Linkes Lexikon K: Kapi … Konv

Linkes Lexikon
 
K

 

Kapital

  • — Vormarxistisch betrachtet — eine den materiellen Wert repräsentierende Erscheinungsform, die aus Waren primär Handelsgüter macht und den Gebrauchswert durch den Tauschwert ersetzt.
  • — Marxistisch betrachtet — ein Produktions- und Ausbeutungsverhältnis, Kapital entsteht durch den gesellschaftlich üblichen Kauf von Arbeitskraft zum Zwecke der Aneignung von Mehrwert. Kapital erscheint als Wert, der seinem Besitzer – dem Käufer der Arbeitskraft – durch Lohnarbeitsausbeutung wiederum Wert erbingt. Voraussetzung für das auftreten von Kapital ist die Konzentration von Produktionsmittel in den Händen weniger Privatbesitzer. Die Nichtbesitzenden von den Produktionsmitteln (meist durch Armut) Getrennten, müssen so ihre Arbeitskraft zu Markte tragen, wodurch die Möglichkeit zum Kauf von Arbeitskraft entsteht (Produktionsverhältnis) und aus angehäuftem Tauschwert Kapital entsteht.

Formen des Kapitals sind Industriekapital, Handelskapital und zinstragendes Kapital.

 

Klassenkompromiß – ungeschriebenes Abkommen zwischen den Klassen der entwickelten kapitalistischen Gesellschaften, zur gemeinsamen Ausbeutung anderer Länder bzw. der dort unterdrückten Klassen und einer Absenkung der Ausbeutungsrate im eigenen Land auf ein erträglicheres Niveau. Werkzeuge des ~ sind u. a. Nationalismus und Ausländerfeindlichkeit – vor allem aber die militärische oder meistens ökonomische Unterwerfung der auszubeutenden Länder. Gegenstand des Klassenkompromiß sind vor allem Schuldenpolitik durch Außenhandelsüberschuß, somit die Verschuldung anderer Länder, internationales Konkurrenzdenken, Bestechungspolitik, Investorenabwerbung (vor allem durch Steuerpolitik), Subventionierung von Wirtschaftszweigen, die in Konkurrenz zu denen anderer Länder stehen, aber auch Währungspolitik. (Durch die Währungspolitik sind die Mallorca-Reisen lohnabhängig Beschäftigter (genauso, wie Sexreisen nach Thailand,) und die gesetzliche Unterdrückung von illegalen Einwanderern und ihrer erzwungenen Niedriglohnarbeit oder ökonomisch erzwungenen Prostitution bzw. Zwangsniedriglohnarbeit, ebenso Teil des Klassenkompromisses. Der Klassenkompromiß hat die Aufgabe, nationalistisches Standortdenken hervorzurufen. Dieses führt dann zu Konkurrenzdenken und Identifikation mit den Unternehmern, so daß die sich selbst entfremdete Arbeiterklasse effektiver unterdrückt werden kann. Nur durch die Übernahme der Sichtweise der Herrschenden können lohnabhängig Beschäftigte daran gehindert werden, sich international zu solidarisieren. (Die Kapitalisten sind längst international organisiert.)

Der ~ ist ein demagogisches Bündnis zwischen Unterdrückern und Unterdrückten. Es besteht daher aus zwei Teilen einem Teil, den die Kapitalisten leisten (Gewährung von Freiheiten und Sozialleistungen aus dem Gewinn aus der Ausbeutung anderer Länder) und einem Teil, den die Unterdrückten leisten (Glaube an das System, fleißiges Arbeiten ohne zu mucken und vor allem – Nicht-Infragestellung der privaten Aneignung).

Der ~ wurde nach 1990 teilweise von oben aufgekündigt und dadurch bedeutend abgeschwächt. Aus Sicht der Herrschenden ist der ~ nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Staatengemeinschaft nicht mehr in der alten Stärke (Hochlohnpolitik der 70er und 80er Jahre) erforderlich. Die Abschwächung des ~es von oben hat direkte Auswirkungen auf die Mehrwertrate, die Toleranz der Kapitalisten gegenüber Urlaub und Krankheit, die Dichte von Flächentarifen die Sozialität des Staates, die Staatsquote und andersherum die Notwendigkeit für die Unterdrücker Repressionsinstrumente vorzuhalten und Manipulationsmethoden zu pflegen. Eine Abschwächung des ~es von unten bewirkt folglich eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen auf allen Gebieten. Die demagogische Kategorie „Nationalsozialismus“ ist Ausdruck eines ~‘, um dessen Früchte die unterdrückten Klassen allerdings in diesem Falle betrogen wurden. Die sogenannte Freiheitlich-Demokratische Grundordnung ist Ausdruck eines funktionierenden ~, welcher nach dem Zusammenbruch des Warschauer-Vertragssystems allerdings durch die Herrschenden Klassen selbst unterminiert wird. Der ~ wurde nach 1990 in großen Teilen von oben aufgekündigt. Die derzeitige Situation der Schwäche der Linken resultiert aus fehlender Einsicht der Lohnabhängigen, welche dem ~ in seiner ursprünglichen Stärke immer noch nachtrauern, statt ihn auf den Müllhaufen der Geschichte zu befördern. Die Abschwächung des ~‘ von oben bedeutet für die unteren Klassen Verelendung und Rechteabbau.

 

Konkurrenz – Wettbewerb um eine nährende Ressource, die mit der Vernichtung oder dem Ausschluß der unterlegenen Mitwettbewerber – der Konkurrenten – vom Wettbewerb einhergeht. Siehe auch Konkurrenzprozeß

 

Konkurrenzprozeß – Systemisch bedingter Prozeß der Konkurrenz um eine Ressource, in welcher die Ressource vollständig aufgeteilt und von den Gewinnern des Prozesses akkumuliert wird. Am Ende gewinnt genau ein Konkurrent alles. Konkurrenzprozesse gibt es in der Biologie, in der Physik (z. B. Lasermoden) und in der Ökonomie von Ausbeutergesellschaften. Besonders bemerkenswert ist der Kokurrenzprozeß im Kapitalismus (um Boden, Kapital, Marktanteile, usw.) bzw. in der Ökonomie der Kapitalmärkte. In der Biologie können Einzelindividuen (um Nahrung, Raum, Fortpflanzungsmöglichkeiten, …) oder auch ganze Spezies miteinander konkurrieren.

 

Konversion in Vergessenheit geratener Begriff auf dem Gebiet der Abrüstung. ~ bezeichnet die Umwandlung militärischen Geräts in ausschließlich zivil anwendbare Produkte. ~ soll dabei unumkehrbar sein. Die technische Umwandlung in andersartig nutzbares Gerät ist eine technische Herausforderung, die sich insbesondere bei nichtkommerzieller Ressourcenersparnis – also in sozialistischen Ländern – lohnt.

 

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