von Tagen oder Stunden den Erdboden erreichen würden. Sie müßten etwa wöchentlich auf dem gesamten Territorium ersetzt werden. Um einen Effekt zu erreichen müßte ein wesentlicher Anteil der gesamten Erdoberfläche behandelt werden. Insgesamt ergäbe das eine extreme Düngung der Erde, die die gesamte Volkswirtschaft finanziell und die Umwelt ebenfalls extrem belasten würde. Es ist absurd.
 

Dauer der Kondensationsstreifen

Wie lange Kondensationsstreifen am Himmel bleiben, ist höchst unterschiedlich. Es hängt von der Luftfeuchtigkeit, der Temperatur und folglich auch von der Höhe ab. Verschwörungstheoretiker behaupten, daß die als „Chemtrails“ identifizierten Streifen besonders lange bleiben. Teilweise meinen sie daß einige sich auflösten, während andere länger blieben. Das kann z. B. an der unterschiedlichen Höhe liegen. In der Regel hat man nämlich in unterschiedlichen Höhen auch unterschiedliche relative Luftfeuchten, sonst würden keine Wolken aufsteigen und es gäbe kein Wetter.
 

Gitterartige Strukturen

Auf einigen Bildern der Chemtrail-Befürworter sind viele Chemtrails in teils gitterartigen Strukturen zu sehen. So etwas kann in Ländern mit hoher Flughafendichte vorkommen. Einige Flughäfen haben sich kreuzende Landebahnen. Werden die Kondensstreifen weggeblasen, können sie sich mit Kondensstreifen,die zu anderen Flughäfen gehören, vermischen und können sich, wenn sie sich in unterschiedlichen Höhen befinden, auch kreuzen. Wollte man Chemikalien ausbringen, würde man Kreuzungen vermeiden, weil sie ineffizient wären.
 

Länderübergreifendes

Die Beschränkung auf ein Land oder wenige reiche Länder, die sich einen solchen Aufwand vermeintlich leisten könnten, ist für das Weltklima nicht bedeutsam. Da diese Länder im Vergleich zum gesamten Erdball über eine relativ kleine Fläche verfügen. Es ist ohnehin nicht denkbar, daß eines dieser Länder tatsächlich versuchen sollte, solche Kosten aufzuwenden, statt mit den selben Mitteln die Ursachen des Treibhauseffektes zu verringern.

Da die Atmosphäre ständig in Bewegung ist, wäre eine Aerosolschicht in wenigen Tagen ohnehin weggeblasen und müßte neu erzeugt werden. Andere Länder würden mit Schadstoffen belastet werden und sich beschweren.
Wer also tatsächlich das Weltklima beeinflussen wollte, müßte versuchen, den gesamten Planeten mit einem Tröpfchen-, oder Schneeflockenschatten zu überziehen. Ein so gewaltiger Aufwand (+ Energieaufwand) und die Beschädigung der Atmosphäre ohne direkten Nutzen ist absurd.
 

Politik der Negation des Treibhauseffektes

Die Fans der Verschwörungstheorie glauben, daß ausgerechnet diejenigen Politiker, die den Treibhauseffekt leugnen und nichts zu seiner Bekämpfung tun (wollen) diejenigen sind, die sich zur heimlichen Bekämpfung seiner Symptome verschworen haben.
Linke wissen, daß diese Politiker jedoch auch genau dieselben sind, die Sozialabbau betreiben, Waffen kaufen, fremde Länder mit Krieg überziehen, Menschenrechte verletzen, und rhetorisch die edelsten Motive aufwenden um die schlimmsten Verbrechen zu rechtfertigen oder zu kaschieren. Es ist absurd, anzunehmen, daß ausgerechnet sie sich um so etwas wie den Treibhauseffekt kümmern sollten.

 

Was würde man ansonsten tun, um die Wärmestrahlung auf die Erde zu verringern

Von höherer und etwas dauerhafterer Effizienz ist die Idee, alle flachen Hausdächer weiß zu streichen oder gleich Solarmodule darauf zu deponieren, da die Städte mittlerweile einen großen Anteil an der Fläche einiger Länder haben, ist die Beeinflussung der Reflexionseigenschaften der Städte im sichtbaren Bereich des Spektrums ein sinnvoll zu betrachtender Parameter. In Südspanien gibt es so viele Treibhäuser, daß die Reflexion der Glasdächer bereits das lokale Klima verändert.

[Evariste]

 

1 »Was ist eine Verschwörungstheorie?« (Wiederherstellung)
2 Dummer HAARP-Film Teil 2 bei 6:20 min lustiges Interview mit „Doctor“ Agnew. Er hat keine ELF-Wellen am eigenen Leib erfahren und auch kein Erdbeben ausgelöst. Diagnosewellen sind im Vergleich zu Vorgängen in der Erdkruste extrem schwach.

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