Wer arbeitet besser – Privatbetrieb oder öffentlicher Betrieb?

Wörter: 2604; Linkslevel: -3 Rechte; Essentieller Artikel

Einleitung

Konservative verbreiten im Kapitalismus den Gedanken, daß private Unternehmen besser arbeiteten, als öffentliche Unternehmen. Dieser Gedanke spielt insbesondere als Begründung für „Privatisierungen“ eine Rolle. Der Gedanke wird oft wiederholt und findet sogar Eingang in „kulturelle Werke“. Kurz ausgedrückt gehört die Idee, Privatbetriebe seien besser, leistungsfähiger und preiswerter zur konservativen Ideologie und zur offiziellen Version des modernen Kapitalismus. Auch hört man von Konservativen die tief eingeprägte Legende Staatsbetriebe seien schlecht.

 

Der Preis der Arbeit

Arbeitskraft kostet Geld. Sie kostet Geld pro Zeit. In dieser Zeit kann man mit Arbeitskraft Wert produzieren und der wahre Wert eines Produktes hängt eben von der Menge konkret menschlicher Arbeit ab, die hineingesteckt wurde. Wenn man im Kapitalismus Leute einstellt, darf man das privat tun, weil man die Produktionsmittel oder besser -Stätten bereitstellt. Als Kapitalist kann man sich dann einen Mehrwert der Produktion einstecken. Anders herum formuliert wird es verständlicher. – Der Kapitalist kauft Arbeitskraft und zwar so viel, wie er braucht. Da es einen leichten Mangel an Produktionsmitteln bzw. -Stätten gibt, kann der Kapitalist Arbeitskraft zu einem solchen Preis einkaufen, daß es sich für ihn lohnt. Im allgemeinen gilt, je mehr Produktionsmittel der Kapitalist besitzt, desto mehr Arbeitskraft kann er einkaufen und desto mehr Mehrwert kann er sich einstecken. – Voraussetzung ist natürlich, daß man mit den Produktionsmitteln absetzbare Produkte herstellen kann.
 

Zweck und öffentliche Funktion

Der Zweck eines Privatunternehmen besteht daher darin, Gewinn zu erzielen.
Der Zweck eines öffentlichen Unternehmens besteht mitunter auch darin Gewinn zu erzielen. Meistens jedoch haben öffentliche Unternehmen eine öffentliche oder politische Funktion. Diese Funktion kann die Daseinsvorsorge (Wasser, Abwasser, Müll, Heizung, Warmes Wasser, Energie, Personentransport, …) die öffentliche Verwaltung oder Administration, politische oder andere öffentliche und politische Aufgaben betreffen.
Besonders wichtige öffentliche Aufgaben sind z. B. die Schulbildung die Gesundheitsversorgung, die Feuerwehr, oder die Versorgung der Bevölkerung mit Therapeuten, Sozialarbeitern, Krankenversicherungen, Pflegeeinrichtungen und vielen anderen Dingen, die es nur gibt, weil sie aus öffentlicher Verantwortung heraus organisiert wurden.
Im Falle einer öffentlich organisierten Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben sprechen wir von einer öffentlichen Funktion. Eine öffentliche Funktion existiert aufgrund eines öffentlichen Bewußtseins. Z. B. ist man sich einig darüber, daß man die Bevölkerung mit Trinkwasser versorgen muß oder daß Rentner Rente bekommen. (Ganz rechts im Spektrum ist man sich darüber nicht mehr einig.)
Eine öffentliche Funktion erfordert ein öffentliches Bewußtsein. – Was heißt das? Öffentliche Funktionen werden nur dann wahrgenommen, wenn sich die Öffentlichkeit über einen minimalen Zweck und eine minimale Notwendigkeit einig ist. Es gibt also für jede öffentliche Funktion ein minimales Schnittbewußtsein, das praktisch (im wesentlichen) die gesamte Gesellschaft vereint. Das ist der dann der Fall, wenn der Zweck öffentlich, unstrittig gemeinnützig ist, sowie sinnvoll und machbar erscheint.
Im Falle der Übernahme einer öffentlichen Funktion durch ein Privatunternehmen, kommt das Interesse des Privatunternehmens am Profit hinzu, während das Privatunternehmen kein originäres Interesse an der öffentlichen Funktion hat.
 

