Der energetische Blickwinkel in der Politik – Warum der Individualverkehr sterben muß

Wörter 3356; Linkslevel: +2 Sozialdemokratisierte Linke
Energieverbrauch und Mobilität

Biologie

Leben bedeutet Energieverbrauch – hoch entwickeltes Lebenverbraucht viel Energie. Die Insekten – die höchstentwickeltsten Protostomier verbrauchen extrem viel Energie. Dazu bestehen sie selbst zu einem großen Teil aus Tracheen – einer der vielen Gründe, warum die Größe der Insekten begrenzt ist. Der Sauerstofftransport mittels Tracheen in das Volumen des Körpers würde bei einem Tier von der Größenordnung m (Meter) ein solches Eigengewicht mit sich bringen, daß kein Insekt sich mehr auf den Beinen halten könnte oder an Sauerstoffmangel eingehen würde. Denn nach dem Lufttransport durch die Tracheen folgt die Diffusion durch mehrere Zellschichten, so daß eine gewisse Tracheendichte nicht unterschritten werden kann, da zwischen den Tracheen nur Gewebe einer gewissen Dicke noch durch Diffusion versorgt werden kann. Insekten von der Größenordnung cm sind sehr mobil, was sich an den Lasten, die sie im Vergleich zu ihrem Körpergewicht transportieren können und an der Geschwindigkeit, die viele Arten im Verhältnis zu ihrer Größe erreichen können, zeigt. Einige Insekten (mm-große) können das zig-fache ihres Eigengewichts an Last schleppen. Andere Insekten können Geschwindigkeiten erreichen, die beim zigfachen bis hundertfachen ihrer Länge pro Sekunde liegen.
Bei einigen höheren Deuterostomiern hat die Natur das Blut erfunden, das eine ungleich höhere Transportkapazität besitzt und abgesehen von der Schwierigkeit des O2-CO2-Austausches mittels Kiemen oder Lungen, erlaubt der Blutkreislauf die Versorgung großer Organismen bei einem relativ geringen Eigengewicht. Dafür nimmt das Gewicht des Körpers jedoch etwas zu und führt auf der Größenordnung von m (Metern) zu einer relativen Plumpheit.
Alle tierischen Lebewesen gewinnen Energie durch (biologische) Oxidation. Ein Teil der Edukte – die Reduktionsmittel müssen die Tiere deswegen aufnehmen und mit sich herumschleppen – z. B. in Form von Fett.

Dieses Körpereigengewicht ist dafür verantwortlich, daß nur wenige Ordnungen das Fliegen erlernt und auch bei den fliegenden Tieren die Größe letztlich physikalisch begrenzt ist.
Dem Homo-Sapiens schließlich ist es gelungen, dank seiner Intelligenz das Wesen des Fliegens zu ergründen und Fluggeräte zu entwickeln, um sich mit ihnen trotz seiner dafür zu großen Körpermasse in die Luft zu erheben. Zu diesem Zwecke war es allerdings physikalisch erforderlich, diese den Flug ermöglichenden Hilfsapparate mit einer eigenen noch viel stärkeren Energieversorgung auszustatten, als sie beim Homo Sapiens biologisch existiert. Zu diesem Zwecke muß der Homo Sapiens auf externe Energiequellen und zur Übertragung auf Energieträger zurückgreifen, die diese Zusatzenergieversorgung ermöglichen.
Die dafür erforderliche Energie könnte entweder langsam angesammelt werden um schließlich in einem spektakulären Luxusflug verbraucht zu werden, oder sie wird in einem bisher von der lebenden Natur noch nicht erschlossenen und bisher unentdeckten Reservoir vorgefunden. Letzteres war im Falle der sogenannten fossilen Brennstoffe der Fall.

Der energieausbeuterischen Verbrennung von Kohle und Erdöl geht jedoch eine geschichtliche Entwicklung voraus.

 

Energetische Betrachtung der Geschichte

In der Steinzeit hatte der Homo Sapiens außer der Nahrung, die er zu sich nahm, nur eine zusätzliche Energiequelle – das Feuer. Durch die Verbrennung von Holz konnte bei extrem schlechtem Wirkungsgrad ein winziger Teil der Strahlungswärme des Feuers zum Wärmen und zur Garung von Nahrung benutzt werden. Da für die wenigen Menschen, die damals existierten, genug Holz vorhanden war, entstand trotz des geringen Wirkungsgrades ein gewaltiger Vorteil, da der Homo Sapiens sich nun schneller erholen konnte.

