Ehe

diskriminierendes Relikt patriarchaler Herrschaft, das in der Regel (Patriarchat) eine Zuordnung des weiblichen (männlichen) Geschlechts zum männlichen (weiblichen) leistet und dabei eine mehr oder minder schwere Form von Herrschaft in Form von schwacher Aufsicht bis hin zum Eigentum an einer zugeordneten Person gewährleistet.
Inhalt der ursprünglichen Ehe ist eine jeweils konkrete gegenseitige Geschlechtszuordnung von Personen zu einer meist bipolaren (heterosexuellen Monogamie) idealer Weise lebenslangen ökonomisch-biologischen Gemeinschaft. gesellschaftliche Grundlage der Ehe ist zum einen ein gesamtgesellschaftliches Ressentiment gegen Frauen und zum anderen entweder ein Religionssystem oder moderner Weise ein Rechtssystem (meist beides). In der Regel wird die Ehe zweifach nämlich religiös und rechtlich geschlossen. Moderne Tendenzen der Ausdehnung der Ehe auf gleichgeschlechtliche Beziehungen verwässern den ureigentlichen diskriminierenden Sinn der Ehe und sind Symptom der Auflösung des Ehebegriffs. Die Ehe diskriminiert bis dahin

  • Alleinstehende (Unverheitratete),
  • Alleinerziehende,
  • Frauen,
  • Kinder und
  • Homosexuelle.

Die Ehe als Rechtskonstruktion dient als Waffe und ist ein (unbewußtes) systemisches Unterdrückungsinstrument. Die Ehe dient nicht nur

  • der geschlechtlichen Unterdrückung,

sondern über den vielfach verbreiteten Ehezwang auch

  • der Besitzstandswahrung und
  • der Klassen- bzw. Kasten-Erhaltung.

Der geschlechtsspezifische Ehezwang wird durch unterschiedliche Mechanismen aufrechterhalten.
Wo die Ehe noch ihre volle Funktion als Unterdrückungsinstrument hat, wird der Zwang zur Ehe

  • gesellschaftlich also religiös und kulturell,
  • rechtlich und auch
  • ökonomisch

aufrechterhalten. Im Zuge der politischen Bewußtseinsentwicklung verschwinden ökonomische, gesellschaftliche und rechtliche Zwänge. Die Ehe ist über Gesellschaftsordnungen hinweg von allen patriarchal ausgerichteten Staaten (auch gegenseitig) anerkannt. Aufgrund ihrer Mächtigkeit ist sie meist das einzige legale Mittel des Klassenaufstiegs. Als solches kann sie mit Hindernissen auch der Überwindung von Staatsbürgerschaftsgrenzen dienen. In der Regel läuft die voll funktionsfähige Ehe auf Prostitution mit staatlicher oder religiöser Zuhälterschaft hinaus. Die Existenz der Ehe als gesellschaftliche Institution ist ein Beispiel für unbewußte Menschenfeindllichkeit, die sich hier konkret als Frauenfeindlichkeit äußert. Die Ehe ist (unter vielen anderen) Symptomen Ausdruck ausbeuterischer Produktionsverhältnisse. Eine echte ökonomische Gleichstellung von

  • Frauen,
  • Schwangeren,
  • Erziehenden und
  • Alleinerziehenden

würde die Ehe zu einem bedeutungslosen Relikt machen. Im Kapitalismus behält die Ehe als Ausdruck patriarchaler Herrschaft trotz starker Abschwächung ihrer Wirksamkeit ihre institutionelle Bedeutung. Sie erzeugt Druck auf die Frauen, die sich ihr nicht unterwerfen.

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