Linkes Lexikon L: Leih … Lohn

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L

 

 

Leiharbeit – in die kapitalistischen Rechtsordnung eingebetteter Weiterverkauf von Arbeitskraft; Die offizielle (demagogische) Bezeichnung ist Arbeitnehmerüberlassung. Sie folgt rechtlich dem auf die Ausbeuter zugeschnittenen Arbeitnehmerüberlassungsgesetz. Bei der Leiharbeit werden Lohnsklaven (Lohnsklaverei) verliehen bzw. vermietet.
Kapitalistische Sichtweise: Im kapitalistischen System sieht Leiharbeit zunächst praktisch aus, da für bestimmte Aufgaben qualifizierte Arbeitskräfte, die die Unternehmen,die sie nur für Spezialarbeiten benötigen, nicht selbst ausbilden oder halten könnten einfach für diese Aufgaben anmieten können. So erhöht Leiharbeit die Arbeitsteilung.
In der Praxis jedoch hat sich „Leiharbeit“ als Billigleiharbeit durchgesetzt. Das bedeutet, daß nicht die Verleihung extrem qualifizierter und teurer Arbeitskräfte den bei weitem größten Teil der Leiharbeit ausmacht, sondern gerade die Verleihung niedrigqualifizierter und besonders billiger Arbeitskräfte.
So kommt es, daß Leiharbeit benutzt wird, um reguläres Personal, das viel teurer ist, kurz bis langfristig einzusparen. Leiharbeit ist der Feind der regulären Beschäftigung und der Feind des Tariflohns.
Offiziell dient die “Arbeitnehmerüberlassung” der Überwindung von Personalengpässen, wie sie durch Veränderungen der Auftragslage eintreten können. Diese Lohnsklaverei dient jedoch praktisch weder dem Ausgleich von Personalengpässen noch der Verleihung von Spezialkräften mit speziellen Fähigkeiten, sondern in der kapitalistischen Marktpraxis

  • der Verleihung von besonders billigen Arbeitskräften, die damit in Konkurrenz zu Stammbelegschaften treten und dementsprechend strategisch zum Personalabbau (Euphemismus (E noch nicht online)) oder
  • der Vorbereitung des Outsourcings dienen können und des weiteren
  • – besonders infam – der Vermittlung von besonders billigen Streikbrechern, bzw.
  • generell einfach der Senkung des Realeinkommens und somit der Steigerung der Ausbeutung.

Leiharbeit schwächt die Gewerkschaften. Ihre Legalität wirkt arbeitskampfverzerrend.
Sozialdemokratische Lösung: Leiharbeit, die Arbeitskräfte vermittelt, welche geringer (als oder gleich) bezahlt werden, als Stammbelegschaften verbieten und nur Lohnarbeiterüberlassungen, welche welche Spezialkräfte mit klar besonderen hochqualifizierten oder besser nur außerordentlich benötigten Fähigkeiten vermitteln zulassen!
Sozialdemokratische Lösung: Leiharbeit, die einfache oder normale Tätigkeiten und Leiharbeiter mit weniger bzw. gleichem Lohn, als bzw. wie die Stammbelegschaften betrifft, verbieten.
Sozialistische Lösung: Leiharbeit strafbewehrt verbieten! Handel mit bzw. Weiterverkauf von Arbeitskraft unter Strafe stellen. Private Arbeitsvermitlung strafbewehrt verbieten.

 

Lexikon — umfassendes enzyklopädisches Werk;

 

Linkes Lexikon — politische Enzyklopädie linker Tendenz; Das Linke Lexikon enthält alles, was mit Politik zu tun hat und von Mainstream-Lexika nicht erfaßt werden kann. Angrenzendes Wissen aus Ökonomie, Soziologie, Geschichte, Psychologie, und diversen Sozialwissenschaften können zur Politik thematisch beitragen. Das Linke Lexikon ist ein logisches Resultat der Theorie des politischen Spektrums (noch nicht online), derzufolge zu linke Inhalte nicht Rechten verstanden werden können. (Evariste) Das Linke Lexikon ist noch im Stadium des grundsätzlichen inhaltlichen Auffüllens.

 

Liberalismus, liberal – Freiheitlichkeit, freiheitlich – vielfältig ge- und mißbrauchte Begriffe. Der Freiheitsbegriff und somit die Worte liberal und Liberalismus werden im gesamten politischen Spektrum genutzt. Sie sind daher für sich allein relativ wenig aussagekräftig. Wichtig zu wissen ist die Teilung des politischen Liberalismus in den Menschenliberalismus, der die Freiheit von Bürgernoder allgemein Menschen anstrebt (Ell > -2) und dem Wirtschaftsliberalismus (ELL < -2), der die Freiheit von Unternehmern oder gleich die von Unternehmen, kommerziellen Körperschaften im Gegensatz zur Menschenfreiheit anstrebt. Der Wirtschaftsliberalismus wird dabei demagogisch als „Liberalismus“ verkauft. (Siehe dazu »Was ist der Unterschied zwischen wirtschaftsliberal und menschenliberal?« (unfertig))

 

