antiintellektuell, Antiintellektualismus

(antiintellektuelles Ressentiment) — rechtsextremes Ressentiment gegen Intellekt, Intellektualität, Wissenschaft, Intelligenz, Wissenschaftlichkeit; Das antiinellektuelle Ressentiment ist 1. meist ein durch einen Minderwertigkeitskomplex angetriebenes Ressentiment, das von rechtsgerichteten Eltern in sogenannten bildungsfernen Unterschichten an Kinder weitergereicht wird und in besonders rechtsextremen Gesellschaften konsensual zur kulturellen Ausformung gelangen kann. So gibt es in der us-amerikanischen Kultur eine starkes fast überall anzutreffendes antiintellektuelles Ressentiment, das sogar Biologisierungscharakter (“Egghead” – Bezeichnung für einen Wissenschaftler, der – comicaritig gedacht – ein freakhaft größeres Gehirn haben müßte) annehmen kann. Das Ressentiment ist in den USA so stark, daß in dem militaristischen Land das Literatur- und Filmgenre “Science Fiction” in Wirklichkeit als Polizei-, Forensik- oder Militär-Genre auftritt und Wissenschaftler selbst oft eine Nebenrolle spielen und dann entweder nur als Supergenies oder Freaks auftreten. Ein weit verbreitetes und kulturell selbstverständliches Ressentiment wird in Unterhaltungsmedien natürlich bedient. Flächendeckende Bedienung bedeutet fast vollständige Verbreitung und Ablehnung der Wissenschaft durch die Bevölkerung. Eine wissenschaftliche Weltanschauung ist so nicht möglich. Evolution, Klimawandel und Atheismus sowieso werden bei einem kulturell verankerten antiintellektuellen Ressentiment nicht anerkannt. In schwächeren Ausprägungen erscheint der Antiintellektualismus als kulturelle Abgrenzung mit Selbstschutzcharakter. Der (als Mem) vererbte Antiintellektualismus pflanzt Bildungsferne fort und ist eine Gefahr für betroffene Jugendliche. Das antiinellektuelle Ressentiment ist 2. regional oder kulturell durch erzieherische Fehlkonditionierung entstanden, Faulheit und Clickenmachismus und Guppendynamik beeinflußt; Im deutschen Schulsystem (Ost- wie West-) gibt es das Phänomen, daß Lehrer wie Schüler die Ideologie pflegen, lernen und denken, wäre anstrengend. Daraus kann eine Abneigung gegen Lernen und sogar Wissen entstehen. Diese Abneigung kann gruppenideologisch manifestiert und vertieft werden. Antiintelektualismus kann 3. aus 1. und 2. gemischt sein.
Die Bekämpfung dieses Ressentimens gelingt nur über de Bekämpfung desjenigen rechtsextremen Wertigkeitsdenkens, die den sich selbst un- oder halbbewußt als minderwertig voraussetzenden Rechtsextremen sich selbst zum Feind macht. Man muß den Betroffenen klar machen, daß das (für den Kapitalismus so wichtige) Statusdenken hier aufgrund der eigenen so stark rechten Stellung im Spektrum eine schamerzeugende und selbstvergiftende Wirkung besitzt. Die generelle Menschenverachtung (des Rechtsextremen) wirkt hier einfach auf den Verächter selbst zurück.

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