“Abartiges”

Denkkategorie in Chauvinismen trainierter Rechtsextremer, welche eine vorgeblich naturgegebene Normabweichung als Andersartigkeit und vor allem als (natürlich schuldimplizierende) Minderwertigkeit interpretiert; Wir finden die Idee der “Abartigkeit” als sympathiemanipulierendes Werkzeug im extremistischen Film (z. B. im US-Action-Genre) wie man dort auch die “natürliche”, die mystische Bosheit, die Kampfesvirtuosität oder die Auserwähltheit jeweils als empathiemanipulierende Werkzeuge vorfindet. Die “Abartigkeit” wird benutzt, um besonders böse Figuren, als noch verachtenswerter darzustellen, als sie ohnehin schon sind, so daß sie am Ende als Filmorgasmus getötet werden dürfen. “Abartigkeiten” dienen dem rechtsextremen Film nicht nur der Charakterisierung des Bösen, sondern auch der Vorbereitung der Opferung von Figuren (dreibrüstige Marsfrau in »Total Recall«), die nicht zu sympathisch wirken sollen. Als “Abartigkeiten” dienen dabei kriminelle sexuelle Praktiken in untypischer Häufigkeit, untypische perverse Handlungen, unmögliche psychische Erkrankungen, und nicht-konservative Kleidung und Musik, arabisches Aussehen, russische Nationalität, (vereinzelt noch asiatisches oder afrikanisches Aussehen). Um die Merkmale zu steigern, erhalten die betroffenen Figuren zusätzlich oft noch ein lächerliches Verhalten, eine ungepflegte Erscheinung (Wissenschaftler in »Independence Day«) oder müssen häßlich sein.

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