„Privatisierung“ der Öffentlichen Funktion

Im Falle einer „Privatisierung“ der öffentlichen Funktion (Beispiele: Nahverkehr, Trinkwasseraufbereitung, Verwaltung von Haftanstalten, …) werden dann in der Praxis auch die Öffentliche Funktion selbst verkleinert, in ihrem Wesen verstümmelt und auf Teile reduziert, von denen die Öffentlichkeit für das Privatunternehmen gewinnbringend abhängig ist. Werden Betriebe „privatisiert“, werden Teile davon geschlossen, Funktionen entfallen. Werden Dienstleistungen oder Verwaltungstätigkeiten „privatisiert“ z. b. Öffentlich-Private-Partnerschaft (ÖPP), entfallen viele Funktionen, Leistungen werden schlechter. ÖPPs werden meistens sogar teurer, als die öffentliche Verrichtung der Funktionen.
Es ist daher notwendig zu fragen, arbeiten private Unternehmen tatsächlich besser oder billiger, als öffentliche Unternehmen?

 

Kapital und Privatisierung

Da Anlagemöglichkeiten an den Kapitalmärkten knapp sind, gibt es die Idee, der Privatisierung. – Das ging jetzt ein bisschen schnell. – Kapitalmärkte werden durch zyklischen Aktienhandel und durch Derivate aufgebläht. Der Anteil der Realwirtschaft an den Aktienmärkten wird immer kleiner. Dadurch wird das System destabilisiert und verliert an Glaubwürdigkeit. jede reale Anlagemöglichkeit wird daher benutzt, um sie mit fiktivem Kapital zu vermischen um so die Profitmöglichkeiten zu steigern. Es ist daher für die Kapitalmärkte von größter Bedeutung, neue reale Anlagemöglichkeiten zu integrieren. Mit ihnen lassen sich schlechte und fiktive Papiere strecken. Weil die Kapitalmärkte für konservative Politiker heilig sind, glauben sie der zweckgerichteten Ideologie der Privatisierung als Allheilmittel. Daß dieses Allheilmittel irgendwann erschöpft sein würde, daran denken sie nicht und daß die Privatisierung öffentlichen Funktionen schadet, daran denken sie aufgrund ihrer relativen Menschenverachtung auch nicht. Die Politiker glauben dem Kapital, weil sie Statusdenken besitzen, weil die Reichen ja was vom Gelde verstehen, weil sie bestochen werden, weil sie so dumm sind, die Ideologie zu glauben, weil sie selbst Aktien besitzen, weil sie aufgrund antikommunistischer Propaganda Kritiker verachten, weil sie „Gewinner“ bewundern und „Looser“ verachten.

 

Ideologie

Privatinteresse ist kein öffentliches Interesse. „Privatisierung“ schadet öffentlichen Interessen und muß daher auch mithilfe von Ideologie durchgesetzt werden.
 

Konservative Ideologie

Die Ideologie ist streng zweckgerichtet und nutzt jede direkte Ausrede. Besonders interessant sind die Gedanken, daß

  1. staatliche Unternehmen weniger Arbeitsdruck ausüben und Privatunternehmen daher besser arbeiten würden. Die Aussicht entlassen zu werden, würde Menschen besser und effizienter arbeiten lassen. (Es liegt auf der Hand, daß diese Idee menschenverachtend ist. Wir interessieren uns hier jedoch dafür, ob sie sachlich richtig ist.)
  2. der private Zweck eines Unternehmens Profit zu erwirtschaften wäre für den Antrieb besser.
  3. die hierarchische Organisation wäre besser für die Effizienz,
  4. das ausbeuterische stärkere Lohn- und Gehaltsgefälle würde mehr Effizienz bringen,
  5. nur Privatunternehmen wären innovativ.

Mit solcher Art Ideologie ausgestattet, ist eine Gesellschaft bereit, öffentliche Unternehmen unter Negation oder starker Verstümmlung ihrer öffentlichen Funktionen zu „privatisieren“.

 

Widerlegung

Punkt 1 – Wann arbeiten Menschen am besten?

