Rechtssystem

Einrichtung zur Verschleierung, Einsparung und Ökonomisierung unterdrückerischer Gewalt und der gleichzeitigen Schaffung der Illusion institutionalisierter Gerechtigkeit. Ein ~ wird von den Herrschenden als Alternative zu reiner Gewalt oder archaischer Herrschaftsanbetung installiert und bleibt bis zu seiner Entthronung als weitere Herrschaftsanbetungsform in Kraft. Eine Form der Herrschaftsanbetung war die Monarchie und der Adelsstand. Die ihnen entsprechenden Rechtssysteme erlaubten adligen, Waffen zu tragen. Die Entthronung des Adels schuf ein neues Rechtssystem mit neuen Herrschern.
Die bürgerliche Revolution schuf das dem Kapitalismus angemessene Rechtssystem.
Zu allen Zeiten glaubten die meisten Menschen, am Ende der Geschichte zu stehen, da sie die Geschichte von ihrem eigenen Standpunkt aus wahrnahmen. Folglich nahmen unkritische Geister die herrschende Gerechtigkeit ihrer Zeit als höchste Form der Gerechtigkeit wahr. Kritik am Rechtssystem wurde für unbedeutend gehalten und auf unwesentliche Fehlerhaftigkeit geschoben. Das liegt daran, daß ein Rechtssystem, den Zeitgeist, der es trägt, mit generiert.
Ein ~ beruht folglich darauf, daß die Menschen, die ihm zugrunde liegenden Dogmen glauben. Das derzeitige kapitalistische Rechtssystem beruht darauf, daß Eigentum als Heiligtum betrachtet wird. Dies ist insbesondere deswegen wichtig, weil ein Teil des Eigentums – das Privateigentum an Produktionsmitteln – Ausbeutung und Herrschaft ermöglicht.

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