Mit dem Beginn der Landwirtschaft und der Seßhaftwerdung, stand dem Homo Sapiens trotz zunächst schlechterer Ernährung mehr Energie zur Verfügung, als bisher. verschlechterte allerdings seine Mobilität, da sie vor allem in die Erzeugung massenhafter Nachfahren floß. Einen größeren Einfluß hatte die Nutzung von Tieren. Tiere mit den Produkten der Landwirtschaft gefüttert, stellten dem Homo Sapiens alsbald mechanische Energie zur Verfügung. Diese konnte in vielfältiger Form vor allem zum Transport, zum Betreiben von Schöpfwerken, zum Bearbeiten von Feldern, aber auch zur Erhöhung der eigenen Mobilität genutzt werden.
Diese tierische Energie wurde in der Sklavenhaltergesellschaft um „Sklavenenergie ergänzt. Zu diesem Zweck wurde einfach ein Teil der Menschheit selbst – meist aus anderen Völkern – versklavt und unterdrückt (rechtlich angeeignet) und zur Abgabe von (physikalischer und konkret menschlicher)1 Arbeit gepreßt. Durch diese innerartliche Ausbeutung erlitten zwar die Sklaven einen Energieverlust, die Herren, aber profitierten. Da die Sklaven aber auch Homo Sapiens waren und nicht über effizientere Organismen verfügten, konnte diese Energieausbeutung nicht zur Erhöhung der Mobilität genutzt werden. Die Mobilität konnte sehr mittelbar durch die Übernahme von Lasten, um die die Herren dann erleichtert wurden, nur geringfügig erhöht werden.
Über Tausend Jahre lang wurde die Mobilität der Menschen nur durch Esel, andere Lasttiere – hauptsächlich aber durch das Pferd erhöht. Die Tiere wurden zu diesem Zwecke natürlich (energetisch) ausgebeutet. Pferde können bei geringer Geschwindigkeit das Mehrfache ihres Eigengewichtes (nicht als Last aufnehmen, aber) ziehen. tragen sie einen Menschen, können sie wie der Mensch Geschwindigkeiten des Mehrfachen der eigenen Länge pro Sekunde erreichen. Der deutlich kleinere Mensch profitiert beim Reiten auf dem Pferd, da das Pferd die doppelte Geschwindigkeit erreicht.
Im 18. Jh. wurde die Dampfmaschine entwickelt, die zunächst mit Holz – später dann mit der energetisch hochwertigeren Kohle befeuert wurde. Diese Dampfmaschine nahm den Menschen (energetisch) viel (mechanische) Arbeit ab. Sie war Kernelement einer stürmischen Produktivkraftentwicklung, die das Ende des Frühkapitalismus besiegelte. Mit der Erfindung der Eisenbahn am Anfang des 19. Jh. konnte die Dampfkraft schließlich sogar zur Erhöhung der Mobilität der Menschen eingesetzt werden. Große Lasten konnten nun mit hoher Geschwindigkeit über große Entfernungen transportiert werden. Der etwas bessere Wirkungsgrad dieses Transportmittels resultierte weniger aus der Dampfkraft und den sich weiter verbessernden Dampfmaschinen, als vielmehr auf der geringen Rollreibung der Schienenfahrzeuge. Wie Insekten konnten diese Fahrzeuge nun das zwanzigfache ihres Eigengewichts an Last bewältigen und dabei Geschwindigkeiten erreichen, die – noch schlechter, als bei einem Pferd – etwa beim einfachen ihrer Länge pro Sekunde lagen. Wie Tiere auch, gewinnen Dampfmaschinen ihre Energie durch Oxidation von Brennstoffen. Darauf folgt die schlechte Umwandlung der Verbrennungsenergie in mechanische Energie.
In der zweiten Hälfte des 19 Jh. wurden die Verbrennungsmotoren entwickelt. Diese Verbrennungsmotoren waren kleiner und weit leistungsfähiger als die Dampfmaschinen. Sie ermöglichten den nicht-schienengebundenen Individualverkehr, welcher sich im 20 Jh. in der Zeit zwischen den Weltkriegen zum Massenphänomen und gegen Ende des 20. Jh. zu einer globalen Seuche entwickelte. Treibstoffe für diesen Motoren waren Öl, das aus Öl gewonnene Benzin und Gas. Die mit diesem Kraftstoff betriebenen Fahrzeuge bewältigen auf der Straße zwar gewaltige Lasten, sind den Schienenfahrzeugen jedoch unterlegen – insbesondere, wenn diese auch mit Diesel betrieben werden. Der Wunsch des konsumorientierten Homo Sapiens nach individueller Mobilität führt jedoch zur massenhaften Verbreitung von Straßenfahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Besonders pervers ist die exzessive Anwendung selbst bei nichtigsten Anläßen, die gleichzeitige Nichtverfügbarkeit für die Mehrheit der Weltbevölkerung und die schlechte Ausnutzung der einzelnen Fahrzeuge. Die Massenproduktion dieser Fahrzeuge führte zwar zu einer Steigerung des Wirkungsgrades, dieser stößt jedoch an physikalische Grenzen. Heute kann man sagen, daß die Technologie der Verbrennung größtenteils ausgereizt ist und den Bedingungen praktischer Anwendung ein PKW die Hälfte, ein Bus über die Hälfte und ein LKW das mehrfache seines Eigengewichtes transportieren kann. Auch wenn Spitzengeschwindigkeit um 100 m/s – das 25-fache der eigenen Länge pro Sekunde gemessen werden können, wird unter Praxisbedingungen, etwa das fünffache der eigenen Länge pro Sekunde zurückgelegt. Eisenbahnen die auf geraden Strecken laufen und nicht alle Ziele direkt erreichen (nur der Triebwagen), schaffen fast das doppelte Die gesamte Eisenbahn liegt zwischen 0,05 und 0,2 der gesamten Länge pro Sekunde.
