Die Rolle des Elends bei der Ausbeutung

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Im Kapitalismus gibt es Elend. Dieses Elend hat vielfältige Formen (Siehe »Was ist Verelendung?«) Konservative Politiker beklagen das Elend mit Krokodilstränen. Tatsächlich tun sie jedoch alles, um das Elend zu erhalten. Warum ist das so?
 

Für die im Kapitalismus Herrschenden ist das Elend wertvoll.

Warum?
Was bedeutet Herrschaft?

  • Unterdrückung

 

Was ist der Zweck?

 

Wie im Linken Lexikon Ausbeutung zu lesen war, ist Ausbeutung nur durch die Trennung der Arbeiter von den Produktionsmitteln möglich. Durch das Eigentum an Produktionsmiteln werden die Produktionsmittel zu Kapital und die Arbeitskraft wird ebenso zum Kapital und muß von den Arbeitern verkauft werden. Das macht die Gesellschaftsordnung zum Kapitalismus.

 

Wie funktioniert Ausbeutung?

Mangel

Ganz allgemein läßt sich jeder Mangel ausbeuten. Und die Ausbeuter werden für den Mangel sorgen. Oft wird der Mangel extra im Vorfeld geschaffen, ursprünglich sind die meisten Mangelerscheinungen (Boden, Nahrung, Rohstoffe, Kleidung, …) durch Raub – also durch bewaffnete Gewalt – entstanden.
 

Mangel an Einkommen – Ausbeutung der Arbeitskraft

Besonders bekannt – weil fundamental für den Kapitalismus – ist die Ausbeutung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft der Lohn- und Gehaltsabhängigen kann ausgebeutet werden, weil die Abhängigen über keine Produktionsmittel verfügen und ihre Arbeitskraft verkaufen müssen. Die Käufer der Arbeitskraft kaufen die Arbeitskraft von vielen und müssen dadurch selbst nicht arbeiten. Warum verkauft jemand seine Arbeitskraft, obwohl der Käufer dadurch einen Vorteil hat? Weil es ein solches Elend gibt, daß man dazu gezwungen ist.
Im Kapitalismus gibt es kein Einkommen ohne Erwerb. Wir linken nennen das Erwerbsarbeitszwang. Es herrscht ein Mangel an Einkommen.
 

Trinkwassermangel

Ein Mangel – und hier steckt es schon im Wort – an Trinkwasser läßt sich ebenso ausbeuten. Wer immer einen solchen Mangel ausbeutet, ist natürlich am Erhalt dieses Mangels interessiert.

 

Wann funktioniert Ausbeutung am besten?

Am besten funktioniert Ausbeutung also, wenn es an einer Ressource mangelt, die lebensnotwendig ist Im Trinkwasser-Beispiel ist allerdings der Einsatz ungeschminkter Waffengewalt notwendig um die Ressource, deren Mangel man verursachen möchte, an sich zu bringen. Gleichzeitig muß die Begründung für die privilegierte Verfügungsgewalt gut sein. Das kann je nach Entwicklungsstand der Bevölkerung durch Adel, Monarchentum, Religion, Eigentumsideologie oder Gewalt geschehen. Fallen Adel Monarchie, Religion weg, müssen Ressentiments mithelfen,die Herrschaft zu erhalten. Ressentiments verhindern die Solidarität zwischen den Ausgebeuteten. Dabei kann der durch das Elend entstandene Druck abgeleitet werden.
Im Allgemeinen versuchen die Ausbeuter, die das Elend brauchen, sich selbst als Retter vor dem Elend darzustellen. — Sie heucheln. So sind Kapitalisten an einer abschreckenden Arbeitslosigkeit interessiert. Würde die Arbeitslosigkeit verringert, würde der druck sinken, die Ausbeutung (Mehrwertrate) würde sinken. Daher behaupten Ausbeuter, sie selbst wären die Rettung vor der Arbeitslosigkeit. Millionen hirnamputierter Beschäftigter glauben ihnen das. Deswegen heißt „Ausbeuter“ auf deutsch: „Arbeitgeber“ und “Ausgebeuteter“ heißt: „Arbeitnehmer“.

 

Grundvoraussetzung

Ausbeuten kann man nur, wenn man die Menschen von einer Ressource fernhält, die sie unbedingt benötigen.
Zu diesem Zweck muß man die Menschen mit Gewalt verelenden. Genau das tut eine kapitalistische Gesellschaft jeden Tag.

Mangel entsteht meist nicht von allein. Er muß organisiert werden. Eine wichtige Maßnahme um Mangel zu erzeugen, ist die „Privatisierung“. (»Was ist schlimm an „Privatisierung“?«)
Die wichtigste Maßnahme jedoch ist die Senkung des allgemeinen Realeinkommens. Das bedeutet, daß Löhne, Gehälter, Renten, Arbeitslosengeld und auch Stipendien und andere Einkommen für die Kapitalisten nicht so hoch sein dürfen, daß sich Arbeitskräfte nicht mehr unter Druck setzen lassen.
Jeden Tag arbeiten Unternehmerverbände und Unternehmerparteien deshalb daran, das Elend zu vergrößern.
Elend bedeutet Profit!
Kapitalisten vergrößern das (weltweite) Elend Systematisch, Sozialisten arbeiten daran, Elend systematisch zu verringern.

 

Elend

Jedes Elend (finanzielles Elend, Sucht, intellektuelles Elend, Krankheit, Diskriminierung, … ) läßt sich auf geeignete Weise ausbeuten. Im Kapitalismus ist über Elendskomplexe (»Was ist Verelendung?«) praktisch immer die ökonomische Existenz bedroht. Ohne Elend gibt es keine Ausbeutung.
 
[Evariste]

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