Ausbeutung

1. marxistischer Begriff für die Aneignung des Mehrwertes der Produktion durch den Kapitalisten mithilfe des Privateigentums an Produktionsmitteln. Die Arbeiter bekommen demnach nur das zur Reproduktion ihrer Arbeitskraft notwendige. Der Kapitalist eignet sich den großen Rest an. Der Grad der Ausbeutung bemißt sich durch die Mehrwertrate. Ausbeutung ist im Kapitalismus möglich, weil

  1. die Produktivkraftentwicklung ein Mehrprodukt ermöglicht, so daß es einen (zu verteilenden oder zu raubenden) Überschuß der Produktion gibt.
  2. li> durch das private Eigentum an Produktionsmitteln die Arbeitskräfte von den Produktionsmitteln getrennt sind, weshalb sie ihre Arbeitskraft verkaufen müssen,

Arbeitskraft wird im Kapitalismus zur Ware. Der Rechts-Charakter des Handels mit dieser Ware verschleiert die Ausbeutung. Abweichendes Verhalten seitens der Ausgebeuteten gibt es nicht, da einzelne Arbeitskräfte mit eigenen Werkzeugen oder Maschinen allein nicht mehr konkurrenzfähig sind. Abweichendes Verhalten seitens der Ausbeuter ist aufgrund der Konkurrenz meist nicht möglich, da der Kapitalismus trotz privater Eigentumsverhältnisse, eine derart vergesellschaftete und arbeitsteilige Produktionsweise besitzt, daß man dahinter nicht mehr zurück kann.
2. Davon (→ 1.) abgeleiteter bürgerlich relativierender Begriff der eine relativ starke Ausbeutung unter besonders prekären Beschäftigungsbedingungen oder mit Mitteln, die selbst gegen die gegenüber Ausbeutung sehr tolerante kapitalistische Rechtsordnung verstoßen, bezeichnet.
3. Unbekümmerte Nutzung einer Quelle (Energie- oder Rohstoff-, Land-Ertrag, Arbeit).

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