Der Elektromotor hatte eine lange Anlaufzeit im Transportwesen. Bereits im 19 Jh. gab es erste Anwendungen von Fahrleitungen (Oberleitungen und Stromschienen). In den 30er Jahren des 20. Jh. und nach dem Krieg wurden vor allem Stadtbahnen mit Elektromotoren ausgerüstet. Diese Fahrzeuge, haben einen sehr hohen Wirkungsgrad, jedoch den Nachteil, daß sie von der sehr edlen (teureren) Elektroenergie abhängig sind. Elektroenergie findet man nicht in der Erde, sondern muß sie teuer erzeugen. → »Was ist edle und unedle Energie?« (unfertig)
Moderne Straßen- und S-Bahnen können beim Bremsen einen Teil der Bewegungsenergie in Elektroenergie zurückwandeln und wieder einspeisen.
Der moderne Mobilitätswahn, der durch den Massenkonsum, welcher wegen des kapitalistischen Vermarktungszwanges auch mit ideologischen Mitteln aufrecht erhalten wird, hat unter anderem zum Phänomen des massenhaften Flugverkehrs geführt, welcher allerdings noch mit dem bei Ausbeutung natürlicher Lagerstätten leicht verfügbaren Kerosin betrieben werden muß. Diese Flugzeuge erreichen, einmal auf ihrer optimalen Flughöhe angelangt ein fast unvergleichliche Geschwindigkeit – Passagierflugzeuge erreichen im normalen Flugbetrieb bis zu 270 m/s – das ist das fünf- bis achtfache der eigenen Länge pro Sekunde. Was die Masse angeht, kann ein Passagierflugzeug etwa ein Sechstel bis fünftel seine Startmasse an Passagieren befördern. Die Masse des Treibstoffs liegt bei der Hälfte. Diese schlechten Zahlen sind der extrem hohen Geschwindigkeit geschuldet. Bei einem Motorsegler hat man etwa ein siebtel bis ein Sechstel des Startgewichts an Passagiermasse, jedoch nur einen Bruchteil an Treibstoff. Das liegt daran, daß hohe Geschwindigkeiten überproportional viel Energie verbrauchen. Der Luftwiderstand hängt proportional von der Querschnittssfläche und dem dynamischen Druck ½ ρ ·v2 ab. Da die Geschwindigkeit quadratisch eingeht, sind hohe Geschwindigkeiten teuer. Außerdem wird ein Drittel des Treibstoffs bei Langstreckenflügen bereits verbraucht, um die optimale Flughöhe zu erreichen. Bei Kurzstreckenflügen ist das Verhältnis von Aufstiegstreibstoff zu Restreisetreibstoff weit höher, da Flugzeuge hier oft nur auf- und absteigen. Deswegen fordern Umweltschützer schon lange ein Verbot der Kurzstreckenflüge.
Elektrofahrzeuge im Individualverkehr haben zwar den Vorteil einen hocheffizienten Motor zu benutzen, jedoch den Nachteil, daß sie wenn Akkumulatoren verwendet werden, neben dem Reduktionsmittel auch das Oxidationsmittel in der Batterie mitschleppen zu müssen. Daher wird moderner Weise die Wasserstofftechnologie favorisiert, die jedoch (noch) den Nachteil hat, daß der Wasserstoff sehr teuer erzeugt werden muß. Fahrzeuge mit Brennstoffzellen haben, wenn Wasserstoff bereits vorhanden ist, einen hohen Wirkungsgrad. Diese moderne Brennstoffzellen-Technologie ermöglicht Fahrzeuge mit hohem Wirkungsgrad, die trotzdem beinahe die Mobilität der Benzinverbrenner haben.
Trotzdem muß das Urteil über diese Fahrzeuge negativ ausfallen! Warum? Erinnern wir uns an die letzte nachhaltige Methode des Individualverkehrs, kommen wir ins Zeitalter der Pferdekutschen zurück. Pferdekutschen verbrauchen nur, was an Heu und sonstiger Tiernahrung angebaut wird. Außerdem war die Zahl der Pferde-kutschen und -karren zur ihrer Zeit bei weitem nicht so hoch, wie heute die Zahl der Autos. Damals war die Idee, daß jeder eine eigene Kutsche besitzen könnte absurd. Das Halten von Pferden war immer schon teuer. Wenn heute die Idee der Fortführung des Individualverkehrs mit modernsten Technologien weiterbesteht, dann ist das realitätsfremd, da die Energie zur Aufrechterhaltung einer solch bombastischen allgemeinen Fortbewegung, einer solchen anarchischen Energieverschwendung, nicht nachhaltig zu erzeugen ist.
 