Dieser Punkt ist mit dem Punkt 3 und dem Punkt 4 verwandt. Moderne Unternehmen (z. B. SAP) legen Wert auf flache Hierarchien und eigenverantwortliche Arbeit. Dies ist allerdings meistens auch nur ein Trick die (Selbst-)Ausbeutung zu erhöhen, verbessert aber das Betriebsklima und wird da angewandt, wo Kreativität benötigt wird. Ein starke Lohn- und Gehalts-Gefälle hat man automatisch in Aktiengesellschaften, da der Vorstand dort über besondere Macht gegenüber den Beschäftigten verfügen muß. Die Rechtsform der Aktiengesellschaft wird im Kapitalismus so dargestellt, daß man Kapital von vielen Anlegern zu einem großen Projekt zusammenbringt, das es sonst nicht geben würde. Standardbeispiel sie die amerikanische Eisenbahn, bei der damals eine ansonsten nicht finanzierbare Eisenbahnlinie gebaut wurde. In der kapitalistischen Praxis hat man die Eisenbahnlinien Anfang des letzten Jahrhunderts allerdings wieder abgebaut, um Autos und Mineralöl zu verkaufen und um Straßen bauen zu können. Tatsächlich dient die Rechtsform der Aktiengesellschaften (eigentlich) einem anderen Zweck. Sie ermöglicht nämlich ihren eigentlichen Besitzern Profite zu erwirtschaften und gleichzeitig von jeglicher Haftung ausgeschlossen zu sein. Als Aktionär wartet man auf die Gewinnausschüttung, wird als Hauptaktionär zu Versammlungen eingeladen und darf über den Kurs des Unternehmens und über den Vorstand abstimmen, hat also Anteil am Bestimmen, wird aber für Verbrechen des Unternehmens niemals zu Verantwortung gezogen. Dieser Trick ermöglicht es dauerhaft, von unvorstellbaren Verbrechen zu leben. für Fehler haftet der Aktionär nur mit geringerer Gewinnausschüttung und ansonsten haftet (sehr selten) der Vorstand, meistens jedoch die (selten) Belegschaft durch Entlassung. Je nach Philosophie das Unternehmens braucht man einen mehr oder weniger kriminellen Vorstand.
Über die Verbrechen weiß man nur an bestimmten verantwortlichen Positionen Bescheid. Diese werden gut bezahlt. Die solcherart Bezahlten sind (mehr oder weniger) skrupellose Karrieristen. Ihr Antrieb liegt darin, aufzusteigen. Aufsteigen kann man nicht nur mit Kreativität, sondern vor allem mit Skrupellosigkeit, Ausnutzung, Ausbeutung und Gemeinheit. Dieser Antrieb ist weniger effizient. Große Konzerne nutzen daher die Economy of Scales und die Marktmacht. sie intrigieren und spielen ihre Macht aus. Die daran Beteiligten sind sehr gut bezahlt. Untere Chargen, die die Ausbeutung in Leitungsfunktionen unterstützen, sind mäßig bezahlt. Ganz schlecht, sieht es in ausländischen Zulieferbetrieben aus, die man in extra armen Ländern errichtet, oder die von dort Rohstoffe liefern.
Große Unternehmen pflegen daher eine Ersatzreligion, in der sie das Unternehmen selbst als große Macht verherrlichen. Offiziell soll man das ausbeutende Unternehmen gut finden und stolz darauf sein.
Mit der Antwort warten wir noch auf die nächsten Punkte.
 

Punkt 2 – Welcher Zweck ist der Beste?

In Privatunternehmen bildet sich seit Jahrzehnten eine Kultur psychologischer Motivationsspielchen heraus, von denen die meisten pure Scharlatanerie bzw. Augenwischerei sind. eine große Anzahl von Unternehmensberatern, Psychologen, Selbstfindungs-, Coachings, und neuerdings Wellnesexperten verdienen daran mit, die Illusion oder den Selbstbetrug ausbeutender Arbeitsmotivation zu fördern. Meistens geht es nur darum, eine Kultur offizieller unkritischer Zustimmung zu erzeugen und dabei der Kreativität nicht allzu sehr zu schaden.
Der Zweck eines Privatunternehmens besteht darin, Profit zu erwirtschaften. Das kann man erreichen, indem man den Umsatz steigert und mehr absetzt. Dazu muß man Leuten Dinge andrehen, die sie nicht (mehr) brauchen oder die ihnen schaden oder zu viel kosten. Man kann aber auch billiger produzieren und dann mehr absetzen, dazu muß man die Produktivität steigern oder stärker ausbeuten – also Löhne senken und Leute entlassen oder man muß Marktanteile erobern und der Konkurrenz wegnehmen, wodurch dort Leute entlassen werden. Ganz selten wird ein neues Produkt entwickelt, das tatsächlich gut ist und Leuten nützt. Dann wird es unverschämt teuer angeboten – ein Glücksfall für das Unternehmen. Meistens kreiert man ein Produkt das nur diesen Eindruck erzeugt und absetzbar (genug) ist.