„linksextrem“, “Linksextremismus” — demagogisch-pejorative Konstruktion zur Verunglimpfung des Linksradikalismus; Linksextremismus gibt es nicht; Die Vokabel “Linksextremismus” wird entweder zu dieser politischen Denunziation verwandt oder geschieht aufgrund von Vernachlässigung realer gewaltsamer Unterdrückung unter realitätsfeindlicher Negation von Gewaltverhältnissen und herrschaftlichem Terror. (Siehe: »Was ist der Unterschied zwischen Radikal und Extrem?«)

 

linksliberal, Linksliberalismus – bürgerliche Bezeichnung für als liberal erachtete linkeste noch bürgerliche Strömung; Linksliberale finden sich rechts der echten Sozialdemokratie und am linken Ende des bürgerlichen Spektrums. Der Linksliberalismus tritt politisch für Bürgerrechte ein, jedoch noch nicht für Menschenrechte. (Um Mißverständnisse zu vermeiden – der Linksliberalismus ist natürlich für Menschenrechte, tritt jedoch nicht für sie ein und registriert im wesentlichen auch nicht deren (zahlreiche) Verletzungen. Resultat dieser motivationellen Voreinstellung ist ein leichtes Friedensengagement, Technologiekritik (Gentech, Kernkraft), rechtliche Willkürkritik, evtl. Verbraucherschutz, Kritik an politischer Korruption, mitunter konstruktive Demokratiekritik. Vertreter des Linksliberalimus in der BRD sind (von links bis rechts) so unterschiedliche Leute wie Christian Ströbele, Friedrich Schorlemmer, und die Piraten, sowie Jakob Augstein. Was dem Linksliberalismus fehlt, ist fundamentale Kritik an der Marktwirtschaft, eine realistische Sicht auf das kapitalistische Elend. Der Linksliberalismus ist nicht links (keine Arbeiterbewegung und schon gar nicht proletarisch), sondern links-bürgerlich – also relativ links im bürgerlichen Spektrum. An dieser Stelle gibt es im politischen Spektrum derzeit nicht viel. Vor Jahrzehnten wanderten die Grünen durch diesen Bereich (nach rechts) hindurch.

 

Lobbyismus – häufig legale Form der demokratiefeindlichen Beeinflussung parlamentarischer Abläufe im Kapitalismus; Beim L. können u. a. nichtkommerzielle, hauptsächlich aber kommerzielle Körperschaften demokratisch gewählte Abgeordnete in bürgerlichen Parlamenten beeinflussen, obwohl sie selbst kein Wahlrecht haben. Lobbyismus erfolgt daher meist im privaten kommerziellen Interesse.
Der übliche kommerzielle Lobbyismus im Kapitalismus ist den Interessenvertretungen von formal wahlberechtigten Bürgern, die sich in Form von Initiativen und Vereinen zeigt, finanziell, logistisch und organisatorisch weit überlegen.

Während auf nationalstaatlicher Ebene Lobbyismus den Charakter von Überzeugung/ideologischer Beeinflussung/Bestechung, sowie Ideen-Lancierung hat, blüht er auf europäischer Ebene erst richtig auf. Ort muß der Charakter des Lobbyismus als dominant-aktivistisch betrachtet werden. Kommerzielle Interessenverbände lancieren nicht nur Idee, sondern schreiben gleich selbst ihre eigenen Gesetze (EU-Richtlinien). Die demokratische Kontrolle ist auf europäische Ebene gering.
Echte Linksregierungen würden Lobbyismus verbieten und unter Strafe stellen. Im Sozialismus ist Lobbyismus verboten.

 

“Lohnabstandsgebot” – Konservative Erfindung, um das Arbeitslosengeld zu drücken; Der Begriff bezeichnet den Abstand des Arbeitslosengeldes II zum Niedriglohn. Der Begriff “Lohnabstandsgebot” klingt in einem asozialen Staat mit relativ akzeptiertem Erwerbsarbeitszwang zunächst plausibel. So fordern selbst Konservative (nur in diesem Zusammenhang), daß Arbeit sich lohnen müsse. Was sie dabei verschweigen, ist daß der geringe Abstand nicht durch Steigerung des Arbeitslosengeldes, sondern durch Senkung des allgemeinen Realeinkommens – also wegen des Senkung des Lohnes – der „wichtigsten“ politischen Tätigkeit der Konservativen – zustande gekommen ist. Konservative lügen hier also zynisch, denn sie selbst sind Schuld am geringen Lohnabstand zur Grundsicherung, da die Konservativen sich geringe Löhne wünschen und immer an der Senkung aller Realeinkommen arbeiten. Der Ausdruck „Lohnabstandsgebot“ ist zynische Heuchelei. Das Lohnabstandsgebot ist in Wahrheit ein Chauvinismus, der als Gerechtigkeit daherkommt.
Das Wort “Lohnabstandsgebot“ ist Demagogie der Kategorien Euphemismus und Verschweigen.

 

Lohnsklaverei — kapitalistisches Äquivalent zur Sklaverei, bei der der Lohnsklave nicht durch Gewalt, sondern durch Elend in ein (Arbeits-)Rechtsverhältnis gezwungen wird und dabei formal rechtlich frei bleibt. Er hat dabei die Wahl sich von verschiedenen Ausbeutern ausbeuten zu lassen, die sich über den minimalen Grad der Ausbeutung (minimale Mehrwertrate) und über den Grad des praktisch angedrohten Elends einig sind. In der Praxis gibt es insbesondere für einfachste Tätigkeiten einen branchenübergreifenden Maximallohn.

 

 

 

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