Der Individualverkehr wird und muß sterben!

Er wird spätestens sterben, wenn das Öl alle ist, und deswegen muß er so früh wie möglich sterben.
Insgesamt gehört zum Individualverkehr jedoch auch die Pflege eines unglaublichen Straßennetzes und – nicht weniger verrückt – das dezentrale Vorhalten vieler Stellplätze für die Fahrzeuge. Wie schon der Verbrennungsmotor – muß der ganze Individualverkehr sterben, soweit er auf Geschwindigkeiten beruht, die durch nachhaltige Energieerzeugung nicht abgedeckt werden können.

Legt man die gesamten Kohlenwasserstoffreserven des Erdmantels auf die Weltbevölkerung um, sieht man, daß die Nordamerikaner und Europäer, sowie die Japaner bereits mehr verbraucht haben, als ihnen zusteht.

 

Was lernen wir aus dem bisherigen?

  1. Mobilität ist Luxus
  2. Vor allem Geschwindigkeit ist Luxus. Zwar führt eine höhere Geschwindigkeit auch zu größeren überbrückbaren Entfernungen2, Es muß jedoch eine Geschwindigkeitsgrenze für die Allgemeinheit im täglichen Verkehr definiert werden, denn
  3. Individualverkehr ist Luxus und insbesondere
  4. nicht planetar verallgemeinerbar
  5. Der asoziale und gemeingefährliche Individualverkehr muß sterben.
  6. Der Verbrennungsmotor ist, wie auch das Verbrennungsluftstrahltriebwerk eine technologische Sackgasse, die auf nicht-nachhaltiger Energieträgerausbeutung beruht. Er ist außerdem laut, schmutzig und hat einen schlechten Wirkungsgrad.
  7. Die Verbrennung von Kohlenwasserstoffen muß daher zuerst verboten werden.