In einem öffentliche Unternehmen arbeitet man zum Beispiel als Pfleger im Krankenhaus, als Lehrer, oder als Techniker oder Akademiker in einer Hochschule. Man versorgt Häuser mit Energie oder warmem Wasser. Die Aufgabe ist wichtig.
Natürlich kann man als Arzt oder Therapeut auch privat arbeiten. Allerdings muß man dann die geschäftliche Seite im Auge haben. – In einem Privatunternehmen muß man die geschäftliche Seite sogar zuallererst im Auge haben. Wenn die Ökonomie nicht stimmt, geht das Privatunternehmen unter. Daher muß man im Privatunternehmen eine völlig andere Motivation haben. – Man muß die Motivation Gewinn zu machen haben. Diese Motivation konkurriert nicht nur mit den inhaltlichen Aufgaben, sie dominiert die inhaltlichen Aufgaben.
Die Motivation zu nutzen oder zu helfen ist der stärkste Antrieb. In vielen Berufsgruppen – z. B. in der Medizin wird so eine Arbeitsleistung erreicht, die Besserbezahlte nicht mehr leisten. Dabei kommen sinnvoller Zweck und anständige Bezahlung (Punkt 2) zusammen.
Öffentlicher Zweck ist immer besser, als privater Zweck.
 

Punkt 3 – Ist eine hierarchische strafende Organisation besser, als eine Öffentliche?

Lange Zeit förderte man die Legende, eine Hierarchie wäre effizient, weil der Antrieb der bessere wäre. Diese Legende ist eigentlich mit dem Ende der Sklaverei (in Nordamerika) gestorben und nur sehr rechte Leute glauben noch daran, daß die Peitsche Effizienz fördern würde. Moderne Kapitalisten wissen, daß Produktivität und insbesondere Kreativität nicht unter Zwang zu haben ist.
Mit der Lohnarbeit entstand die Freiheit, die zum Leben notwendigen Mittel selbst zu verwalten. Mit dieser Teilfreiheit kann man den ökonomischen Zwang zur Arbeit bei bestimmten Ausbeutern verdrängen. So verkauft man seine Arbeitskraft zu schlechten Bedingungen und richtet sich ein. Übriggeblieben ist daher die Entlassung als Standardhöchststrafe. In einem öffentlichen Unternehmen wird – je nach Politik – mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse von Beschäftigten gelegt. Unterdrückerische Systeme leben davon, daß sie das Belohnungsgefälle auf das Machtgefälle abstimmen. Kann man sich im System einrichten, ist man loyal. Weil solche Systeme Substanz verzehren, müssen Sie Kosten externalisieren. In NATO-Staaten leben deswegen alle von der dritten Welt, wohin die dementsprechende Armut exportiert wird. Die inneren Ausbeutung bedingt auch die äußere Ausbeutung. Fällt die äußere Quelle des Reichtums weg, brechen auch Loyalitäten und Machtgefüge im Inneren zusammen. In einem nicht-ausbeutenden System, das dem Gemeinwohl dient, beruht die Motivation auf der Solidarität. Ein solches System wird auch nicht (oder im Kapitalismus weniger als die Privatunternehmen) an der äußeren Ausbeutung interessiert sein.
Öffentliche Unternehmen – folgen der Philosophie öffentlicher Poltik.
 

Punkt 4 – Sind Gehaltsunterschiede gut für die Leistungsfähigkeit?

Es gibt Untersuchungen, zur Abhängigkeit der Arbeitsmotivation vom gezahlten Gehalt. Diese Untersuchungen zeigen, daß Menschen, die zu schlecht bezahlt werden, eine schlechte Motivation haben und sich unzureichend mit dem Unternehmen und ihrer Aufgabe identifizieren. Werden die Menschen verschwenderisch bezahlt, werden sie allerdings geldgierig und sehen den Zweck ihrer Arbeit im Erwerb des Geldes. Ihre Motivation sinkt ebenfalls. Diese beiden Fälle verstärken sich noch, wenn die Menschen sehr ungleich bezahlt werden. Zahlt man den Beschäftigten jedoch ein anständiges Gehalt, von dem sie gut leben können, identifizieren sie sich mit ihrer Aufgabe, mit der Funktion, mit der Institution und denken konstruktiv über den Zweck ihrer Arbeit nach und verbessern die Funktion, der sie dienen. Voraussetzung ist, daß sie einem prinzipiell konstruktiven Zweck dienen. Wenn diese Menschen auch noch untereinander in nachvollziehbar gerechter Weise bezahlt werden, ist der Effekt der positiven (und also konstruktiven) Identifikation mit der Arbeit am größten.
In Privatunternehmen ist das Gefälle von Lohn und Gehalt auf die Hierarchie – also auf das Machtgefälle abgestimmt. Das liegt daran, daß Privatunternehmen kleine Herrschaftssysteme sind. Herrschaftssysteme sind dann stabil, wenn das Belohnungsgefälle auf das Loyalitätsgefälle abgestimmt ist. Ein Privatunternehmen ist also im Kapitalismus gezwungen, ungleich zu bezahlen. Es kann daher niemals die Motivation erzeugen, die man etwa in einem wichtigen öffentlichen Betrieb oder gar in einem öffentlichen wissenschaftlichen Institut erreicht.
Arbeitsmotivation, Kreativität und die Freiwilligkeit von Extraleistungen sind am höchsten, wenn Menschen anständig und gerecht bezahlt werden.
 

