Strafe

Instrument der Herrschaft und Erziehung in Herrschaftssystemen das systemkonformes oder gesellschaftskonformes Verhalten erzwingen soll; Strafe ist eine negative Sanktion(ierung), die viele Funktionen und Bedeutungen haben kann. Allgemein: Strafe ist eine Zwangsmaßnahme, die beim zu Strafenden einen ökonomischen, körperlichen freiheitlichen, seelischen oder ansehensmäßigen Schaden verursacht. Der zu Strafende soll im Ausbeutersystem mit Instrumenten, die auch der Unterdrückung dienen, zu einer psychoökonomischen Entscheidung für Konformität gezwungen werden. Da der Zu-Strafende ebenfalls aus einer psychoökonomischen Entscheidung “kriminell” im Sinne des Systems geworden ist, sind Strafmaße in elenden Gesellschaften besonders hoch ( – das desto mehr, als die Menschenverachtung in diesen Systemen auch höher ist). Das Strafmaß hat allerdings kaum einen Einfluß auf die Kriminalität. Kriminalität entsteht durch Elend und Ungleichheit. Will man Kriminalität unbedingt nur mit Polizei und Justiz bekämpfen, sollte man die Aufklärungsrate erhöhen. (Nur die Aufklärungsrate schreckt ab.) Diese erhöht sich allerdings von selbst, wenn man Sozialpolitik betreibt.
Durch gesellschaftliche Entwicklung weicht Strafe immer mehr erzieherischen Maßnahmen. Der Delinquent soll Menschen und ihre Arbeit schätzen lernen.
Strafe vordergründig in der Gesellschaft: — Strafe soll in Gesellschaften bei schädlichem Verhalten von Einzelindividuen diese durch Sanktionen zu einer Änderung ihres Verhaltens bewegen. Moderner Weise versucht man bei den Einzelindividuen eine Einsicht in falsches Verhalten zu erzeugen. Diese neuere Ausprägung entspricht jedoch nicht dem eigentlichen Wesen der Strafe. Genau genommen steht dieser neue Teilaspekt im Widerspruch zu ihr und wird sie in der Zukunft historisch ablösen. — Strafe im Rechtsstaat: — Eigentlich existiert Strafe, um Angriffe auf das Eigentum und die Privilegien der Herrschenden abzuwehren. Moderner Weise nimmt diese Strafe mittels eines formalen Regelsystems und unterstützt durch einen ideologischen Überbau den Charakter scheinbarer Gerechtigkeit an. So wird es möglich gleichzeitig „Gerechtigkeit“ in unpolitischen Fragen zu erzeugen und außerdem Angriffe auf Privilegien öffentlich akzeptiert abzuwehren. — Strafe hintergründig im rechtsgerichteten Rechtsstaat — dient der Abschreckung. Da Menschenverachtung viele unterdrückerische Gesellschaften charakterisiert, gelingt es den Herrschenden spezielle Klassen von Delikten, die ihnen selbst besonders gefährlich werden können, mit einem Stigma zu belegen. Dieses Stigma wird auf die Delinquenten einige ihnen entsprechende oder als entsprechend wahrgenommene soziale Gruppen übertragen. Dem gewöhnlichen (angepaßten) Rechtsextremen ist es nun ein Bedürfnis, daß Delinquentenoder gleich Mitglieder spezieller sozialer Gruppen bestraft werden. (Siehe Bestrafung)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hilfe

WordPress theme: Kippis 1.15