Der jetzige westliche Individualverkehr mit ineffizienten Verbrennungsmotoren ist Krieg gegen alle Menschen in der dritten Welt!
Der Vollständigkeit halber muß hier noch die Zerstörung der das menschliche Leben bedingenden Atmosphäre erwähnt werden. –

Die Zerstörung des lebenserhaltenden Klimas ist der wichtigste Grund für die Abschaffung des verschwenderischen Individualverkehrs!

 

Welchen Verkehrsmitteln gehört die Zukunft?

Es ist ein Unterschied, ob in einem Fahrzug ein bis zwei Personen sitzen, oder zwanzig bis vierzig! Ein Bus ist bereits um ein Vielfaches effizienter, als ein Pkw.
Die Zukunft gehört der Eisenbahn, der S-Bahn und der Straßenbahn. Vorausgesetzt wird, daß in Zukunft überhaupt nur noch Elektroenergie erzeugt wird, da sich diese gut in andere Energieformen umwandeln und und Restbewegungsenergie sich auch zurückgewinnen läßt.
Elektroenergie hat zwar den Nachteil, teuer zu sein und nicht beliebig weit transportiert werden zu können, bei massenhafter und dezentraler Erzeugung spielen diese Nachteile jedoch keine Rolle mehr.
Zum Gütertransport werden verstärkt Schiffe und Bahn eingesetzt werden. Auch Güterstraßenbahnen, Güterspuren an Haltestellen und verschiedenen Sorten von Transportabteilen in S-Bahnen und Zügen gehört die Zukunft.

 

Repräsentiert der Homo Sapiens hochentwickeltes Leben aufgrund exzessiven Energieverbrauchs?

Oben wurde angedeutet, daß hochentwickeltes Leben durch hohen Energieverbrauch charakterisiert ist. Um zu sehen, ob auch der Umkehrschluß gilt, versuchen wir die Sache physikalisch aufzuziehen.


Physikalischer Exkurs {
Energetik der Wissensentwicklung und Produktivkraftentwicklung

Wissenschaft war schon immer Luxus, ob Leibniz oder Newton, wer in der Vergangenheit forschen wollte, mußte sehr reich sein. Heute können wir die Bedingungen etwas genauer formulieren. Wer heute forschen will, braucht ein Gehalt (– also Arbeitszeit), einen Bibliothekszugang, Forschungsmittel und Unterstützung, da man heute kaum noch etwas alleine machen kann. Am Ende muß die Information niedergelegt, vervielfältigt, angewandt und natürlich auch gepflegt werden.
Exemplarisch greifen wir hier mal die gewonnene Information heraus und betrachten den
 

Energieverbrauch für die Speicherung, Erhaltung und den Abruf von Information.

All das kostet Energie. Soll eine Information zusätzlich unter großen Mengen von Information gefunden werden, steigt der Energieverbrauch, soll eine Information außerdem sehr schnell zugänglich sein, steigt der Energieverbrauch enorm an. Will man Information so speichern, daß der Inhalt nicht beschädigt werden kann – er soll nicht altern – also nicht verloren geht, müssen kombinierte Systeme der Vervielfältigung und Sicherung als Strategien genutzt werden. Alles zusammen kostet enorm viel Energie.
In der belebten Natur kostet die Erhaltung und Vervielfältigung von Information viel Energie. Zusätzlich wird dies Information auch noch durch die natürlich Evolution gepflegt. Bevor nun spekuliert wird, ob die Technologische Entwicklung vielleicht Leben ist, weil sie auch Information pflegt und weiterentwickelt, schwenken wir um, auf den Hauptpunkt des Abschnitts, die Entropie.

