Ausbeutung der Dritten Welt

Ausbeutung des Trikont — typische Mehrwert- und Handelsspannenwert-Aneignung in internationalen Beziehungen, bei denen die Reichen des Planeten auf Kosten der armen Länder systematisch Reichtum akkumulieren und dabei einen vergleichsweise unverhältnismäßigen Schaden an Menschen, Gemeinschaften, Gesellschaften, Ländern und der Biosphäre anrichten; Ausbeutung herrscht nicht nur in Arbeitsverhältnissen, sondern auch in Handelsbeziehungen. Der marxistische Begriff der Ausbeutung (der einzige Begriff) (siehe Ausbeutung)) betrachtet die Aneignung des Mehrwertes und kennt mit der Mehrwertrate sogar ein Maß. Allerdings kann das Konzept auch auf Handelsbeziehungen mit ungleichen Partnern angewandt werden. In diesen ist es so, daß derjenige, der “größer” ist, in der Regel mehr Handelspartner zur Auswahl hat, flexibler in technischen, quantitativen und qualitativen Aspekten ist, und daher weniger auf den zu tätigen Handel angwiesen ist. aufgrund dessen kann er die Bedingungen des Handels stärker bestimmen. Das Gesetz der Akkumulation des Wertes im Kapitalismus führt nun dazu, daß sich (vom Zustand postulierter Anfangsgleichverteilung) in kurzer Zeit eine solche Ungleichverteilung herausbildet, daß genau wie bei den Arbeitsverhältnissen, die durch Trennung der Arbeitskräften von den komplexen Maschinen, Eigentumsprivileg und Elend erzwungenen Arbeitsverhältnisse beim Handel ebensolche Zwänge auf die kleineren Händler zu wirken beginnen. Am stärksten ist der Effekt auf ganze Branchen und Länder in der sogenannten Dritten Welt, wenn die betroffenen Branchen und Länder von der Produktivkraftentwicklung der reichen Länder abgekoppelt sind und (kalkuliert und auch bewaffnet) auf diesem Niveau und auf einer geringen spezialisierten Produktpalette festgehalten werden um die Abhängigkeit zu erhalten. Nur fremde Statthalter oder korrupte Regierungen, die die fremden Interessen durchsetzen, können deren Entwicklungsfeindlichkeit lange durchsetzen, wodurch die langanhaltende Ausbeutung ermöglicht wird. Als Rechtfertigung für den durch Handelsverträge verschleierten Raub dient die Überstülpung kapitalistischer Rechtssysteme, welche den Ausbeutern das “Recht” auf Ausbeutung durch Handel einräumt. Wichtigster Anteil an der Ausbeutung durch Handel an der Dritten Welt ist auch hier die gewöhnliche Ausbeutung durch Aneignung des Mehrwertes, da die eigentlichen Arbeiter in der dritten Welt von der in ihrem Lande herrschenden und mit profitierenden Klasse extrem niedrig bezahlt werden.

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