Arbeitslosigkeit

Gesellschaftliches Phänomen, bei dem Teilmengen der Bevölkerung nicht arbeiten. Es muß zwischen Arbeitslosigkeit in kapitalistischen und quasisozialistischen Staaten unterschieden werden. In kapitalistischen Staaten gibt es zwei Sorten von Arbeitslosigkeit. Eine herrschaftliche und eine verelendete. Die herrschaftliche Arbeitslosigkeit kommt dadurch zustande, daß ein Teil der Bevölkerung, nämlich der, der die Produktionsmittel besitzt, nicht arbeiten muß. Diese spielt in der Praxis keine Rolle, da die Besitzer der Produktionsmittel ein Recht auf Arbeit haben und es oft wahrnehmen. Die verelendete (eigentliche) Arbeitslosigkeit des Kapitalismus kommt so zustande, daß ihr Elend als Exempel für alle diejenigen dient, die ihre Arbeitskraft zu teuer oder zu unwillig verkaufen wollen. So dient die typische Arbeitslosigkeit des Kapitalismus dazu, den Preis der Arbeitskraft niedrig zu halten, denn durch den Warencharakter der Arbeitskraft im Kapitalismus unterliegt diese (und somit ihr Preis) dem Markt (und da die Herrschaft bei den Besitzern der Produktionsmittel liegt, liegt auch eine kleine Manipulation des Marktes nahe und in der Natur des Kapitalismus.)
Die Arbeitslosigkeit des Quasisozialismus ist eine spezielle Erscheinung. Im Sozialismus herrscht ein Recht auf Arbeit. Da Marxisten über den hohen gesellschaftlichen und auch sozialen Wert der Arbeit Bescheid wissen, wird Arbeitslosigkeit im Sozialismus vermieden. Allerdings gab es im Libyen des Muammar al Ghaddafi eine Arbeitslosigkeit von 30 %. Diese Arbeitslosigkeit war jedoch in Gänze eine Arbeitslosigkeit des Wohlstandes. Seit der libyschen Revolution gegen König Idris, bei der Libyen noch das ärmste Land der Welt war, wurde der Reichtum des Landes zum Wohle des ganzen Volkes eingesetzt. Selbst ausländische Spezialkräfte, Ärzte, Akademiker und Lehrer wurden eingesetzt. Die Wüste wurde bewässert und die Gewinne aus dem Ölverkauf zum Bau von Universitäten Krankenhäusern und Industrie eingesetzt. So kam es, daß Libyen zum reichsten Land Afrikas wurde, es der Bevölkerung gut ging, Libyen noch anderen afrikanischen Ländern bei der Entwicklung half und die eigentliche Bevölkerung Libyens ca. sechs Millionen bei drei Millionen meist ostslawischen Gastarbeitern nicht unbedingt zu arbeiten brauchte.
Aus marxistischer Sicht ist es dekadent, große Teile der Bevölkerung in den Tag hinein leben zu lassen. Denn Arbeit erfordert Problemlösefähigkeiten, Arbeit zivilisiert, Arbeit gibt Inhalt, Arbeit lehrt den Wert, Arbeit schafft Verantwortungsbewußtsein. (Weil dieses einigen Libyern fehlte, fand der Imperialismus in Libyen Verräter, welche im Namen tribalistischer Nationalismen das Land verrieten und ins Chaos stürzten. Unter dem falschen Vorwand „Ghaddafi“ würde sein Volk massakrieren, zerstörte die NATO das Land durch Bombardement.)
Die Arbeitslosigkeit ist ein Phänomen der Dekadenz und der Entfremdung des Menschen von der Menschlichkeit (im Kapitalismus) und ( allgemein) von Sinn und Inhalt der Produktion oder von der Verantwortung für die Gesellschaft.
Im echte Sozialismus gibt es keine Arbeitslosigkeit, weil es ein Recht auf Arbeit gibt und Arbeit das erste Bedürfnis der entwickelten sozialistischen Persönlichkeit ist.

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