Die Fähigkeit mittels Digitalisierung und EDV Inhalte zu vervielfältigen erlaubt, massenhaft Information zu kopieren und eine Art von sehr komplexer Ordnung zu schaffen, die allerdings Energie verbraucht. Die menschliche Gesellschaft benötigt heute viele unterschiedliche Sorten solcher komplexer Informationen, die alle entwickelt und angesammelt werden. Das Ansammeln von Information führt aus physikalischen Gründen zur Erzeugung von Entropie, Weil die Akkumulation von Information ein ordnungserzeugender Vorgang ist. Und das bedeutet, daß dazu andernorts viel Unordnung geschaffen werden muß bzw. für die Akkumulation von Ordnung Energie verbraucht werden muß. (Das verlangt mindestens der Entropiesatz.)}

Die menschliche Gesellschaft und ihr Entwicklungsgrad ist also existenziell vom ständigen Energieverbrauch abhängig und deswegen muß dieser Energieverbrauch auch für die Zukunft ermöglicht werden.
Energieverbrauch bedeutet Wissenschaft – bedeutet Produktivkraftentwicklung – bedeutet wissenschaftlich-technischen Fortschritt – bedeutet Ernährungssischerheit, Wohlstand, Technik, Hygiene und Gesundheit. Durch Waschmaschine, Staubsauger und Geschirrspüler entsteht Freizeit.
Energieverbrauch bedeutet aber auch Exzesse, wie Autokult und Motorsport, gasbetriebene Infrarotstrahlungsheizungen für den Außenbereich (Weihnachtsmarkt), Wegwerfkultur und Krieg.

 

Ist der derzeitige Energieverbrauch nun ein Zeichen besonderer Hochentwicklung?

Die oben die Mobilität charakterisierenden Zahlen zeigen es im Prinzip schon – die Zahlen sind noch nicht so besonders – insbesondere, wenn man berücksichtigt, daß sie ja nur für einen Bruchteil der Weltbevölkerung anwendbar sind, der Energieverbrauch also auch hier auf innerartlicher Ausbeutung beruht, da man ja auch Quellen anzapft, die in armen Ländern liegen, und die lokale Bevölkerung in nur minimalster Weise daran beteiligt wird. Bestes Indiz ist das daraus folgende “illegale” Anzapfen von Ölleitungen oder — anders herum — imperialistischer rücksichtsloser Ressourcenabbau – vor allem giftige Metallgewinnung – krassestes Beispiel dist er schreckliche Uranabbau in Niger.


Der Homo Sapiens ist vor allem ein Energieverschwender!

Die neueste kranke Idee ist die, den gemeingefährlichen und asozialen Individualverkehr auf die Grundlage nachhaltiger Entwicklung zu stellen. Skrupellos werden Wälder abgeholzt und Anbauflächen umgewidmet um Biosprit zu erzeugen, so als wäre der Planet groß genug um auch nur für eine halbe Milliarde Menschen genügend Treibstoff aus nachwachsenden Pflanzen zu erzeugen. (»Was ist schlimm an Biokraftstoffen?«)

Der Traum von steigender Geschwindigkeit – der Traum vom Raumschiff Enterprise ist ein Traum für den die Physiker die energetische Grundlage (glücklicherweise)3 noch nicht entwickelt haben. Daraus resultiert die Notwendigkeit zu forschen, zu sparen und sich einzuschränken. Solange die Kernfusion nicht für die Energiegewinnung zur Verfügung steht, muß Energiesparen geübt, und die Mobilität intelligent eingeschränkt werden.

 

Durch die Globalisierung stößt der Mensch an die Grenzen des Planeten

Die hier Aufwendig betrachtet Mobilität ist nur die Spitze des Eisberges der Energieverschwendung. Genauso schlimm ist die Verschwendung von Energie beim Beheizen der Häuser, die Verschwenderische Produktion sinnloser Konsumprodukte, der Umgang mit Verpackungsmaterialien und der Umgang mit Müll. Viele Produkte sind so sinnlos, daß sie direkt nach der Produktion bereits Müll sind. Andere Produkte stellen sinnlose und gefährliche Stoffmischungen dar. Besondrs schlimm ist die Verschwendung edler oder giftiger Materialien für unwichtige Dinge. All das kostet Energie und sauberes Wasser. Sauberes Wasser kann man mit ausreichend Energie herstellen. Aber genau diese Energie wird in der Zukunft knapp werden, wenn nicht schnell Maßnahmen ergriffen werden.
Eigentlich ist es seit dreißig Jahren bekannt. Das Wachstum hat Grenzen!
In »Was ist schlimm an Gigalinern?« wurde im Abschnitt »Altmodisches Wachstumsdenken« das ideologische Problem der Herrschenden für den Energiekonsum umrissen. Künftig wird man daher die Konkurrenz als Phänomen bekämpfen müssen, da sie zu Energieverbrauchs- und Zerstörungsexzessen führt. Alle müssen an der Modernisierung des Planeten mitarbeiten und eben der Energieeinsparung und nachhaltigen Erzeugung, die allgemeine Energieeffizienz fördern. Ohne Individualverkehr haben wir noch gute Chancen!