Punkt 5 – Sind Privatunternehmen innovativer?

Die Legende, Privatunternehmen wären besonders innovativ, kommt daher, daß sie sich im Kapitalismus die Resultate öffentlicher Forschung kostenlos aneignen können. Tatsächlich profitieren sie kostenlos von öffentlich ausgebildetem wissenschaftlichem und akademischem Personal, öffentlich geförderten Veröffentlichungen und billig aufgekauften Patenten. sie profitieren von Forschungsförderung und Grundlagenforschung und von Kooperationen mit Universitäten und Forschungsinstituten. Kleine Leute können in keiner Weise so von öffentlicher Forschung und allgemeiner Bildung profitieren, wie die Aktionäre von Konzernen.
Gibt es Innovation, kauft man sie auf, denn nicht nur der Konzern steht im Kapitalismus unter Innovationszwang, auch die Innovation steht im Kapitalismus unter dem Zwang der Kapitalverwertung.
Menschen mit problemorientierter Denkweise, Menschen, die wahre Problem erkenne und lösen wollen, wachsen über sich selbst hinaus und werden kreativ. Hierarchie und Geldorientiertheit, schadet hier nur. Karrierismus und Gier können nur Mittelmäßigkeit hervorbringen.
Das liegt am unkonstruktiven Antrieb. Ein Karrierist ist auch bereit Schaden hinzunehmen, wenn es ihm selbst nur nutzt.
Innovation privater Unternehmen im Kapitalismus beruht auf Ausbeutung, Ausnutzung und Ausplünderung öffentlicher Forschung. Aus Eigenantrieb sind Privatunternehmen sehr wenig innovativ. (Stillstand der Antibiotikaforschung)
 

Zweckdekadenz

Aber: Was leisten Privatunternehmen, die ihre Arbeitskräfte so stark ausbeuten? – Sie produzieren einen riesigen Haufen Müll, der meist sehr schnell auf dem Müllhaufen oder in der Verbrennungsanlage landet. Jedes Endprodukt hat bei der Herstellung und beim Transport seiner Einzelteile eine geringe Halbwertszeit und hat bei Verkauf bereits ein Vielfaches seines Eigengewichtes an Müll produziert. Viele Produkte werden dabei nur aus Statusgründen und bestenfalls aus Konsumismus und ganz selten aus Notwendigkeit abgesetzt. Die Gründe für den Absatz beim Endkunden sind im Einzelfalle haarsträubend.
Auch Dienste werden von Privatunternehmen nicht erbracht, weil man etwas gutes tun wollte, sondern um irgendwie Profit zu erwirtschaften. Die zerstörerische „Privatisierung“ der Deutschen Bahn hat Speditionen gefördert, die nun die Autobahnen verstopfen. Statt also Speditionen von der Straße zu verbannen, hat man extra die Bahn zerstört, um mit einem anachronistischen Transportsystem Gewinne zu erwirtschaften. Privatunternehmen handeln im Zweifel nicht konstruktiv.

 

Resultat

Öffentliche Betriebe arbeiten zweckgerichteter, funktionstreuer, sozialer, preiswerter, und somit effizient und können auf besondere Erfordernisse besser eingehen, solange sie nicht zum zweckfremden Sparen (Gesundheitssystem, Bildungssystem) oder zur Gängelung der Bevölkerung (Jobcenter) angehalten werden oder ihr Personal ohne Grund verknappt (Schulen, Eisenbahn) wird.
Wir schlußfolgern daraus, daß nicht nur öffentliche Funktionen in öffentlicher Hand sein sollten, sondern daß auch mehr Produktionsstätten z. B. Mineralölunternehmen, Pharmabetriebe oder Verlage und Suchmaschienen in öffentlicher Hand sein sollten. Würden Autobauer staatlich sein, hätten wir das Elektroauto seit mindestens 30 Jahren.
 

Fazit konservative Ideologie

Hört man also Hetze, auf Staatsbetriebe, wie man sie in westlichen Staaten entwickelt hat oder hört man, daß man Betriebe „privatisieren“ soll, damit sie „effizienter“ werden, wie die CDU das beispielsweise des öfteren behauptet, dann weiß man nun, daß es sich um dumm nachgeplapperte Zwecklügen handelt.
[Evariste]
 

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