Vorausgesetzt werden muß hier allerdings, daß der Energieverbrauch zum Beheizen von Häusern auf einen winzigen Bruchteil der Energie gesenkt wird, der heute gebraucht wird.

Der Energieverbrauch ist nur die Spitze des Eisberges. Noch wichtiger als die Energieversorgung ist die Ernährungssicherheit. Sie wird durch die Biospritproduktion untergraben. Wenn Biospritfelder existieren, nehmen sie den Platz für die Nahrungsmittelproduktion weg und führen zu noch stärkerer Abholzung der Wälder, da die Menschen Hunger haben.

Was muß geschehen?

Die schnellsten Maßnahmen, die man ergreifen kann, sind Einsparmaßnahmen. Sie bringen sofort Energie, da eingesparte Energie gewonnene Energie ist. Diese Energie muß zur Herstellung alternativer Energiequellen genutzt werden.

Künftig wird der Verbrauch (die Verbrennung) von unterirdisch abgebauten Brennstoffen und der Ausstoß von Klimagasen verboten werden.

Biosprit wird nur in wenigen Sparten als Treibstoff eingesetzt werden – in Notfällen für Rettungswagen, Rettungshubschrauber, Notstromaggregate in Krankenhäusern, für Katastrophenschutz, Notkraftwerke und für die Ernte und wenige andere selten genutzte Spezialfälle.

Die Energie zur Erhaltung von Wohlbefinden und Gesundheit, die Energie für Arbeit, Lernen und Forschung muß auch in Zukunft aufgebracht werden.

Die Energie für Mallorcaflüge muß eingespart werden! Andernfalls müßte akzeptiert werden, daß auch die Chinesen, Inder, Koreaner und Brasilianer nach Mallorca fliegen. Dann wird es eng im Luftraum und auf der Insel. In einer sozialistischen Gesellschaft werden die Menschen eines Tages so viel Freizeit haben, daß sie auch mit dem Schiff nach Mallorca fahren können – allerdings nicht so häufig, wie heute. Die Ära unbekümmerter Energieverschwendung wird so – oder so beendet. Besser ist es, wenn wir sie selbst beenden.

Die Energieverbrauchsexzesse müssen sofort beendet, der normale Verbrauch technologisch minimiert werden. Der Energieverbrauch muß letztlich so weit gesenkt werden, daß alle Energie nachhaltig erzeugt wird. PKWs wird es dann nur noch für Spezialzwecke geben.

 

Vorbildwirkung

Da andere Völker auch so leben wollen, wie die westliche Welt, werden sie alles nachmachen. In Südostasien und in Brasilien geht es schon los. Dabei entsteht bereits jetzt schon ein Mangel an Land (und Wald) in Brasilien. Brennstoffe für Indien, China, Korea, Indonesien und Brasilien sind, wenn dort eine solche Verkehrsdichte, wie in Europa herrschen würde, nicht vorhanden.

Die Menschen in den Entwicklungsländern werden unsere Fehler und unsere guten Ideen nachahmen. Deswegen müssen die Fehler so schnell wie möglich korrigiert werden.

 


Die Farben der die Mobilität charakterisierenden Begriffe und Daten

Fortbewegungsart,
Menge an transportierbarer Last,
Geschwindigkeit,
Art der Energie oder Energie-umwandlung/speicherung,
Wirkungsgrad

[Evariste]
 

1 Konkret-menschliche Arbeit bedeutet hier marx’sche Ausbeutung. Wird der Mensch jedoch als wesentliche Energiequelle benutzt, handelt es sich zusätzlich um physikalische Arbeit, bedeutet das zusätzlich energetische Ausbeutung.
2 Vergl. »Zersiedlung«
3 sonst hätten die weißen Westmenschen sich bereits den gesamten Planeten untertan gemacht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hilfe

WordPress theme: Kippis 1.15